Was ist das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte, Dr. Andreas Braune?

Shownotes

Im Gespräch geht es um:

Was ist das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte überhaupt?

- Fakten, Irrtümer und Desinformation: Warum die Absicht hinter einer falschen Information einen wichtigen Unterschied macht.
- Demokratie und Meinungsfreiheit: Weshalb gemeinsame Regeln und eine faktenbasierte Verständigung nötig sind.
- Geschichte als Einordnungshilfe: Was historische Beispiele von Propaganda und Manipulation über heutige Herausforderungen zeigen können – ohne diese zu verharmlosen.
- KI in Forschung und Geschichtsvermittlung: Chancen bei der Arbeit mit Quellen sowie Risiken durch täuschend echte Bilder, Videos und verfälschte Darstellungen.
- Medienbildung und Journalismus: Wie Sensibilisierung, kritisches Hinterfragen und Einordnungswissen die eigene Urteilsfähigkeit unterstützen können.
- Das History Games Lab: Analoge und digitale Spiele als Zugang zur Geschichte, zum Ausprobieren und Diskutieren.

Zum Festival: Das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte verbindet Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Publikum mit kulturellen Formaten. Alle Veranstaltungen sind kostenlos und ohne Anmeldung zugänglich.

Hier gehts zur Website vom Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte! 

Die Praline 🍬 wird präsentiert von: Viba Sweets Die Knackwurst 🌭 wird gesponsert von: Thuefleiwa Apolda

in Kooperation mit der KVHS Weimarer Land: https://kvhs-weimarerland.de

✨ Host: Fanny Kratzer

🎧 Podcast: Praline oder Knackwurst

Transkript anzeigen

00:00:02: Praline oder Knackwurst?

00:00:06: Der unterhaltsame Break führt zwischendurch.

00:00:34: Hallo, liebe Hörerinnen und Hörern.

00:00:36: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Praline oder Knackwurst!

00:00:40: Wir dürfen heute Andreas Praune begrüßen.

00:00:43: – hallo Andreas, grüß dich!

00:00:44: Schönen guten Tag, hallo!

00:00:46: Andreas, ich habe es immer so, dass am Anfang die Podcast-Gäste sich selber vorstellen dürfen weil ich immer denke sie sagen genau das über sich was Sie wahrscheinlich gerne hören würden oder wie Sie sich gerne sehen oder wie sie gerne gesehen werden wollen.

00:01:01: Von daher übergebe ich jetzt gern das Wort an dich.

00:01:04: Ach, Herr Gott!

00:01:06: Ich bin von Haus aus Politikwissenschaftler und so ein halber Historiker.

00:01:10: Und in der Funktion, in der ich heute ja auch hier bin würde ich mich vielleicht ganz kurz vorstellen nämlich als wissenschaftlicher Leiter beziehungsweise Programmleiter des Weimarer Rondwummen der Geschichte, Geschichtsfestivalen Weimar das mittlerweile in die achzehnte Ausgabe geht und dass sich fast von Anfang an begleite und seit einigen Jahren eben für die Programmgestaltung verantwortlich dieser Politikwissenschaftler und auch noch an der Friedrichschild-Universität Jena tätisch.

00:01:39: Was ist denn das Rondeauweimer?

00:01:43: Ja, das Weimar Rondeaus mit der Geschichte ist wie ich eben schon gesagt habe ein internationales Geschichtsfestival dass einmal im Jahr stattfindet aber auch mit einigen unterjährigen Veranstaltungen wo wir eben immer zu einem Jahresmotto historische Fragestellung aber eben auch viele Fragesteller die unsere gegenseitigen Gesellschaften bewegen mit Expertinnen und Experten, Zivilgesellschaft, MedienvertreterInnen und vielen anderen Menschen.

00:02:10: Und natürlich mit unserem Publikum gemeinsam diskutieren

00:02:13: wollen.".

00:02:14: Du hast jetzt schon gesagt es ist die achzehnte Ausgabe also gibt's schon seit vielen Jahren.

00:02:18: was ist denn für dich das Besondere an diesem Festival?

00:02:21: Also jenseits der Tatsache dass es ein so umfangreiches Programm ist?

00:02:26: Ich glaube das Besondere ist wirklich dass es von dem Format her in dieser Art und Weise in Deutschland einzigartig ist.

00:02:33: Also es ist kein wissenschaftlicher Kongress, wo Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern untereinander diskutieren, sondern das ist wirklich eine Publikumsveranstaltung auch mit vielen kulturellen Elementen, mit einem Festivalcafe seit einiger Zeit auch mit nem Kneipenkwiz also wo wir viel Wert darauf legen auf diesen Festivalflair und eben ganz besonders die Diskussion und Einbindung des Publikum.

00:02:59: Und warum habt ihr euch denn für so einen Publikumsformat entschieden und nicht für einen akademischen wissenschaftlichen Kongress?

00:03:07: Ich glaube, das liegt auf der Hand.

00:03:09: Wissenschaftliche Konkresse gibt es genug – und das können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch selbst am besten ausgestalten und ihre Themen dort setzen.

00:03:17: Uns geht es wirklich um den Dialog in der Gesellschaft zu historischen und aktuellen gesellschaftlichen politischen Fragen.

00:03:26: Das ist in unseren Augen Auch nach achtzehn Jahren dringt er denn je zu diesen Fragen.

00:03:33: Diskussionsangebote zu unterbreiten und vor allem das ist uns wichtig, wirklich auch etwas in Präsenz zu machen.

00:03:40: Das haben wir bei Corona gelernt.

00:03:42: ja wie schädlich es sein kann wenn die Menschen irgendwie hinter ihren Bildschirmen verschwinden.

00:03:47: und so eine Veranstaltung wo Menschen tatsächlich von Angesicht zu Angesichts zusammenkommen und sich auch Zeit nehmen für gewisse Gespräche.

00:03:56: Das ist doch seltener geworden und das bieten wir an.

00:04:00: Was denkst du zeichnet denn diese Echten Begegnungen, so erlebest du im Volkssocial-Kontext.

00:04:06: Im Übrigen auch also dass die echte Begehnung gegenüber einer virtuellen doch eine ganz andere Qualität hat.

00:04:15: aber was denkst du warum ist das so wichtig?

00:04:17: Dass man in ein echtes Gespräch in Präsenz geht anstatt virtuell.

00:04:22: ich glaube man ist von vornherein erst mal ein klein wenig offener und vielleicht auch nachsichtiger mit dem Gegenüber wenn wir alle hinter unserem Bildschirm stecken.

00:04:35: Wir kennen es aus den sozialen Medien oder anderen Kontext und dann lassen sich Menschen sehr schnell provozieren, Dinge werden aus dem Kontext genommen, verstellt wiedergegeben man schreit sich virtuell sehr schnell an und all das passiert im direkten Kontakt doch wesentlich selten weil da die Hemmschwellen einfach auch niedriger sind.

00:04:55: ja Man findet viel leichter Gemeinsamkeiten oder einen gemeinsamen Boden, auf dem man bestimmte Dinge besprechen kann.

00:05:04: Wenn man wirklich von Angesicht zu Angesichts sich gegenüber setzt wie wir zwei Jahre ist auch gerade.

00:05:11: Wie bist du eigentlich zu dem Format gekommen?

00:05:14: Hast Du das mit begründet oder bist Du dann mal eingestiegen?

00:05:18: Mitbegründete habe ich es nicht.

00:05:19: Das würde ich nicht sagen.

00:05:20: Das war Franka Günther aus Weimar wie gesagt vor achtzehn Jahren gegründet hat, mit der Vorlage des Ron de Voudelistoire in Blois.

00:05:29: Was die Partnerstadt von Weimar ist und wo es auch so ein sehr großes Geschichtsfestival in ähnlicher Form gibt und wo Franka Günder und wir dann im Anschluss gesagt haben das ist doch ein Format was perfekt nach Weimar passt als einer der Städte Ja, wo man deutsche Geschichte so kondensiert in einem Raum selten woanders findet.

00:05:50: In Deutschland auch die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte ist also prädestiniert dafür ein Geschichtsfestival auszurichten.

