Bodo Ramelow - von welchen Mauern sprechen wir?

Shownotes

In dieser Folge spreche ich mit Bodo Ramelow über politische Umbrüche, persönliche Niederlagen und die Herausforderungen, die der digitale Wandel mit sich bringt. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen des Thüringer Landtags und diskutieren, wie sich Politik, Gesellschaft und Kommunikation in rasender Geschwindigkeit verändern – von TikTok bis zur KI und der Frage, wie wir mit Hass im Netz umgehen.

Bodo teilt offen, wie er mit Rückschlägen lebt, Verantwortung übernimmt und warum Authentizität wichtiger ist denn je – egal ob als Ministerpräsident, Bundestagsvize oder Teamplayer. Neben ernsten Themen gibt es auch Raum für Thüringer Spezialitäten, überraschende Erfolgsgeschichten aus dem ländlichen Raum und den Mut, neue Wege zu gehen. Ein Gespräch über Wandel, Haltung und die Kraft, sich immer wieder neu zu erfinden.

🔗 Links zur Folge:

Bodo Ramelow

https://www.bodo-ramelow.de

Thüringer Landtag

https://www.thueringer-landtag.de/

Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW)

https://buendnis-sahra-wagenknecht.de/

Die Linke

https://www.die-linke.de/

Bundestag

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Bundestagsvizepräsident

https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/vizepraesidenten

TikTok

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X (ehemals Twitter)

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Gregor Gysi

https://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_Gysi

Dietmar Bartsch

https://de.wikipedia.org/wiki/Dietmar_Bartsch

Sahra Wagenknecht

https://de.wikipedia.org/wiki/Sahra_Wagenknecht

Dr. Schär

https://www.schaer.com/de-de

Filinchen

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Landesgartenschau Thüringen

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Die neue Mauer (Buch)

https://www.chbeck.de/ramelow-kowalczuk-neue-mauer/product/36672677

Ilko-Sascha Kowalczuk

https://de.wikipedia.org/wiki/Ilko-Sascha_Kowalczuk

Internationale Bauausstellung Thüringen (IBA Thüringen)

https://www.iba-thueringen.de/

In Kooperation mit der KVHS Weimarer Land: (https://kvhs-weimarerland.de))

Die Praline 🍬 wird präsentiert von: Viba Sweets Die Knackwurst 🌭 wird gesponsert von: Thuefleiwa Apolda

Host: Fanny Kratzer 🎧 Podcast: Praline oder Knackwurst

Transkript anzeigen

00:00:02: Praline oder Knackwurst?

00:00:06: Der unterhaltsame Break führt zwischendurch.

00:00:34: Hallo und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörere zu einer neuen Folge Praline oder Knackwurst.

00:00:39: Heute sind wir im Thüringer Landtag und dürfen Budo Rammelow begrüßen!

00:00:43: Hallo und Herzlich Willkommen.

00:00:45: Ich freue mich sehr auch auf unser Wiedersehen denn es ist schon eine ganze Zeit her dass wir mal sehr intensiv über knackwürste und pralinen geredet haben und freue mich auf heute.

00:00:56: Genau, es hat sich einiges verändert.

00:00:58: Damals waren Sie Ministerpräsident.

00:01:00: auch bei mir hat sich etwas verändert.

00:01:02: ich bin ja jetzt die Verbandsdirektorin des Thüringer Volkshochschulverbandes und arbeite in Jena nicht mehr im Abholter.

00:01:08: unser letztes Gespräch war hier in Abholder in meinem Büro der Kreis Volkshochschule Weimarer Land.

00:01:15: Was hat sich denn seit unserem letzten Gespräch verändert?

00:01:18: Na einmal bin ich kein Ministerpräsident mehr.

00:01:21: da hat es eine Menge an Veränderungen gegeben.

00:01:24: Es hat eine Landtagswahl gegeben bei der meine Partei von einunddreißig Prozent auf dreizehn Prozent abgestürzt ist, bei der das Bündnis Sarah Wagenknecht der große zugewinn war.

00:01:38: Also die Stimmen, die wir verloren haben sind dann umgezogen zum Bündnissahra Wagenknächt.

00:01:44: und während wir heute sitzen habe ich heute den ganzen Tag das Drama hier im Thüringer Landtag beobachten dürfen im Nachbarbüro oder in dem Nachbarraum.

00:01:55: Nur durch eine Glastür getrennt sah ich die Krisensitzung des BSW, die sich jetzt im Kopf machen wie sie denn nun zusammenstehen oder auch nicht zusammen stehen.

00:02:06: Und ich persönlich habe einen Veränderungsprozess durchlaufen an den ich niemals gedacht hätte und wenn wir damals darüber geredet hätten, hätt' ich das in Bauschelmbogen wahrscheinlich ins Unwahrscheinliche abgetan.

00:02:22: Nämlich, ich bin zwischenzeitig zum Bundestagsvizepräsident gewählt worden.

00:02:26: Das heißt es braucht eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag – also ne, ne Entschuldigung!

00:02:33: Es braucht eine Kanzlermehrheit am Bundestag um überhaupt in die Funktion gewählt zu werden.

00:02:38: Das heisst auch ein Teil der CDU hat mich dabei schon im ersten Weihgang mitgewählt.

00:02:45: Ich bin Bundestagsabgeordneter geworden mit der Mission Silberlocke.