00:05:57: Das hat Franka Gündo begründet, aber wie gesagt ich bin seit dem zweiten oder dritten Jahr dabei also auch von Anfang an damals ja aus meiner Tätigkeit im Institut für Politikwissenschaft wo mein Doktorvater Michael Dreyer auch Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Festivals ist und gesagt hat komm wir brauchen jemanden der da bisschen koordiniert macht mal mit und seitdem bin ich dabei.

00:06:18: Bevor wir gleich nochmal in die Inhalte vor allem das diesjährigen Programm gehen Nimm uns doch mal mit, wie so eine Organisation dieses Festivals grundsätzlich aussieht und wie sie sich über die Jahre verändert hat.

00:06:31: Vielleicht gewachsen ist?

00:06:35: Wenn man das fertige Programm auf der Website sieht oder dann auch in unserem gedruckten Programm Sieht man das vielleicht?

00:06:44: Dass es ein sehr umfangreiches, vielseitiges Programm ist.

00:06:48: Das ist eigentlich auch schon von Anfang an nicht ganz so sehr in diesem Umfang aber so ähnlich und da kann man glaube ich erahnen dass da relativ viel Arbeit drin steckt in der Vorbereitung.

00:07:00: also wir sind ja nicht nur ich der das macht sondern müssen ja Zucker Achtköpfiges Team.

00:07:07: Vielleicht mit drei, vier Leuten noch im engeren Umkreis die sich dann auch um Marketing fragen und ähnliches mit kümmern und die ganzen organisatorischen Dinge.

00:07:15: also es ist auf jeden Fall eine große Teamleistung die wir ja eigentlich das ganze Jahr über abbringen.

00:07:22: Eine wichtige Rolle spielt da noch unser wissenschaftlicher Beirat.

00:07:28: Das sind Sprecherin Professor Susanne Rao von der Universität Erfurt sehr gute und auch langjährige regionale Anbindung an die Wissenschaft in Thüringen.

00:07:39: Dieser Beirat ist eingebunden bei der Festlegung des Jahresmotos, wo wir dann schauen was werden wir im nächsten Jahr machen welches Motto werden wir wählen?

00:07:50: Und natürlich auch in der Programmgestaltung.

00:07:53: also kommen viele Hinweise viele Tipps aus dem wissenschaftlichen Beirats bzw.

00:07:57: manche Beiratesmitglieder organisieren dann auch selbst eine einzelne Veranstaltung Und meine Aufgabe ist es dann, all das irgendwie kuratorisch zusammenzuführen und zu einem Gesamtprogramm auch selbst natürlich viele eigene Veranstaltungen zu konzipieren.

00:08:12: Das ist so ein bisschen der Weg dahin.

00:08:15: wir haben in den letzten Jahren so ein paar Neuerungen eingeführt oder beziehungsweise unsere Art-und-Weise wie wir das Programm gestalten noch ein bisschen weiterentwickelt sind noch stärker eigentlich.

00:08:26: jetzt gehen wir in die Richtung dass die Einzelveranstaltung auch schon selbst gut durchmücht sind im Sinne von, da gibt es wissenschaftliche Vertreterinnen und Vertretern aber eben auch zivilgesellschaft, Medienpolitik.

00:08:39: Also versuchen wir auf dem Podium selbst schon so ein bisschen auch unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche ins Gespräch zu bringen wo wir merken das tut oftmals den Veranstaltungen sehr gut und erleichtert die Diskussion mit dem Publikum.

00:08:55: Internationaler Aspekt ist vielleicht noch wichtig.

00:08:57: also wir versuchen wirklich immer europäische internationale Fragestellungen und auch Besetzungen auf dem Putin, auf manchen Podien wo es sich anbietet sicherzustellen.

00:09:07: Und hier mit einem gewissen Schwerpunkt auf Frankreich und Polen.

00:09:11: aber auch andere Länder können dann noch alle spielen.

00:09:13: Aber das Weimarer Dreieck ist da natürlich bietet sich an auch im Sinne von die Zusammenführung lässt europäischen Perspektiven, mit osteuropäischen Perspekten.

00:09:26: auch die Fragen nach Transformationen nach neunzehn-neuen-achtzig-neunzig spielen dann beispielsweise immer eine wichtige Rolle.

00:09:32: Genau das sind so Akzente, die sich in der Programmplanung immer ein bisschen durchziehen.

00:09:36: Ja sehr komplex!

00:09:40: Wie viele Besucher und Besucherinnen habt ihr denn?

00:09:44: Zählt ihr das?

00:09:45: Verkauft ihr Tickets?

00:09:46: Ist es kostenfrei?

00:09:48: Das ist vielleicht eine wichtige

00:09:48: Information.

00:09:50: Also die wichtige Info, ja alle Veranstaltungen sind kostenlos.

00:09:56: Es braucht auch keine Anmeldung oder etwas.

00:09:58: also man kann wirklich einfach vorbeikommen sich anhand unseres Programms das Festivalprogramm sein eigenes Festivalprogrammen selber zusammenstellen und einfach kommen und gehen wie man möchte.

00:10:10: Und das macht es für uns natürlich ein bisschen schwieriger zu erfassen, wie viele Menschen tatsächlich kommen.

00:10:14: Das heißt wir haben ja kein Ticketting wo jetzt schwarz auf weiß hätten so viele Tickets haben hier verkauft.

00:10:21: Aber wir zählen immer sozusagen die Einzelbesucherinnen und Besucher in den einzelnen Veranstaltungen.

00:10:25: Wir sind natürlich viele Doppelungen dabei bei Menschen die auch mehrere Veranstaltung besuchen.

00:10:30: aber da sind wir so über das Wochenende verteilt ungefähr, vielleicht ein bisschen mehr.

00:10:37: Hinzu kommen dann natürlich noch so unterjährige Veranstaltungen die wir haben.

00:10:42: Genau also das sind so ein bisschen die Größennoten.

00:10:46: Seid ihr dazufrieden oder ist es

00:10:48: ausbauffähig?

00:10:49: Es ist immer ein bisschen ausbaufähig sage ich mal so und wir arbeiten sehr stark daran auch mit dem Mit unseren Marketing-Bemühungen, die natürlich auch immer ein bisschen abhängig vom Budget sind.

00:11:01: Das sage ich vielleicht gleich noch mal, wie es sich finanziert.

00:11:07: Wir sind mittlerweile auf einem guten Weg in Thüringen als Festival sehr bekannt zu sein, wozu er beiträgt, dass wir vor dem Festival Gastveranstaltungen in anderen Thüringer Städten und Gemeinden anbieten – zumindest eine Handvoll!

00:11:23: Aber wir wünschen uns das schon noch, dass unser Festival auch über Thüringen hinaus noch bekannter wird.

00:11:28: Wir haben durchaus Gäste die extra für unser Festival nach Weimar kommen aber das dürfen gerne auch noch mehr werden.

00:11:35: Zur Finanzierung vielleicht noch?

00:11:36: Weil du das auch gefragt hattest... Also es ist so eine Mischfinanzierung, die wir auch Jahr für Jahr einwerben müssen.

00:11:43: Das ist ein relativ mühseliges Geschäft muss man sagen!

00:11:48: die sich zum Großteil aus öffentlichen Geldern zusammensetzt.

00:11:52: Bundesfinanzierung, Land und Kommune sind damit dabei – also alle politischen Ebenen.

00:11:57: Die bundesförderung, die hauptsächliche Komfort der Bundestiftungen oder der deutschen Demokratiegeschichte.

00:12:02: Relativ junge Stiftungen, die seit zwei, drei Jahren solche und viele andere Projekte in der Richtung fördert.

00:12:07: Und dann gibt es eben Co-Finanzierungen von Land und Kommunen dazu plus dann noch einige andere Töpfe.

00:12:14: Sparkassengruppe ist jetzt in den, also Sparkassen-Mitteltüringen.

00:12:17: Seit zwei Jahren auch die Sparkassenkulturstiftung Hessentüringen.

00:12:20: sind wir sehr froh, dass wir von denen auch mitgefördert werden was ja auch sage ich mal ein gewisses Qualitätskriterium oder Qualitätzeichen ist wenn wenn die etwas fördern.

00:12:29: Also das ist immer sehr stolz darauf und genau.

00:12:32: Und das ganze ermöglicht ja ermöglich Ja, dass sozusagen kein Eintritt genommen wird Teilnehmer teilnehmerinnen einfach zu euch kommen können.