00:02:51: Das ist Gregor Gizzi, Dietmar Barche und ich die sich aufgemacht haben.

00:02:56: Einer Partei Die Linke, die vor eineinhalb Jahren bei drei Prozent stand Und eigentlich kurzer Vorstand aus dem Bundestag rauszufliegen.

00:03:08: Wir hatten uns überlegt wenn wir zu dritt antreten als Seniornexpress und als kompetentes Rentnerkombo dass wir damit nach außen das schaffen könnten zu sagen, okay drei Mandate werden wir kriegen.

00:03:25: Dann wird auch der bayerische Wähler die Bayerische Wählerin sich überlegen, wähle ich die oder wähle nicht?

00:03:32: Weil wenn die Stimme vergeben ist dann macht es keinen Sinn.

00:03:36: und wir wollten das Gefühl geben Es macht Sinn.

00:03:39: Und Wir sind deutlich über acht Prozent in den Deutschen Bundestag gekommen eben auch durch etwas was Ich auch nicht für möglich gehalten hätte nämlich eine Abstimmung die Friedrich Merz mit der AfD zusammenbetrieben hat, gegen Geflüchtete.

00:03:54: Und die Rede da im Bundestag von Heidi Reichineck ist dann zudem Mega-Schlager geworden in dem digitalen Orbit.

00:04:02: Das heißt viele junge Leute haben auf einmal gesehen was Heidi dort spontan und sehr deutlich geantwortet hat.

00:04:11: Und diese Kombination aus der TikTok-Welt in der Heidi sehr stark auftritt.

00:04:17: Aber sie jetzt auch, ne?

00:04:19: Ja das kann ich gleich erläutern.

00:04:21: und uns Rentnern die wir sozusagen mit der Seriosität des Alters auftreten diese Kombination ist es eigentlich die uns trägt.

00:04:29: ja und ich persönlich hätte es abgelehnt bei TikTok irgendwas zu machen.

00:04:34: Das ist eine kluge junge Frau Die bei mir im Team arbeitet verantwortungsvoll verticktokt.

00:04:44: Ich sage immer, es darf lustig sein aber nie lächerlich und sie hat die Verantwortung und sie trägt sie auch.

00:04:50: Und ich bin richtig froh damit auch eine junge Frau zu haben Die mit mir verantwortungspfoll umgeht weil das ist nicht ganz banal Das ist nicht mein medium und ich merke dass die jungen leute heute in einer anderen welt aufwachsen.

00:05:04: ich wollte da nicht mehr hin ich bin da eher oldschool hat mir viel in der digitalen Welt zwar selbst beigebracht, aber ich merke wie sehr schnell sich die Dinge jetzt verändern.

00:05:16: und man merkt aktuell wie sich durch KI die Dinge noch schneller verändern.

00:05:22: Die Möglichkeit sehr viele Dinge sich sehr schnell elektronisch aufarbeiten zu lassen mit all den möglichen Fehlern und Risiken die damit verbunden sind.

00:05:32: Aber es ist die Welt in der die jungen Leute groß werden.

00:05:36: Das ist eine Herausforderung für mich, mich da immer wieder neu hineinzudenken und das geht nur wenn ich auch ein paar Menschen habe mit denen ich dann über sowas arbeiten kann.

00:05:47: Also das verstehe ich total und kann ich da jetzt quasi dir Aussage treffen dass sich einem TikTok Star gegenüber sitze?

00:05:55: Also die Werte sind schon beeindruckend hoch.

00:05:58: Das hätte ich auch nicht für möglich gehalten, aber wenn ich mir angucke bei Insta hatte ich dann auf einmal ganz schnell die hunderttausender Grenze geknackt.

00:06:07: Bei Facebook liege ich deutlich über fünfzig tausend.

00:06:11: Bei X sage ich immer, eben als Twitter seit dem Elon Musk das gekauft hat sehe ich eben auch wie negativ sich das verändert hat.

00:06:19: Viele Leute sind mittlerweile von X runter weil sie Elon Musk nicht weiter unterstützen wollen.

00:06:25: Ich bin aber trotzdem immer noch konsequent drauf und sage so lange ich immer noch mehr Follower habe wie geblockte solange kämpfe ich noch.

00:06:33: Aber ich blocke trotzdem alles was mir da als wirklich Hass-und Hetze begegnet dem Begegnung.

00:06:41: Aber ich merke eben, diese Welt verändert sich gerade weil.

00:06:44: die Algorithmen werden mittlerweile so gesteuert dass wir angefüttert werden.

00:06:49: in Amerika läuft aktuell gerade gegen den Meta-Konzern ein Prozess.

00:06:53: der hat gestern angefangen mit der Frage ob Facebook und Meta und Insta die jungen Leute süchtig macht.

00:07:02: Und da steckt viel Wahrheit drin.

00:07:04: und Ich merke aber auch wie einen X Account von Elon Musk, also er selber mit einer Mächtigkeit in Konflikte reingeht durch Behauptungen die er einfach aufstellt.

00:07:18: Das ist schon alarmierend dass die digitale Welt zu einem neuen Machtfaktor, zu einem realen Machtfktor in der Welt geworden ist.

00:07:29: Sie hatten es jetzt schon mal angesprochen diese Hasskommentare, die sie ihnen entgegenschlagen wie Treten Sie den entgegen?