00:12:45: Also warum macht ihr das?

00:12:47: Habt ihr sicherlich überlegt, ob es sinnvoll ist Eintrittsgebühren so nehmen oder nicht?

00:12:53: Der Hauptgrund ist eigentlich wirklich dass wir es ja als gesellschaftliches Dialogformat ansehen Und da entsprechend die Beitrittsspelle möglichst niedrig und inklusiv halten wollen, also wir wollen es allen unabhängig vom Geldbeutel ermöglichen an unseren Veranstaltungen teilzunehmen.

00:13:12: Das ist eigentlich der Hauptgrund.

00:13:15: Dadurch dass es eben zum allergrößten Teil ja auch öffentliche Gelder sind, die das finanzieren sehen wird das auch als gerechtfertigt an.

00:13:23: Also es würde jetzt für uns ein bisschen komisch aussehen wenn Eintrittsgeld verlangen würden, werden wir gleichzeitig durch öffentliche Gelder gefüttert werden.

00:13:34: Zumal das auch wenn wir jetzt Eintrittsgelder nehmen würden... Es würde natürlich Geld reinbringen, das ist ganz klar.

00:13:47: Die Hemmschwelle oder nicht die Hemmschwelle, aber die Schwelle quasi der niedrige Zugang wäre ja dann im Prinzip weg.

00:13:54: Also wie du sagst ihr wollt ja versuchen möglichst alle gleichermaßen zu erreichen und ist das auf jeden Fall ein niedriges Level hier?

00:14:03: Ich bin immer ein bisschen hin- und hergerissen sage ich hier ganz offen weil steckt auch viel Arbeit drin und manchmal ist es ja auch so wenn man für etwas Geld bezahlt steckt da auch eine gewisse Wertschätzung für diese Arbeit mit drinnen.

00:14:16: Und so eine gratis Mentalität ist manchmal auch ein bisschen problematisch.

00:14:19: Ja, das stimmt.

00:14:20: Das verstehe ich.

00:14:21: So nach dem Motto was gratis ist kann nicht gut sein aber wir zeigen ja eigentlich jederzeit dass das Gegenteil der Fall

00:14:26: ist.

00:14:27: Absolut!

00:14:29: Wir verlinken das natürlich nochmal den Shownotes.

00:14:31: also wer nachlesen möchte kann das dann gerne tun sodass man da auch noch mal alle Informationen findet.

00:14:38: Kommen wir einmal zum diesjährigen Motto

00:14:43: Fakt

00:14:44: oder Fake?

00:14:46: viel mehr Gegenwart geht eigentlich kaum.

00:14:49: Das stimmt, aber es ist natürlich auch ein zutiefst historisches Thema.

00:14:54: Also das versuchen wir mit der Mottoauswahl jedes Jahr zu schaffen einen Motto zu finden unter dem sich alle historischen Epochen irgendwie abdecken lassen, aber natürlich ein wichtiger Gegenwartsbezug und das ist bei Fakt oder Feld auf jeden Fall gegeben.

00:15:11: Wir leben in Zeiten Ja, indem man sich eigentlich gar nicht mehr sicher kann welchen Stellenwert Wahrheit hat.

00:15:17: Das greift auch gleich in unserer feierlichen Eröffnung wie das Theokoll aufgreifen mit einem Vortrag zum Thema Stürb die Wahrheit etwas pessimistischer Titel.

00:15:29: ich hoffe er kommt auch noch zu einem etwas optimistischeren Schluss.

00:15:34: Das wäre schön!

00:15:38: Genau, aber wie gesagt wir haben auch viele historische Themen die darunter zu fassen sind.

00:15:44: Angefangen bei Antikermythologie oder so.

00:15:48: Da haben wir ein zwei Sachen dazu Frauenbilder in der Antike ja die sich durch die Geschichte hindurchziehen bis in unsere Gegenwart hinein.

00:15:55: also der aktuelle Odyssey Film hat das beispielsweise ja gezeigt.

00:16:00: Also meine Frage setzt genau daran an was kann denn die Beschäftigung mit Geschichte leisten wenn es um so ein aktuelles Problem, wie beispielsweise Fake News geht.

00:16:13: Also es kann natürlich die aktuellen Debatten, die wir darüber führen helfen, die ein bisschen differenzierter zu führen und es kann an manchen Stellen vielleicht auch ich will nicht sagen beruhigen ja aber ein bisschen Aufgeregtheit aus manchen Debatten herausnehmen möglicherweise weil man sagen kann also Na ja, das hat es in dieser oder jener Form vielleicht in der Geschichte auch schon mal gegeben und daran ist dann die Demokratie auch nicht zugrunde gegangen.

00:16:41: Beziehungsweise man kann das ein bisschen differenzierter... ...nicht relativieren als ich weiß gar nicht wie's so richtig ausdrücken soll aber ein bisschen wie gesagt diese Aufgeregtheit und den Alarmismus aus gewissen Debatten herausnehmen ohne dass man da jetzt Dinge verharmlosen soll auf keinen Fall.

00:17:02: Aber wenn man sich eben die Geschichte auch von Propaganda, Falschinformationen.

00:17:07: Auch Mythenbildung, Verschwörungserzählungen und so weiter anschaut wird man eben sehen dass es das in der Geschichte immer wieder gegeben hat aber immer wieder sich auch sozusagen durch Gegenbewegung aufklärerische Bestrebungen ich will nicht sagen durchgesetzt haben aber doch eben auch wieder behauptet haben.

00:17:29: Also Möchtest du uns jetzt so ein bisschen die Angst nehmen vor den derzeitigen Entwicklungen?

00:17:37: Oder möchtest Du uns Mut zusprechen ums Positiver zu formulieren.

00:17:40: Naja, also mit so einer, sag ich mal direkt sagen moralischen Dimension gehen wir da natürlich nicht rein.

00:17:49: ja Also dann muss sich jeder und jeder schon das eigene Bild bilden.

00:17:57: Aber es hilft vielleicht auch einzuschätzen.

00:18:00: Thema KI beispielsweise behandeln, KI und Geschichte auch KI.

00:18:03: Wir haben eine Veranstaltung zur Holocaust Fakes und NS-Erinnerung.

00:18:11: Es hilft auf jeden Fall auch die Neuartigkeit dieser Dinge besser einschätzen zu können wenn man sich ein bisschen mit der historischen Dimension das Ganze beschäftigt.

00:18:21: ja also Fälschungen von historischen Materialien, von Quellen und Fotos hat es sehr lange schon gegeben.

00:18:32: Wurde immer irgendwie so ein bisschen betrieben.

00:18:37: Aber das hilft uns natürlich, dass qualitativ neuer was beispielsweise mit KI verbunden ist auch nochmal besser einschätzen zu können.

00:18:46: Das würde ich mal sagen.

00:18:48: Wir kommen nachher noch einmal zum Thema KI.

00:18:51: Ist jede falsche Information schon einen Fake?

00:18:55: Oder müssen wir unterscheiden zwischen Irrtum, Lüge, Propaganda, Manipulation oder bewusste Desinformationen?

00:19:03: Oder ist das... alles so verschwimmt das ineinander.

00:19:08: Ja wenn man also ich denke ja jetzt seit einigen Wochen und Monaten über diese Themen nach und habe viele Veranstaltungen dazu organisiert Tatsächlich neigt man dann irgendwie dazu zu sagen, es verschwindet alles irgendwie ineinander.

00:19:21: Aber wenn man genauer hinschaut gibt's natürlich viele, viele Unterschiede in diesen Dingen.

00:19:28: Das Wichtigste ist glaube ich Zu überlegen ob bestimmte Falschinformationen Desinformation oder so Ob das bewusst und absichtlich eingesetzt wird Oder ob das aus verzerrenden Darstellungen, Irrtümern, einseitiger Berichterstattung oder wie auch immer als so eine Art verschobene Realität- oder Realitätswahrnehmung dann am Ende herauskommt.

00:20:00: Aber das bewusste Lügen, das bewuste Manipulieren, die bewussten Desinformationen auch um Gesellschaften zu spalten beispielsweise ist dann sag ich mal nochmal ne ganz andere Qualität was gerade ja auch in historischer Sicht immer wieder deutlich wird in kriegerischen Auseinandersetzungen, in scharfen politischen auseinandersetzungen in der Geschichte des Autoritarismus und Totalitarismus wo bewusste Falschinformation bewusstes manipulieren ja immer wieder eingesetzt werden.

00:20:30: Ja, das ist auch heute aktueller denn je würde ich sagen.

00:20:34: Was passiert denn wenn Menschen die Fakten nicht mehr glauben beispielsweise nur weil sie ihn nicht gefallen?

00:20:40: Das ist ja auch so ein Statement, dass er öfter mal in einen Raum gestellt wird.

00:20:46: Wie gehst du damit um wenn du sowas hörst?

00:20:50: Also da vielleicht auch gleich, verbinde ich gleich mal mit einem Programm-Tipp.

00:20:53: Wir haben am Samstag Vormittag eine spannende Veranstaltung mit Winfried Kretschmann im ehemaligen Ministerpräsidenten Baden-Württemberg, der ein Buch über Hannah Arendt geschrieben hat und wo wir uns so ein bisschen auch mit Texten von Hannah Arende beschäftigen werden und er und noch ne Politikwissenschaftlerin Michael Weißflug werden dazu diskutieren.

00:21:11: Und das war bei Hannah Arender ein wichtiges Argument in ihrer Beschäftigung mit dem Thema dieses Umwandeln Tatsachen in Meinung, oder dass man unter dem Banner der Meinungsfreiheit behauptet auch zu Tatsachen irgendeine bestimmte Meinung haben zu dürfen.

00:21:29: Also ob es die nun gibt oder nicht ja?

00:21:31: Oder ob sie stimmen oder nicht?

00:21:32: Wir haben das heutzutage.

00:21:34: am Klimawandel wird das sehr oft durchgespielt.

00:21:37: Ja also man kann beobachten dass die Gletscher verschwinden.

00:21:41: da kann man jetzt keine unterschiedliche Meinung zu haben.

00:21:46: Und das ist in diesen Zeiten, in denen wir gerade leben.

00:21:51: In denen es so eine relativ radikale Ansicht von Meinungsfreiheit gibt und die durch bestimmte Tech-Konzerne auch befördert wird ja und durch soziale Medien und die Algorithmen dort.

00:22:04: also dass man zu allem und jedem irgendwie legitimerweise eine Meinung haben darf Das ist ein bisschen problematisch weil man kann natürlich diese oder jene Musikrichtung schön finden.

00:22:18: Oder den und den Filmen mögen, und den anderen nicht.

00:22:21: Da darf man legitimerweise unterschiedlicher Meinung sein.

00:22:26: aber zu bekannten Tatsachen die allen bekannt sind und wo es dann in die Verleugnung von Tatsachend geht da ist es dann problematisch da irgendwie zu sagen ja ich beruf mich auf die Meinungsfreiheit.

00:22:40: Es ist dann so, dass es schwer fällt zu unterscheiden zwischen Tatsache und Meinung oder die Tatsachen dadurch in den Hintergrund rückt.

00:22:50: Verstehst du das so richtig?

00:22:52: Dass die Meinung wichtiger ist als die Tatzache an sich?

00:22:56: wenn du sagst man leugnet jetzt beispielsweise Klimawandel oder dies und das.

00:23:01: Und dass diese Meinung eher dann... Das ist was zählt anstatt sich mit dieser Tatsache zu beschäftigen und da den Austausch zu finden, aber man reibt sich dann auf sozusagen an unterschiedlichen Meinungen.

00:23:18: Ja genau!

00:23:19: Und vor allem prallen dann halt die Meinung auch irgendwann aufeinander.

00:23:22: Und würden so unversöhnlich

00:23:24: dann

00:23:24: ja?

00:23:24: Genau.

00:23:25: und wenn dann aber auch das schlägt dann ja auch wieder um... Wenn eine Meinung zum Klimawandel hat und trifft jemanden der eine andere Meinung zum Klimawandel hat oder die Gegenteilige vielleicht sogar, aber beide halten es für sich dann ja auch wiederum für Tatsachen.

00:23:45: Und dann kleischt das so aufeinander weil beide auch mit einem sehr absoluten Wahrheitsanspruch von ihrer Meinung überzeugt sind.

00:23:58: Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen also eigentlich... Also erst mal noch einmal zu diesem Thema.

00:24:06: Also Tatsache und Meinung, also hat man manchmal den Eindruck vermischt sich so ein bisschen.

00:24:12: Das wird zu aufgeweicht und es wird gar nicht mehr unterschiedlich.

00:24:15: ist das jetzt eine Tatsachen oder es ist ne Meinung?

00:24:17: Und das ist das Eine.

00:24:20: und jetzt hast du gerade auch gesagt ging jetzt um die Wahrheit steht auch im Programm.

00:24:25: so stellt sich sehr prominent die Frage nach dem Verhältnis zwischen Wahrheit und Lüge.

00:24:30: würde ich Wird es sich meine Frage anschließend, braucht eine Demokratie eigentlich eine gemeinsame Vorstellung von dem was wahr ist?

00:24:42: Also absolute Wahrheitsansprüche sind, sage ich mal im politischen auch immer gefährlich.

00:24:47: Weil dann sind wir gleich bei Weltanschauung und Ideologien.

00:24:51: ja also da ist das dann ja auch nicht mehr weit.

00:24:55: aber die Demokratie braucht natürlich also erstens gemeinsame Regeln, die müssen nicht unbedingt für wahr gehalten werden aber für wichtig und überzeugend damit Demokratie auch funktionieren kann.

00:25:10: Und dann braucht es aber auch, sag ich mal gerade in komplexen Gesellschaften und in vielfältigen Gesellschaften brauchst du auch die gemeinsame Grundlage dass wir wenn wir politische Diskussionen führen das wir sie Fakten basiert und auch Wissensbasiert führen.

00:25:32: Also, man kann zu unterschiedlichen Tatsachen-und Sachverhalten auch sagen wie man mit ihnen umgeht.

00:25:41: dazu kannst unterschiedliche Meinungen geben ja und auch unterschiedliche Interessen Ansichten und so weiter.

00:25:48: Und die kann, muss man im politischen Bereich diskutieren und in der Demokratie Lösungen dafür finden.

00:25:53: Aber man darf darüber die Tatsachen nicht leugnen.

00:25:55: Auf die muss man sich gemeinsam verständigen können weil sonst können wir nicht gemeinsam nach der besten oder der überzeugendsten Lösung suchen.

00:26:03: also Wir brauchen eine gemeinsame Grundlage auf der wir uns austauschen und unsere Meinung Genau.

00:26:10: Also es muss Fakten basiert und Wissensbasiert irgendwie stattfinden, also man muss sich darauf verständigen können das Tatsachen wissenschaftlicher Erkenntnis und anderes berücksichtigt werden und man braucht die gemeinsamen Regel.

00:26:26: Du als Historiker weißt ja dass Geschichte eigentlich nie einfach nur eine Ansammlung von Faktern ist Und das wird interpretiert, gewichtet, gewertet erzählt und so weiter.

00:26:37: Wo endet denn so eine legitime Interpretation?

00:26:41: Und wo beginnt Geschichtsfälschung?

00:26:48: Also es ist natürlich so dass Historikerinnen und Historiker also die arbeiten mit Quellenmaterial.

00:26:55: Das ist sozusagen ihr Handwerksberuf um das Quellematerial.

00:27:03: Das ist sozusagen der Boden der Tatsachen für historische Forschung.

00:27:11: Man kann sich die Quellen nicht aussuchen, sondern sie sind da!

00:27:15: Sie sind in bestimmten Umfangs da und hier und da lückenhaft.

00:27:18: Sie sind so da wie sie da sind – das sind die Tatsache.

00:27:21: Und dann beginnt in der Tat die Interpretationen.

00:27:23: Und jede Historikerinnen-Generation führt vielleicht auch andere Fragestellungen an dieses Quellenmaterial heran, andere Gewichtungen Es taugen vielleicht auch noch mal neue Quellen auf, die das in neuem List erscheinen lassen und so weiter.

00:27:38: Das ist sozusagen der Bereich der Interpretation.

00:27:45: Bewusste Geschichtsfälschung oder Manipulation setzt da an wo Quellen manipuliert werden oder beseitigt werden oder gezielt ausgelassen werden.