00:07:38: oder beziehungsweise wie entwickeln sie da eine Resilienz?

00:07:40: Kann man das, nimmt man was auch mit.

00:07:42: Muss man und das Problem ist also die eine Antwort ist dass ich politisch sage genau deswegen brauchen wir eine Plattformregulierung.

00:07:50: Also ich merke ja wie Europa anfängt dort Weichen zu stellen aber ich würde mir etwas mutiger die weichen noch wünschen.

00:08:00: Ich finde es auch falsch dass wir jetzt nur noch darüber diskutieren ob man Die Kinder unter vierzehn oder die Kinder unter sechzehnt daran hindert, in die digitale Welt reinzugehen als ob man die daran hindern könnte.

00:08:12: Also alle Versuche werden da schiefgehen.

00:08:15: Die Frage ist wie machen wir diese digitale welt recht sicher?

00:08:20: Dass wir Hass und Hetze wirklich auch viel früher an den Absender von Hass und Hetzel viel früher attackieren können, angreifen im Sinne.

00:08:32: Wir unterbinden es, indem man dort dafür sorgt dass kein rechtsfreier Raum ist.

00:08:38: Umgekehrt die Plattform die das alles ermöglicht und keine Instrumente schafft um sich gegen Haarsohnhetze zu wehren.

00:08:46: Diese Plattform muss man dafür eben auch in Verantwortung ziehen.

00:08:51: Von daher sind wir in einem Prozess zu lernen, dass diese sich verändernde Welt dazu führt damit umgehen muss.

00:09:00: und ich habe für mich eine Entscheidung getroffen, das ist schon länger her.

00:09:04: Wenn du den dritten oder vierten Shitstorm unfallfrei überstanden hast als ich die ersten gekriegt hab war ich froh dass meine beiden Söhne zu mir gehalten haben.

00:09:14: Die waren ja meiner Herausforderung weil die haben mir gesagt Vater das schaffst du nie bei Twitter mit so wenig Zeichen das schaffe du nicht.

00:09:23: Und dann wollte ich meinen Söhnen zeigen, dass ich es schaffte.

00:09:25: Als ich den ersten Shitstorm hatte, rief mein Sohn an und sagte, Never feed a Troll.

00:09:31: Ich wusste gar nicht was ein Troll ist, was er damit meinte.

00:09:34: Dann habe ich angefangen zu lernen!

00:09:37: Irgendwann, wenn du den dritten oder vierten in der Art die ersten tausend schrecklichen Kommentare abgefangen hast, fängst du an zu begreifen wie das mit dem Daumen ist... Löschen in die Einrichtung mit dem Daumen und dann blocken oder erst blocken, und dann löschen jedenfalls sich erwehren.

00:10:00: Und bei X mache ich das schon von Anfang an sehr konsequent.

00:10:05: Bei Meta habe ich erst anfangen müssen weil Meta die Algorithmen verändert hat.

00:10:10: Meta auch die Instrumente abgeschafft hat.

00:10:12: man ist als Trump vereidigt wurde ist auch Zuckerberg umgefallen.

00:10:19: am Ende waren sie alle dabei.

00:10:21: Alle haben mitgespielt und sie öffnen die Türen.

00:10:24: Und jetzt erzählen Sie was von der Freiheit des Redens, und meinen damit die Freiheit von sich als Unternehmen dass sie uns als Mastschweine behandeln.

00:10:36: wir sind ihre Datenmastschweiner.

00:10:38: Damit müssen wir umgehen und sagen lasst uns aufpassen das niemand in diesen Social Media zerstört wird, an Social Media sage ich dann immer.

00:10:49: Wenn Mobbing stattfindet... Ich habe jetzt von Grog die ersten Bilder gesehen wo eine Kollegin von mir als Nacktfoto gezeichnet worden ist.

00:11:00: und dann merkst du wie bitter es wird weil die Form also mein Mitarbeiter hat mit mir ein Scherz gemacht.

00:11:08: der hat eine finstere Figur des realen Lebens mit mir auf einem Bild gebracht und hat mir einfach nur gezeigt, wie es geht.

00:11:17: Und dann habe ich gedacht okay so kannst du alles erzeugen!

00:11:21: Du kannst jede Behauptung erzeugt, du kannst jede Lüge erzeugten und wenn du dir etwas mehr Mühe gibst, wird's immer perfekter und damit müssen wir umgehen.

00:11:30: das kriegen wir nicht weg gemogelt.

00:11:33: die Büchse der Pandora ist auf.

00:11:35: Es geht optisch, es geht sprachlich.

00:11:37: Der MDR hat mit mir im Landtagswahlkampf ein Test gemacht.

00:11:42: Sie hatten einen Team die mir ein Film gezeigt haben wo ich am Waldsonntagabend sage dass wir mit der AfD regieren werden.

00:11:51: Das gehört interessant!

00:11:53: Es war mein Gesicht und meine Sprache... Die Mundbewegung hat nicht ganz gestimmt also da war's noch n bisschen agelig aber hätte ich die Sprache nur als Ton gehört Hätte ich geschworen, dass ich spinn, obwohl ich solche Sätze nie sagen würde.

00:12:07: Aber ich hab sie gehört und dann merke ich wie soll denn der Bürger dann noch unterscheiden was da gerade in der Welt unterwegs ist?

00:12:14: Deswegen sage ich diese Herausforderung ist eine gesellschaftliche Herausforderung.

00:12:18: Sie ist auch eine Herausforderung für die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit.

00:12:22: Dieser digitale Orbit isst kein rechtsfreier Raum und darf es nicht sein.

00:12:27: Ich habe vor kurzem einen kompletten Account gehabt über mich also angeblich meiner, der komplett gefälscht war.

00:12:36: Und er hat Botschaften abgesendet die alle in Richtung der AfD provozierend waren also bei aller Distanz die ich zur AfD habe.

00:12:47: aber ich würde ein Konflikt nicht auf so eine schlimme Art führen wie dieser Account sie geführt hat.

00:12:54: da musste ich mir einen guten Anwalt zu Rate ziehen um systematisch gegen das Unternehmen vorzugehen bis sie dann den Account geschlossen haben.

00:13:03: Aber es ist nicht banal gewesen,

00:13:05: oder?

00:13:05: Ja sicherlich auch ein langer Weg,

00:13:07: oder?!

00:13:07: Na so lange war's dann am Ende nicht weil ich einen wirklich guten Profi an meiner Seite hatte der mir einfach geholfen hat.

00:13:12: und dann stelle ich mir jetzt mal das zwölfjährige Mädchen vor dass sich dann an seine Eltern wendet und sagt guck mal was da über mich...was ich angeblich getan hätte.

00:13:23: und er hat gesagt okay also diese Form wird uns immer mehr begleiten und wir müssen lernen zu erst mal zu hinterfragen, kann das überhaupt sein?

00:13:34: Ist das überhaupt Realität?

00:13:36: Welche Möglichkeiten habe ich durch ein oder zwei Klicks nachzuprüfen ob das was sich scheinbar zum reagieren vorgeworfen also vor hingeschmissen Kriege.

00:13:46: Ob das überhaupt so ist?

00:13:48: deswegen es ist ein Lernprozess der uns noch lange begleitet wird.

00:13:54: Ich komme noch mal kurz auf unser letztes Treffen zurück als Ministerpräsident.

00:13:59: Vermissen Sie manchmal das Ministerpräsidenten-Büro?

00:14:01: Ne!

00:14:03: Also ich habe zwei tolle Mitarbeiterinnen gehabt, das will ich einfach sagen.

00:14:07: ganz liebe Grüße falls sie es hören.

00:14:10: Es war eine tolle Zeit, ein sehr großes Vertrauensverhältnis zwischen Frau Sauer und Frau Wirth mir, aber auch meiner Frau.

00:14:21: Weil die ja sehr viel über meine Privattermine oder mein Privatleben auch mit abgedeckt haben um immer die Rückkopplung hinzukriegen wenn irgendeine Anforderung war wo ich auch mal privat agieren musste.

00:14:35: das ist ja nicht so banal dass ich so über meinen Kalender frei verfügt hätte.

00:14:40: Ist das jetzt besser?

00:14:43: Beide Mitarbeiterin haben gesagt, sie beobachten meinen Kalender und haben festgestellt es sei schlimmer geworden.

00:14:49: Weil ich muss jetzt noch die Orte wechseln zwischen Berlin und Erfurt hin- und herswitschen Und Es ist anders geworden.

00:14:59: aber auf die Frage ob ich's vermisse Nein.

00:15:02: als damals die Landtagswahl zu Ende war Als unsere Niederlage klar war als klarer wir haben keinen Regierungsauftrag habe Ich sehr sehr klar in mir diese Situation vorbereitet, damit ich nicht irgendwie ein Lochfalle oder ganz erstaunt bin.

00:15:24: Und an dem Abend zum Erstaunen von vielen Menschen gesagt, es sei ein Festtag der Demokratie.

00:15:32: Weil eine Wahl ist der Festtag die Demokratie?

00:15:35: Ob das Wahlergebnis mir gefällt oder nicht spielt dabei keine Rolle und auch der Anstieg der AfD war besorgniserregend.

00:15:43: Aber dass mehr Menschen zur Wahl gegangen sind wie all den Jahren zuvor ist ja ein Hinweis darauf, das es dann doch wahrgenommen worden ist.

00:15:51: Selbst wenn ich sagen würde, mir das Wahlergebnis nicht gefällt aber Wahlen sind dazu da, dass man wählen geht und dann beschimpfe ich niemand der Wählen geht.

00:16:03: Und dann waren Menschen erstaunt, dass sich das an dem Abend so gelassen ausgesprochen hätte.

00:16:09: Aber für mich war klar, es ist kein Wahlauftrag.

00:16:11: Wenn einer bestimmter Wert unterschritten ist – das ist aber eine lange Lebenserfahrung von mir -, dass ich mir sehr früh überlege wo der untere Wert ist, an dem ich an diesem Tag die Verantwortung übernehme.

00:16:27: An dem Tag war es so.

00:16:28: Ich habe die Verantwortung genommen und ich habe auch damit die Weichen gestellt, entwickeln kann, auch wenn das Wahlergebnis eine große Herausforderung für alle beteiligt

00:16:42: war.

00:16:45: Würde ich jetzt mit zwei Fragen anschließen erstmal?

00:16:47: Also würde ich jetzt daraus Schluss folgen.

00:16:49: Sie sind ein guter Verlierer.