00:27:58: Auch gezielt misinterpretiert werden.

00:28:02: Also das ist, würde ich sagen da setzt ein Geschichtsfälschung an.

00:28:06: Okay vielen Dank!

00:28:09: Ein Begriff der im Programm auch immer wieder auftaucht des Propaganda.

00:28:13: was können wir denn aus den historischen Formen der Propagandas für unseren heutigen Umgang beispielsweise mit Social Media oder so digitalen Medien lernen?

00:28:25: Es lässt sich auf jeden Fall beobachten dass Propagandan immer interessanterweise, also finde ich zumindest möglich und können mir andere Historikerinnen und Historiker widersprechen auch immer an technische Innovationen zu einem gewissen Grad gebunden ist.

00:28:39: Also wir sehen das im dreißigjährigen Krieg oder so wo dann auf einmal mit dem Buchdruck ganz neue Möglichkeiten der Beeinflussung Manipulation des Wiedergebens des eigenen Standpunktes möglich sind, indem man halt Flugblätter in großer Anzahl drucken lässt und übers Land verteilt.

00:28:59: Im zwanzigsten Jahrhundert haben wir mit Radio- und Fernsehen zwei große Medienrevolutionen die in Propaganda und Massenbeeinflussung wie man es dann vielleicht auch nennt ganz neue Möglichkeiten schaffen.

00:29:16: Und bei uns ist es heutzutage natürlich das Internet, Social Media und neuerdings eben auch KI ganz neue technische Möglichkeiten vielfältige neue technischen Möglichkeiten bietet.

00:29:32: Wie man früher gesagt hätte die Massen zu beeinflussen und wir beobachten das ja natürlich einerseits dass sowohl bewusst passiert mit Desinformationskampagnen Social Bots und ähnlichen.

00:29:47: Aber eben auch, dass es ein bisschen indirekter funktioniert über die Art und Weise wie die Algorithmen von Social Media funktionieren, die bestimmte Inhalte bevorzugen nach oben pushen, andere nach unten setzen.

00:29:59: also da gibt's ganz neues Repertoir an Möglichkeiten der Beeinflussung.

00:30:03: Jetzt hast du schon meine nächste Frage vorweggenommen nämlich diese Also ob es historische Beispiele gibt, die hast du jetzt sehr schön aufgeführt mit dem dreißigjährigen Krieg oder der Einführung von Fernsehenradio, Flugblättern und so weiter.

00:30:19: Es ist jetzt also werden diese wird es immer eine größere Herausforderung diesen Umgang mit Propaganda weil man so diesen eintritt beispielsweise bei Social Media.

00:30:31: Du hast gesagt es gibt immer Interessante.

00:30:34: es ist immer gekoppelt an einen neuen technischen Innovationen.

00:30:38: Wird es dann immer herausfordernder, sich dem zu stellen?

00:30:41: Oder war's damals quasi genauso herausfordernd, dem beispielsweise Fernsehenradio oder Flugbettern durch den Buchdruck, sich entgegenzustellen?

00:30:49: Ist das immer während der Herausforderung, die es schon immer gab um vielleicht uns jetzt zu beruhigen an der Stelle.

00:30:57: Ja ganz so einfach ist es leider nicht glaube ich zumindest weil das neue im Vergleich zu diesen früheren Form ist dass die Hoheit über die Technik jetzt nicht mehr so leicht monopolisiert werden kann.

00:31:15: Wir haben natürlich die großen IT-Unternehmen, wir haben die Infrastrukturen auch die Rechenzentren, die hinter KI stecken.

00:31:23: Das sind also alles große technische Apparate, die dahinter stehen und das ermöglichen.

00:31:35: Aber andererseits sind in Social Media mittlerweile alle auch zu Sendern oder zu potenziellen Sendern zumindest geworden.

00:31:41: Also können sich ja alle mittlerweile dran beteiligen, das heißt das ist glaube ich ein großer Unterschied zu Flugblättern im dreißigjährigen Krieg oder Radio und Fernsehen im zwanzigsten Jahrhundert.

00:31:52: da gab es ganz klar nur nur Sender und alle anderen waren Empfänger und für die Sender war das natürlich sehr viel einfacher dann wenn sie einmal den Zugriff auf die Technik hatten und die Infrastrukturen, da ihre Inhalte entsprechend zu platzieren.

00:32:08: Deswegen ist es ja gerade in autoritären und totalitären Ländern besonders einfach diese Medien zur Propaganda Zwecken einzusetzen – in Demokratien wo es eine plurale Medienlandschaft gibt und Pressefreiheit und Medienfreiheit ist das natürlich dann deutlich schwieriger.

00:32:28: Genau und mit Internet und KI aber eben ist diese klare Trennung zwischen Sender- und Empfänger eben aufgehoben.

00:32:35: Und das bringt nochmal ganz neue Herausforderungen, aber was die Geschichte eben auch lehrt gerade die Geschichte westlicher Gesellschaften unter Demokratien ist dass sozusagen der Umgang mit diesen neuen Medien ja auch gelernt werden kann.

00:32:52: Das sind wir dann vielleicht auch schon wieder bei den Themengebieten von unserem Festival und auch den Volkshochschulen, dass man über Medienbildung eben auch einen kritischen Umgang mit diesen Dingen lernen kann.

00:33:05: Und vor allem auch lernen muss – das betrifft in meinen Augen alle Altersgruppen also nicht nur Kinder- und Jugendliche, denen wir irgendwie den vernünftigen umgang mit Handy hier und allen drum und dran beibringen müssen sondern auch viele Erwachsene die ganz vor ganz neuen Herausforderungen stehen.

00:33:21: Kann ich das glauben, was da gerade auf meinem Handy aufploppt?

00:33:24: Bin ich ganz bei dir.

00:33:25: Die Frage ist also... Ich glaube es geht schon mal da los dass eine Sensibilisierung stattfinden muss, dass diese Frage überhaupt gestellt wird.

00:33:34: Also man ploppt etwas auf Leute glauben oft sofort und hinterfragen gar nicht so kann ich das Glauben.

00:33:40: Das wäre der erste Schritt, dass man dann kommt dass wirklich hinterfragt wird, inwieweit ist das jetzt?

00:33:47: Ich

00:33:47: bin ja ehrlich gesagt teilweise auch erstaunt im Kontakt mit vielen Menschen die irgendwas weiß ich nicht dann kriegt man irgendwas weitergeleitet oder keine Ahnung was.

00:33:57: Also wie schnell nach wie vor Menschen Dinge diese sie da irgendwie sehen fürbare Münze nehmen und das oder das als also wie du sagst ja unhinterfragt irgendwie als jetzt den aktuellen Stand.

00:34:12: Also in meinen Augen ist es eigentlich, wir reden ja viel oder haben die letzten Jahre viel über auch die Krise von Journalismus gesprochen.

00:34:21: Auch das sind Themen, die wir auf dem Festival haben werden.

00:34:26: aber ich sehe da ehrlich gesagt eine große Chance für Journalismus gerade in den jetzigen Zeiten dieses Einordnungswissen eben auch bereitzustellen oder Dinge für Menschen zu sortieren und da auch bessere Urteilsfähigkeit irgendwie zu ermöglichen.

00:34:46: Wohl der Journalismus selber ja auch in den letzten Jahren ganz schön unter Druck geraten

00:34:49: ist,

00:34:50: also mit Clickbaits

00:34:51: usw.,

00:34:52: dass guter Journalismus sich durchsetzen kann – es aus meiner Sicht sehr schwer geworden hat oftmals auch monetäre Hintergründe.

00:35:01: ganz einfach bringt, glaube ich so eine Disbalance.

00:35:06: Dass dann Leute dann doch schnell irgendwelchen Dingen auflaufen die gar nicht so stimmen, weil es eben ein schneller Klick ist der Aufmerksamkeit, der für Aufmerksamkeit sorgt.

00:35:17: aber tatsächlich der gute Journalismus hat einen schwereren Zugang.

00:35:25: Ich glaub da braucht's auch das Bewusstsein in der Bevölkerung dass dass es ein hohes Gut ist, verlässlich mit verlässlichen Informationen versorgt zu werden.

00:35:36: Die einem auch irgendwie noch ein bisschen eingeordnet werden.