00:16:52: Ich kann nur sagen man sollte sich innerlich immer überlegen wo kann ich den Pieck nach oben und wo kann nicht den pieck nach unten bewerten?

00:17:00: Und an welcher stelle kommt deine eigene Verantwortung?

00:17:03: und wenn das klar ist?

00:17:04: also Ich möchte ja kein Verlierer sein, ich möchte auch kein guter Verlierern sein.

00:17:09: Ich möchte einfach für mich klar haben dass ich eine Niederlage die ich erlebe nicht mein Leben lang mit mir rumschleppe sondern ich finde eine Niederalage ist notwendig um wieder Kraft zu sammeln um sich aufzurappeln.

00:17:24: und wir Menschen erleben alle irgendwann im Leben Niederlagen Und an Niederlag kann man stärker werden oder sich verlieren.

00:17:33: Und ich habe für mich irgendwann entschieden, Niederlagen sind für mich keine Katastrophe für mein Leben sondern eine Situation im Moment.

00:17:41: Und da mein Leben mit Niederlagern sehr geprägt war also schon mal ein schulisches Leben in meiner Legerstynie hat mich gelehrt niederlagen zu ertragen Also jedes Diktat das ich abgegeben hab endete mit einer Sex.

00:17:54: Das ist irgendwann frustrierend und meine Reaktion irgendwann darauf war Ich war der Klassenclown um mich dagegen zu wehren.

00:18:02: Gleichzeitig habe ich mich aber auch immer gemeldet, ob ich Klassensprecher werde.

00:18:05: Ich war mal beides – Klassenspreche und Klassenclown!

00:18:08: Und damit habe ich angefangen eben auch Verantwortung zu übernehmen, weil an meiner Rolle als Klassendsprecher habe ich keine Luft gelassen.

00:18:16: Das habe ich ernst genommen.

00:18:17: Aber meine Rolle als klassenclone habe ich immer als Reaktion der Abwehr gegen diese drohenden Niederlagen eingesetzt.

00:18:25: Als ich dann irgendwann als erwachsener Mensch hörte das ich Legastheniker bin war das ja für mich eine Befreiung und dann habe ich auf einmal einordnen können, dass alles das was ich da erlebt habe im Kern mich auch geprägt hat.

00:18:39: Dass sich mir heute so viel merken kann, dass ich eine Rede frei halten kann, das ich mit Sprache gut umgehen kann hängt damit zusammen, dass als Kind schwere Niederlagen erlebten habe – aber es war auch das Lehrpersonal, das nie kapiert hat was mit mir los ist.

00:18:58: und die Botschaft der Lehrerin an meine Mutter erst hochintelligent, aber stinkend faul führte leider immer zu falschen Konsequenzen.

00:19:07: Und deswegen lernen mit Niederlagen umzugehen weil Niederlagen gehören zum Leben.

00:19:12: Deswegen an dem Abend habe ich für mich die Weichen gestellt und ich hab dann auch in den darauffolgenden Wochen die Weiche gestellt.

00:19:21: da waren wir allerdings auch schon in der Bundestagswahl Also zeichnete sich ja der Prozess der Bundestagswahl schon ab.

00:19:29: Nee, jetzt rühre ich mich!

00:19:33: Da muss ich jetzt genau... Genau, da war ich noch nicht in der Bundestagswahl.

00:19:37: Dabei bin ich auch davon ausgegangen dass ich jetzt in die wohlverdiente Rente gehe.

00:19:44: Das alte hatte ich sowieso für das Enkelkind weil die Botschaft von unserer Tochter war Ich Bin Schwanger Und das hat mich fröhlich gestimmt, zu sagen ja ich will wissen wie dieses Enkelkind groß wird.

00:19:58: und dann kam es doch alles wieder ganz anders.

00:20:01: Ich nehme jetzt mal noch mit aus dieser Geschichte der Kindheit dass sie also schon früh so ein Liedertyp waren, so einen Leadership übernommen haben als Klassensprecher und als Klassenclown und sie da quasi schon ihre Qualitäten beweisen konnten und festigen konnten.

00:20:16: Das ist wahrscheinlich dann lebensbegleitend Aber

00:20:22: auch da nicht sich darauf ausruhen, sondern ausprobieren.

00:20:28: Verantwortung übernehmen.

00:20:29: Gut, aber

00:20:29: er fordert ja trotzdem auch Mut, die man

00:20:31: haben muss?

00:20:32: Weil jetzt gerade wieder im Bundesfahrtfinderlager mit fast sechstausend Fahrtfinderinnen und Fahrtfindern jeder von denen übernimmt Verantwortung.

00:20:41: Und sie lernen in dieser Form wie Sie als Fahrtfiner unterwegs sind, sie lernen Verantwortung zu übernehmen.

00:20:46: Ich habe als junger Mensch in der Wanderjugend Verbandsarbeit gemacht, Wandergruppen also Wanderjugend Gruppen begleitet, habe später Jugendarbeit für die Gewerkschaft gemacht.

00:21:01: Das ist für mich immer ein Stück weit verantwortungsübernahme in Gemeinschaft.

00:21:06: also nicht gibt mir eure Stimme.

00:21:09: ich mache das für euch nicht der nützliche Dienstleister und der umtriebige Alleskönner sondern derjenige der sagt also lass uns gemeinsam angehen.

00:21:21: Sie haben vorhin gesagt, sie vermissen das Ministerpräsidenten-Bohnig außer die ihre wertgeschätzt Mitarbeiterin.

00:21:27: Warum vermissen sie es nicht?

00:21:29: Es ist weil in Berlin jetzt einfach auch eine neue Szenerie ist und weil das Ministerpresidentenamt abgeschlossen ist...

00:21:38: Also wenn ich es begründen würde mit Berlin wäre es falsch!

00:21:43: Weil auf Berlin könnte ich verzichten Also auf mein Büro in Berlin, meine Mitarbeiter in Berlin schätze ich sehr.

00:21:48: Das ist eine tolle Truppe!

00:21:50: Ich habe dann ein tolles Team.

00:21:51: aber Berlin ist nicht mehr meine Welt.

00:21:54: also der Bundestag ist jetzt meine Welt.

00:21:56: da hab' ich auch ne verantwortungsvolle Position als Vizepräsident.

00:22:00: die nehme mich auch sehr ernst.

00:22:01: die kostet mich auch viel Zeit weil mein mein Arbeitstag mein regulärer Arbeitstag in berlin beginnt um sieben und hört in der Regel um drei zwanzig Uhr auf und solange bin ich auch in diesem Reichstag Also auch sichtbar, spürbar, fühlbar.

00:22:16: Weil ich dort von einem Termin zum nächsten gehe und meine ganze Welt dort in der Zeit abspielt – in diesen drei Sitzungstagen!

00:22:26: Und dann sind immer zwei Tage vorgelagert um das alles vorzubereiten.

00:22:31: Das ist nicht... Die Begründung, warum ich das Ministerpräsidentenbüro nicht vermisse ist nicht Berlin.

00:22:39: Sondern da wäre auch das Enkelkind schon meine positive Herausforderungen gewesen und mich auf andere Dinge zu konzentrieren, auf die ich auch mich schon innerlich vorbereitet habe.

00:22:52: Für mich ist eine Wahl immer eine Übertragung von Aufgaben auf Zeit Und damit muss man umgehen, dass man sagt eine Zeit endet auch.

00:23:02: Auch da.

00:23:03: ich habe neunundneinzig mein Wahlamt als Landesvorsitzender der Gewerkschaft HBV aufgegeben weil sich die Gewerksamkeit selber verändert hat in eine Richtung die nicht meine war und Ich wollte dagegen nicht kämpfen.

00:23:18: aber es war klar wenn ich dagegen nicht Kämpfe dann wirds passieren.

00:23:22: Wenn es mir nicht gefällt möchte ich nicht an einer Position sein die mir nicht gefällt, die mich nicht ausfüllt.

00:23:29: Und ... Aus der Perspektive habe ich damals für mich entschieden, ich suche mehr was Neues und anderes.

00:23:36: So kam die Entscheidung für die Kandidatur für den Landtag.

00:23:40: Aus der inneren Überzeugung... Bundes-Tag?

00:23:43: Nee, damals Landtag!

00:23:44: Ich hab ja im Landtag angefangen.

00:23:47: Meine innere Überzeugungen, mein Weg ist dieser Weg, den ich jetzt ... viele, viele Jahrzehnte schon.

00:23:54: Also bin ich schon zweieinhalb Jahrzehn mit unterwegs gewesen und war fast zehn Jahre lang Landesvorsitzender.

00:24:01: Arbeitsrechtlich war ich unkündbar, hab ein gutes Einkommen gehabt.

00:24:05: also es gab keinen Grund der sich aus der Position heraus ergeben hätte aber das war nicht mein Weg und dann zu sagen dann stürzt mich auf was anderes und ich versuche es auszuprobieren Und daraus ist wieder was ganz Neues entstanden, nämlich dann tatsächlich am Anfang der Landtag.

00:24:24: Das war eine erstaunliche Geschichte, weil diese Landtagswahl war eingebettet in die große Niederlage der PDS in Berlin.

00:24:30: Wir flogen das erste Mal aus dem Bundestag raus Petra Pau und Kisine Lötzsch blieben alleine als Abgeordnete Ansonsten war keine PDS mehr da.

00:24:40: Und das führte dazu dass irgendwann Lothar Bischy als damaliger Parteivorsitzende mich gebeten hat Ich möge die nächste Bundestagswahl als Wahleiter vorbereiten, war für mich völliges Neuland.

00:24:53: Ausprobieren, reingehen.

00:24:54: Daraus entstanden ist wieder was ganz anderes.

00:24:57: Nämlich auf einmal klopfte die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit WISG an und sagte wir gründen eine neue Partei!

00:25:07: Und ich sag ja aber wenn wir jetzt gegeneinander konkurrierend antreten werden wir beide nichts gewinnen.

00:25:12: Dann hatten wir Nordrhein-Westfälische Landtagswahl und es war so.

00:25:15: Die WASG hat zwar gepunktet, wir nicht ganz so gut aber für beide zusammen als trotzdem nicht gereicht.

00:25:22: daraus entstand die neue Partei DIE LINKE.

00:25:25: also da war ich auf einmal der parteibildungsbeauftragte wieder ein Materie von der ich keine Ahnung hatte wo ich mir aber Leute gesucht habe die Ahnung hatten.

00:25:33: dann hab' ich mich beraten lassen abgesagt.

00:25:35: ich will keine Fehler machen hab ziemlich einen Druck gemacht was auch nicht jeder lustig fand.