00:35:40: und wir sind über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

00:35:43: Das ist dafür natürlich eine hervorragende Einrichtung in meinen Augen.

00:35:49: aber das führt natürlich zu der Annahme, dass man das überall kostenlos haben kann.

00:35:58: Und wenn es dann aber eben private Anbieter sind, ja.

00:36:00: Also manchmal frage ich mich auch, wenn man da auf gewissen Apps unterwegs ist oder so was dafür Werbung eingespielt.

00:36:06: Absolut!

00:36:07: Ist das ein bisschen kontaktant?

00:36:09: Ja...

00:36:10: Du hast auch schon paar mal jetzt angerissen.

00:36:12: KI ist auch ein großes Thema für euer Festival zu sagen die neue Herausforderung.

00:36:19: Ein ganzer Programmpunkt beschäftigt sich mit der Geschichtsvermittlung und historischer Forschung in der KI-Revolution.

00:36:25: Was verändert KI dann grundsätzlich für Historikerinnen und Historiker?

00:36:32: Also in ihrer eigentlichen Arbeit, wie ich gerade schon sagte, also die Quellen, die da sind und die eben durch Historikerin- und Historikabearbeit werden können und sollen.

00:36:46: Da bietet es tatsächlich auch große Chancen ja weil man nochmal ganz anders auf Quellen schauen kann oder sie auch ganz anders arbeiten kann.

00:36:56: große, große Quellenbestände können ganz anders beispielsweise sortiert durchsucht und so weiter werden.

00:37:06: Also wenn wir jetzt daran denken irgendwie die Stasiakten wurden zerschnippelt und da sitzen seit dreißig Jahren Leute dran, die zusammenpusseln oder so.

00:37:16: das könnte die KI vielleicht schneller und besser.

00:37:19: also da gibt es durchaus viele Bereiche wo es für historische Forschung auch Chancen gibt in der Bearbeitung von Quellen und in der Geschichtsvermittlung ähnlich, gibt's durchaus auch Chansen.

00:37:35: Bestimmte Dinge vielleicht auch Ansprechend dazu gestalten, interaktiver zu gestalten mit dem Zeitzeugenproblem nochmal anders umzugehen.

00:37:45: also es gibt ja beispielsweise gerade den Bereich NS und Holocaust.

00:37:49: Erinnerungen hat die Frage wie gehen wir Zeitzeugen, Gesprächen beispielsweise um oder anderen Dingen in der Zeit, in der jetzt eben die Zeitzeuge nach und nach sozusagen alle versterben.

00:38:08: Aber da ist natürlich die ganz große Herausforderung sozusagen wie setzt man KI gezielt und bewusst ein?

00:38:17: Und wie deklariert man das auch?

00:38:18: wofür?

00:38:19: ja weil man eben natürlich nicht in diesem Bereich der Geschichtsverfälschung hinein geraten kann und sich diesen Vorwurf natürlich auch unter allen Umständen nicht einhandeln darf, denn die Integrität der Wissenschaft und der Vermittlung lebt davon.

00:38:36: Auch das Quellenmaterial unbearbeitet eben auch allen zur Verfügung zu stellen beispielsweise umzusehen damit es öffentlich nachvollziehbar ist.

00:38:45: also das sind viele Herausforderungen Wo sich professionelle Historikerinnen und Historiker- und Geschichtsvermittler vor viele Fragen gestellt sehen, die wir dann auf den Veranstaltungen diskutieren.

00:39:00: Also wenn ich jetzt heute in der KI frage was ist historisch wirklich passiert?

00:39:04: Oh ja!

00:39:06: Und

00:39:07: dann gucke ich relativ schnell eine sehr überzeugende Antwort

00:39:10: Ja da ist Vorsicht geboten.

00:39:12: Ja warum sollte ich hier nicht einfach glauben?

00:39:17: Also weil die Fragestellung was ist wirklich passiert, ist schon mal... also es ist natürlich auch eine wichtige Aufgabenstellung von historischer Forschung.

00:39:24: Aber das ist aber nicht die einzige sondern es geht ja auch um Einordnung und auch Bewertungen Gewichtung und all das kann die KI in meinen Augen nicht wirklich leisten und sie ist sehr schnell dabei Dinge zu vereinfachen über einen Kampf zu scheren.

00:39:46: Also bei der Textausgabe mag es eventuell noch gehen, aber bei Bild-Ausgaben, Fotos und Videos ist es in meinen Augen wirklich kruselig.

00:39:58: Das sind wir wirklich bei Geschichtsverfälschungen und Geschichtsklitterung weil das dann eher irgendwie nach Hollywood-Animationen aussieht oder ähnlichem.

00:40:07: Was bedeutet das denn jetzt so für uns?

00:40:09: Unser Verhältnis zu historischen Quellen, also genau das ist ja der Punkt.

00:40:13: Also Text ist das eine aber Bilder und Videos die so täuschend echt aussehen.

00:40:19: Wie schwierig ist es dann auch überhaupt das zu erkennen?

00:40:23: Das ist doch nicht immer ein... Eindeutig.

00:40:25: Ja gut, ich sag mal so bei jetzt Videomaterial das uns bei dem Bau der Pyramiden zuschauen lässt da können wir uns relativ sicher sein dass es nicht authentisch

00:40:35: ist.

00:40:36: aber in der Zeitgeschichte wo es eben authentisches Material gibt dann ist es natürlich in der Tat schwieriger.

00:40:44: teilweise also ich bin da auch kein Fachmann für muss man dann müssen die Menschen die das jetzt brennt interessiert auf jeden Fall zu unseren Veranstaltungen kommen und den Fachleuten dazu zu hören.

00:40:54: Aber in meinen Augen wird es auch für Fachleute immer schwieriger zwischen Fake und Originalquelle unterscheiden zu können.

00:41:06: Man hat ja lange gesagt, da muss man eine Experte drauf gucken oder eine Expertin und die könnte dann schon sagen ob das Fake ist oder nicht?

00:41:11: Ja aber so leicht ist es glaube ich nicht mehr und würde in absehbarer Zukunft noch schwieriger werden.

00:41:19: Das heißt wir brauchen... Über kurz oder lang natürlich ein verlässliche Kennzeichnung von Material, sei es jetzt eben authentisches historisches Material.

00:41:29: Dass man sagt okay es gibt die Datenbanken Zertifizierung und so weiter... Die authentische historisches das Material kennzeichnen und alles was diese Kennzeichnungen nicht hat ist im Umkehrschluss KI generiert.

00:41:47: Das könnte ein Ansatz sein, umgekehrt natürlich auch die Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten als solche.

00:41:53: Aber das ja überall Bösewichte gibt wird sich dann nicht jeder daran halten?

00:41:58: und das gute in Anführungszeichen ist dass bei dem historischen Material nichts Neues dazukommen kann zumindest nicht wenn noch irgendwelche neuen Bestände irgendwo entdeckt werden oder so, sondern wir haben es ja.

00:42:13: Geschichte ist ein linearer Prozess.

00:42:15: Ist abgeschlossen die Dinge die hinter uns liegen, liegen hinter uns und das heißt auch dass Quellenmaterial was in der Geschichte entstanden sein kann ist endlich.

00:42:28: Das wird zumindest für die historischen Epochen des zwanzigsten Jahrhunderts kann man das glaube ich ist es überschaubar authentisches Material zu kennzeichnen.

00:42:39: Für das ein, zwei und sießte Jahrhundert wird es dann natürlich schon schwieriger.

00:42:41: Ja.

00:42:41: Ich glaube, dass wird's schon sehr, sehr schwierig da mehr Abgrenzung zu finden.

00:42:46: Aber wie gesagt, also das sage ich jetzt alles unter Vorbehalt dessen, dass sich da kein Experte fürbildet und die Leute auf dem Podium, die dazu Gast sind ist wesentlich besser einordnend als ich.

00:42:54: Genau!

00:42:54: Und an dieser Stelle die herzliche Einladung auf jeden Fall mal vorbeizuschauen.

00:43:00: Ich frage nochmal so dich als Historiker mit Geschichte und politischer Bildung.

00:43:06: Und du arbeitest ja seit vielen Jahren in der Schnittstelle von Wissenschaft und Öffentlichkeit.