00:25:41: Da habe ich einen schlechten Ruf bei manchen Leuten gehabt, weil dann der Teamplayer war, der gesagt hat wir müssen mit dieser Parteibildung fertig sein zu einem Zeitpunkt bevor Karlsruhe über die Anfechtung der Bundestagswahl entschieden hat.

00:25:57: Deswegen ist für mich immer in so eine Aufgabe reingehen, die Aufgabe annehmen, neugierig sein und sich aber die Qualität heranzuholen.

00:26:09: Und ich habe nie behauptet, dass sich das alles konnte.

00:26:12: Sondern ich hab immer nur gesagt Ich lass mich drauf ein und dann suche ich mir Menschen.

00:26:17: Das ist das was mir schon Kraft gibt Immer in Teams auch gut arbeiten zu können.

00:26:24: Ein gutes Team um mich herumzuhaben und die menschen auch anzuregen Entscheidet es selber.

00:26:30: nehmt mich mit bei bestimmten sachen wie eben jetzt Die junge frau die die ganze digital den gesamten digitalen Auftritt macht.

00:26:37: das entscheidet sie Und sie sagt mir dann auch, was wir machen.

00:26:41: Und dasselbe ist mit meinen Büros in Weimar und in Erfurt die als lokale Kräfte sichtbar sind, die mich dann ranholen.

00:26:50: Bei ihnen liegt die Verantwortung, das meine Präsenz auch funktioniert.

00:26:55: Ich bin für Sie da wenn Sie mich

00:26:57: brauchen.".

00:26:59: Ja!

00:27:02: Das klingt sehr spannend und abwechslungsreich und immer auf... Nein nicht auf der Suche aber immer neue Herausforderungen annehmend nenn ich es mal so.

00:27:12: Ich würde noch mal, auch nochmal kurz auf unser letztes Treffen zurückkommen.

00:27:17: Und zwar saßen wir in meinem Büro damals und ich hatte eine Knackwurst und eine Praline wie das bei dem Podcast quasi so üblich ist und dass Markenzeichen des Podcasts sind.

00:27:28: Sie haben mich freundlich darauf hingewiesen, dass die Pralina, die auf einem Tisch stand nicht aus Thüringen ist und mich dazu motiviert und inspiriert doch mal zu überlegen ob ich nicht Thüringer

00:27:39: Produkte,

00:27:42: haben in höchster Qualität.

00:27:44: In dem Podcast anbiete und dafür möchte ich Ihnen an dieser Stelle meinen größten Dank aussprechen, denn das war sehr fruchtbar.

00:27:52: zum einen konnte ich tatsächlich TÜV Leiber abholen als Knackwurst Sponsor gewinnen denen es zwar jetzt nicht ganz so gut geht, aber sie sich noch über Wasser halten und mir immer...

00:28:05: Die sind jetzt im neuen Neuordnungsprozess.

00:28:07: Genau,

00:28:07: genau!

00:28:08: Und die mir also immer ganz unkompliziert die Knackwurst geben und von denen ich sie übrigens auch recht herzlich grüßen soll.

00:28:15: Und außerdem ...die Praline wird jetzt immer gesponsert von FIBA Nougat Sweets.

00:28:22: Und auch da herzliche Grüße und ein großes Dankeschön an Sie für diese Inspiration, die sie mir damals gegeben haben.

00:28:30: Die steht ja auf dem Tisch.

00:28:32: Ein kleines Präsentchen für Sie extra mitgegeben.

00:28:35: Die spannende Frage heben wir uns aber dann für den Schluss auf!

00:28:38: Aber

00:28:38: erstmal ist es ganz toll weil ich mit beiden Betrieben viel zu tun hatte.

00:28:44: Grüne Woche... Produktpräsentation oder da, wo wir unterwegs waren.

00:28:50: Landesgartenschau damals, wo Fieber einer der Hauptakteure war.

00:28:55: also es freut mich sehr ja es freute mich auch wirklich weil ich auch jetzt sofort eine Vorstellung von beiden Betrieben und den Leuten dort habe die sich wirklich darum bemühen, eine extrem gute Qualität auch abzuliefern für ihre Kunden.

00:29:11: Absolut und ich finde Thüring also braucht es sich da gar nicht verstecken sondern wir haben wirklich

00:29:16: ganz im Gegenteil

00:29:16: tolle Produkte höchste Qualität.

00:29:19: Ich war jetzt gerade wieder auf der Sommertour unterwegs einmal in Apolda bei Ostbild das ist wieder so ne Geschichte habe ich meine Bundestags Kollegen mit gehabt die's gar nicht fassen konnten weil das muss man sich immer vorstellen Ich sag das ja manchmal in Interviews.

00:29:35: Dann freuen die sich bei Ausbild immer, ich sage Thüringen hat den größten Pizza Backofen Europas.

00:29:41: Eins Komma eins Millionen Pizzen am Tag!

00:29:45: Das kann man sich doch gar nicht vorstellen.

00:29:47: Es ist doch einfach unfassbar an...das funktioniert eben nur mit einer extrem guten Qualität.

00:29:54: und genau gegenüber ist die Firma Dr.

00:29:56: Scheer, die glutenfreies Brot- und Backwarn macht.

00:30:00: Die sind mittlerweile Weltmarktführer.