00:43:13: Wie schwer ist es, den wissenschaftlichen Erkenntnissen so zu vermitteln, dass Menschen nicht das Gefühl bekommen?

00:43:19: Jetzt kommt schon wieder einer da mir erklärt was ich zu denken habe.

00:43:26: Indem man's wirklich ... Das klingt immer ein bisschen abgedroschen aber indem man dann so schön sagt Niedrigschwelle.

00:43:34: Also

00:43:34: so wie jetzt eben euer Festival?

00:43:36: Genau, genau.

00:43:37: Und eben dadurch dass wir jetzt dann... Ich hatte das ja eingangs gesagt, dass wir auch mehr und mehr dazu übergehen auch auf dem Podium selbst schon gesellschaftliche Perspektiven Medienvertreterinnen oder ähnliches dabei zu haben also schon auf der Veranstaltung selbst ein bisschen den Dialog von Wissenschaft und Gesellschaft abzubilden fällt es dann dem Publikum eben auch leichter, selbst sich in diese Dinge hineinzudenken und mit zu diskutieren.

00:44:05: Und aber auch wir haben auch Veranstaltungen die wo dann auch ausschließlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler da sitzen.

00:44:11: Dann geht's natürlich darum spannende Themen zu finden Menschen die dir auch gut rüber bringen können das ein bisschen aufzupeppen mit einem kulturellen Element also wir arbeiten jetzt beispielsweise auch mit graphic recording oder einen kleinen Theatermonolog am Anfang oder auch ein bisschen Lesung, ein bisschen Musik.

00:44:34: Oder wie auch immer was man dann so ein bisschen einstreut.

00:44:37: Das hilft in meiner Augen, also haben wir sehr gute Erfahrungen jetzt in den letzten ein zwei Jahren gemacht um das Publikum mit so eine Stimmung zu versetzen diese Dinge gut aufnehmen zu können und mitzudenken.

00:44:48: Also da geht es auch ein bissel um Festivalstimmung und Festivalflair auch.

00:44:53: War auch schon jemand dabei der euch diese Festivalstimmung und das Flair so ein bischen verderben wollte?

00:44:59: Nö, eigentlich nicht.

00:45:00: Also du meinst jetzt im Sinne von Provokation?

00:45:02: Ja

00:45:02: ja genau also ich meine im Prinzip überlege halt gerade weil so ein Festival was natürlich super renommiert ist mittlerweile ihr habt da wirklich etwas großartiges geschaffen dann findet das natürlich in gewisses Publikum was darauf anspricht.

00:45:20: und jetzt wenn wir solche Leute haben die Tatsachen und Meinungen vielleicht vermischen Die aber ein großes Bedürfnis haben, ihre Meinung kundzutun und irgendwie schon auch am gesellschaftlichen Prozess und am Leben einen Mitteil zu nehmen.

00:45:36: Die wollen gehört werden, sage ich jetzt mal so.

00:45:39: Also solche Teilnehmenden gibt es eher weniger bei euch?

00:45:42: Weil wir wollen ja auch alle

00:45:44: nehmen.

00:45:45: Ja das wollen wir auch als Festival.

00:45:49: Wo wird dann... Es ist noch nicht passiert.

00:45:51: Aber wo wird dann?

00:45:52: sicherlich auch ein bisschen ungehaltener reagieren würden wäre wenn jemand irgendwie gezielt provoziert oder da stört, oder wie auch immer irgendwelche Stör-Aktionen macht.

00:46:01: Oder keine Ahnung was.

00:46:02: ja das ist etwas wo wir sagen würden okay dass es jetzt außerhalb des gemeinsamen Gesprächs aber wenn jetzt Menschen dabei sind die sich offenkundig an der Diskussion beteiligen wollen dann vielleicht aber hier und da bis merkwürdige Ansichten haben oder ähnliches.

00:46:24: also da würden wir eher würden wir uns fast freuen, sag ich mal.

00:46:30: Weil das für uns ein Zeichen ist, dass wir das schaffen was wir eben gerne haben wollen nämlich dieses gemeinsame Gespräch über diese vielen Gräben die wir heutzutage ja haben hinweg.

00:46:42: Ja dann schauen wir mal wenn du aus diesem Wahnsinnsprogramm was ihr da habt und aus dieser Vielfalt des Programmes Eine Veranstaltung unbedingt auswählen müsstest, die du jetzt empfehlen solltest.

00:46:58: Dürft es?

00:46:59: Ja.

00:46:59: Wie wäre das?

00:47:01: Also eine

00:47:02: ganz gemeine Frage.

00:47:03: Aber ich nehme mal unsere neuste Innovation heraus im Programm weil wir dieses Jahr zum ersten Mal anbieten nämlich ein History Games Lab also auch das Stichwort möglichst niedrigschwellig ja resultiert so ein bisschen aus der Beobachtung dass Spiele, sowohl Computerspiele, digitale Spiele als auch analoge Spiele also Kartenspiele Gesellschaftspiele und ähnliches immer wichtiger in der Geschichtsvermittlung werden.

00:47:31: Und auch immer wichtiger darin sind wie Menschen Geschichte wahrnehmen und nicht nur junge Menschen sondern auch Menschen jeden Alters eigentlich.

00:47:41: In dem tragen wir Rechnung, indem wir am Festival Samstag irgendwie den ganzen Samstag im Kleinkonstraum in Monami die Gelegenheit schaffen solche Spiele auch selbst auszuprobieren.

00:47:51: Auch selbst zu Feedback zu diesen Spielen zu geben und bei Podiumsveranstaltungen auch zur Rolle von Spielen in der Geschichtsvermittlung und auch so ein bisschen fragen wie entstehen solche Spieler eigentlich?

00:48:05: Was stelle ich mir darunter vor?

00:48:08: Also wir haben jetzt dieses Jahr, weil wir das wie gesagt zum ersten Mal zusammen machen auch mit sehr guten Partnern zusammen.

00:48:14: Der Landes- und Bundeszentrale für politische Bildung in dem Spawnpoint-Institut für Medien- und Spielkultur in Erfurt die uns dabei unterstützen.

00:48:23: Haben uns erst mal auf sogenannte Series Games konzentriert also Spieler die tatsächlich auch zum Zweck der Geschichtsvermittlung produziert und aufgelegt werden.

00:48:34: Man kann natürlich auch viel über die großen populären Titel sprechen.

00:48:37: Die haben wir jetzt dieses Jahr erst mal rausgelassen, aber eben diese Spiele, die extra aufgelegt werden... Wir haben beispielsweise über Friedrich Ebert ein analoges und digitales Spiel...

00:48:48: Was sind das dann?

00:48:48: Wie Rollenspiele?

00:48:50: oder ist es so wie ein Mensch ärgert dich nicht?

00:48:51: Oder wie stellt man sich

00:48:53: dich vor?

00:48:54: Also die analogen Spiele die wir haben sind ein zwei Gesellschaftsspiele, beispielsweise eins dabei aus DDR-Zeiten, Bürokratopoli heißt das.

00:49:03: Wo man so ein bisschen... Aus dem DDR Untergrund wo man dann nachspielt wie man am besten mit Intrigen und dergleichen zum Parteisekretär wird oder eben auch Kartenspieler, die sind dann relativ beliebt, wo dann so Rollen verteilt werden.

00:49:21: Genau, also das im analogen Bereich und im digitalen Bereich sind es dann oft so ein bisschen angelegt an True Crime, Detektivgeschichten.

00:49:35: So Rollenspiele auch.

00:49:37: Also da haben wir eins, das ist sehr neu.

00:49:41: Soko-Ninzen-Sieben-Siebzig wird tatsächlich sogar erst... Anfang des neuen Jahres veröffentlicht.

00:49:48: Das ist bei uns schon spielbar, da geht es so ein bisschen um den heißen Herbst in der Bundesrepublik und RAF Terrorismus, Linksterrorismus.

00:49:56: Und dann ist man halt in so einer ermittelnden Einheit in diesem Umfeld.

00:50:00: Dann haben wir aber auch was aus dem Bereich NS-Geschichte, wo es um die Aufarbeitung von NS Geschichte nachdem nach dem Zweiten Weltkrieg geht also wo man da sogar der Nürnberger Prozesse beispielsweise die französische Anklageerhebung so ein bisschen steuert sozusagen.

00:50:18: Also die Richtung geht.

00:50:20: das klingt

00:50:20: alles sehr, sehr spannend und macht auf jeden Fall Lust da mal rein zu schnuppern.

00:50:26: Was wünschst du dir denn am Ende des Wochenendes?

00:50:30: Wie Besuche nach Hause gehen sollen die mitnehmen?

00:50:35: also sie sollen erstens ein bisschen erschöpft nachhause gehen weil so viele Sachen bei uns besucht haben und zweitens aber Das ist, glaube ich, der wichtigere Punkt als die Erschöpfung.

00:50:48: Sich inspiriert und ja auch einfach weitergebildet fühlen also sozusagen ihren Horizont im Rahmen unserer Veranstaltung an vielen Stellen, die sie interessieren irgendwie ein bisschen weiterentwickelt zu haben mit anderen Menschen ins Gespräch gekommen zu sein mit unseren Expertinnen und Experten aber auch mit anderen Gästen.

00:51:14: Dafür bieten wir auch Gelegenheit bei uns im Festivalcafé.

00:51:18: Also ein wohliges Gefühl der Erweiterung des eigenen Horizons.

00:51:26: Jetzt haben wir schon sehr viel über die Herausforderungen von Fake und Fakten gesprochen, zwar mitunter auch so ein bisschen dystopisch... Frage ich dich, was macht dir denn angesichts der aktuellen Debatte über Wahrheit Fake News KI und Demokratie Hoffnung?

00:51:46: Also wie können wir jetzt positiv hier herausgehen?

00:51:53: Ich glaube Sensibilisierung ist wichtig.

00:51:57: Was wir ja mit unserem Festival in dem Programm auch einen Beitrag dazu leisten wollen, das aber eben viele andere Akteure auch machen aufhören, so leichtgläubig in vielen Dingen zu sein.

00:52:14: Da braucht es als ersten Schritt Sensibilisierung dafür und dann im zweiten Schritt das Lernen des Umgangs mit diesen neuen Dingen.

00:52:28: Und da bleibt nur Prinzip hoffnungen!

00:52:34: Ich glaube unsere Gesellschaften sind aber stark und reflektiert genug auch um das leisten zu können.

00:52:41: Das ist gerade nicht leicht, ja?

00:52:45: Aber ich will mal sagen steht da Tropfenhöhl den Stein?

00:52:48: Ja Wir als Festival dass nur einmal im Jahr stattfindet Können da sicherlich nur einen Akzent setzen.

00:52:55: aber viele Antragteure wie grade auch die Volkshochschulen Die natürlich kontinuierlich an diesen Dingen arbeiten können Könnt dann natürlich ein viel längeren Atem haben und sollten das auch haben Weil es sich lohnt Und auch wichtig ist in meinen Augen.

00:53:11: Ganz wichtig!

00:53:12: Ja, auf jeden Fall.

00:53:13: Volkszuschule haben das jetzt auch im Dauerprogramm.

00:53:17: natürlich politische Bildung.

00:53:20: Auch Medienbildung würde

00:53:21: ich sagen.

00:53:21: Genau klingt jetzt auch so ein bisschen ja also nicht ganz so ansprechend aber tatsächlich sind das Themen mit denen sich Volkszuschuhe schon jetzt auch eine ganze Weile befassen und genau wie du sagst Medienbildung greift dann natürlich Hand in Hand.

00:53:39: Das sind Dinge, die am Prinzip das lebenslange Lernen ständig parat haben muss und brauchen wir jetzt mehr denn je.

00:53:47: Da finde ich ehrlich gesagt auch wirklich wichtig dass wir Akteure wie die Volkshochschulen haben.

00:53:51: ja weil es wird heutzutage sehr viel auf die Lehrkräfte in den Schulen im Schulsystem abgewälzt und auch viel verlangt.

00:54:00: dort ist Medienbildung natürlich auch extrem wichtig.

00:54:02: aber wie schon sagte das betrifft ja alle Altersgruppen.

00:54:05: Auch wie du vorhin gesagt hast, da ploppt was auf und man glaubt das sofort.

00:54:10: Das geht eben durch alle Altersschichten.

00:54:16: Ich würde jetzt nochmal interessieren, wenn du eine Stunde bei Kaffee und Kuchen mit irgendeiner historischen Persönlichkeit sitzen könntest?

00:54:27: Also die darf auch schon so sein!

00:54:29: Welche wäre

00:54:29: das?!

00:54:30: Oh, das ist aber noch eine gemeine Frage.

00:54:32: Darüber habe ich noch nie gedacht.

00:54:33: Ich hab' lustigerweise heute ersten KI-Generier das Video gesehen, wo Marty McFly und Doc Brown mit ihrem Delorean von zurück in die Zukunft irgendwie durch alle historischen Epochen geflogen sind.

00:54:45: Und irgendwie Martin Luther King gegrüßt haben... Ach da nehm ich den gleich mal!

00:54:52: Ja interessant!

00:54:53: Gut es ist natürlich alles schlecht mal so richtig Zeit zu fliegen.

00:54:57: Ach da oben also gibt's sicherlich einige ja?

00:55:02: Auch da eben schon genannte Friedrich Ebert wäre.

00:55:04: Interessante, ganz spannende Persönlichkeit.

00:55:09: So wir sind schon fast am Ende vom Podcast angelangt.

00:55:12: also vielen Dank erst mal für den tollen Einblick in euer Programm.

00:55:15: ich wünsche euch gutes Gelingen viele spannende Veranstaltungen.

00:55:21: wie gesagt wir verlinken alles nochmal die Show Notes und weisen dann noch einmal darauf hin Und ich hoffe, wir sehen uns natürlich vor Ort.

00:55:30: Sicherlich.

00:55:30: Dass wir dann

00:55:32: auch das Weihmacher Rondewu, dass wir uns da vor Ort sehen... Ich habe noch zwei Fragen.

00:55:38: Die erste ist welche drei Lieder beschreiben dich zurzeit am besten?

00:55:43: Ja, gleich nach der Zündlichkeit.

00:55:44: Da kommen aber viele gemeine Fragen!

00:55:48: Ich komme zur Zeit gar nicht so richtig zu Musik hören ehrlich gesagt.

00:55:50: Hörst

00:55:51: du mehr Podcasts oder Nachrichten?

00:55:53: Ich geh ins Bett.

00:55:57: Don't stop me now von Queen, würde ich mal.

00:56:02: Das autisch mich als...

00:56:05: Ich weiß gar nicht welche Gen das dann ist, aber es ist egal.

00:56:08: Das können die Zuhörerinnen und Zuhöhrer entscheiden?

00:56:12: Also Neujahrs darf man von mir gerade nicht verlangen.

00:56:15: Muss man ja auch nicht.

00:56:16: Neee.

00:56:17: Ist auch nicht

00:56:17: schlimm.

00:56:23: Wo haben wir's erst einmal dabei belassen?

00:56:24: Wir belassen's erstmal dabei!

00:56:26: Ich reich noch was nachgegeben.

00:56:29: Kommt in die Show Notes Ja.

00:56:31: jetzt dann die Frage auf die du wahrscheinlich schon vorbereitet warst?

00:56:35: Ja, ich sehe was vor mir.

00:56:36: Genau!

00:56:36: Was siehst du denn vor dir?

00:56:38: Eine knackige Knackwurst und lecker Pralinen

00:56:43: von Fiebers.

00:56:44: Von Fieber

00:56:44: natürlich.

00:56:46: Genau also wir haben die Knack Wurst gesponsort von TÜV-Liber-Apolda ja und wir haben genau wie du gesagt hast die Praline die uns immer Fiebergsweets sponsoret und du darfst sich jetzt für eins der beiden entscheiden.

00:57:00: Da wir noch einen Anschlag auf Fieber-Sweets selber vorhaben, nehme ich die Praline.

00:57:06: Dann darfst du sie mitnehmen ist der Grußbote von Herzen und ich bedanke mich bei dir recht herzlich für das spannende Interview und wünsche euch gutes Geling und viel Erfolg!

00:57:18: Vielen Dank!

00:57:20: Sie hörten Pralina

00:57:24: oder Knackwurst?

00:57:26: Mit Fanny Kratzer vom Thüringer Volkshochschulverband.

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