00:30:02: Daneben ist Filinchen, also das Altprodukt DDR.

00:30:06: Das wieder neu platziert ist und damit wieder ein Markenprodukt im Markt sichtbar geworden

00:30:12: ist.".

00:30:12: Und dann merke ich ... Wenn ich mit Menschen rede die wissen bei Ostbild weiß niemand was sie produzieren?

00:30:19: Das ist ganz interessant.

00:30:21: wenn er dann sagt ja es von der großen Supermarktkette die Eigenmarke.

00:30:27: Dann sagen wir ach das kennen wir aber unter Ostbild versteht niemand was.

00:30:32: und ich weiß einfach weil ich kenne die firma ich kenn halt auch die eigentümer.

00:30:36: das war eine übernahme eines luxenburger, eines lichtensteiner betriebes.

00:30:42: Die familie osbit kommt aus lichtenstein die im großraum um schweiz norditalien sind die der große produkt player Und die haben damals einen Betrieb, der am Straucheln war.

00:30:55: Ein Abhälder als kleinen Betrieb übernommen und mittlerweile ist es ein Riesenbetrieb geworden.

00:31:00: Und jetzt haben sie in Gerra, in Korpusen den Betrieb übernommen, dieser Dönerrevolution, diese Döna-Kugel, die man im Supermarkt kaufen kann.

00:31:11: Die hat Ostbild jetzt übernomen um sie tatsächlich als Markenprodukt deutlich stärker noch zu platzieren.

00:31:21: Und deswegen bin ich manchmal erstaunt, wie wenig wir über unsere eigene Produktionsbasis und über die eigenen Produkte, wie wenige wir darüber wissen.

00:31:32: Weil leider auf den Packungen auch nicht drauf steht Mait in Thüringen oder hergestellt in Apolda oder hergestellt in Gerra oder her gestellt in Kala.

00:31:42: wenn ich an die größte Kicksfabrik Europas denke Oder Glasflaschen ist immer mein Beispiel dass die größte, weltgrößte Glasflaschenfabrik in Schleusingen steht.

00:31:54: Also das modernste Werk, das man sich überhaupt vorstellen kann.

00:31:58: Jeder kennt die Produkte aber fast niemand ordnet sie Thüringen zu.

00:32:03: Deswegen erzähl ich es immer.

00:32:05: Ich hau damit immer raus weil ich sage wir würden mehr an Kraft empfinden wenn wir sehen würden wie stark auch die Produktions ... Basis in Thüringen und in den mitteldeutschen Ländern, wie stark die sich entwickelt haben.

00:32:23: Absolut!

00:32:24: Und deshalb freue ich mich, dass ich im Podcast diese Produkte auch präsentieren darf und da denen auch noch meine Plattform geben kann um es zu verbreiten und Gutes in die Welt zu geben.

00:32:33: Ja Ich komme jetzt nochmal zurück zur Transformation vom Landesvater zum Bundestagsvizei.

00:32:43: Ist Berlin politisch wirklich so viel anders als Erfurt?

00:32:46: Das tickt anders.

00:32:48: Der Mechanismus ist auch ein anderer und natürlich ist der Fokus, der globale und der nationale Fokus nochmal ganz andere.

00:32:56: Also für viele außerhalb von Thüringen irgendwie das ist so ein lästiges Bundesland in dem manchmal komische Wahlen stattfinden.

00:33:05: also es ist eher so dass es als seltsam wahrgenommen wird wenn ich dann unterwegs bin in Deutschland.

00:33:13: Ich mache viele Veranstaltungen ganz Deutschland und wir dann entsprechend kommen, wenn ich sage, in Thüringen passieren vielleicht Dinge viel früher und viel intensiver wie sie woanders auch noch passieren.

00:33:24: Vielleicht sollten wir lernen damit gelassener umzugehen insgesamt.

00:33:28: Und in Berlin ist es so.

00:33:30: da haben wir den Hauptfokus auf die Bundesregierung also das Kanzleramt und den Reichstag – das ist ja alles im fußläufigen Bereich Man schaut aufeinander.

00:33:43: Aber tatsächlich habe ich manchmal das Gefühl, es ist so eine ganz große Kuppel im wahrsten Sinne des Wortes und dieser Kuppelt spielt sich alles ab.

00:33:55: Das gefällt mir an manchen Stellen einfach gar nicht weil wenn du außerhalb der Kuppeln nicht im Alltag unterwegs bist kriegst du halt gar nicht mit wie die Wirkung ist.

00:34:07: also wer Tankstellenregulation auf zwölf Uhr mittags, high noon regelt und meint das damit die Sorgen der Bürger irgendwie kleiner werden.

00:34:19: Der sollte bitte um zwölfe oder eins meiner Tankstelle sein oder um genau zwölft zugucken wenn die Dissents nach oben gehen und zwar manchmal zwanzig Cent an einem Stück wo ich dann denke wie kann man nur auf so eine Schnapsidee kommen statt die Übergewinne der Ölmultis der Energieträger die Übergewinne zu besteuern und diese Übergewinne, die man dort raus steuert in die Infrastruktur zum Beispiel der Bahnmodernisierung zu stecken.

00:34:48: Ein vernünftigen Deutschland-Tag zu entwickeln aus dem Deutschlandtakt dann das Deutschlandticket dazu packen damit wir Mobilität haben.

00:34:57: nein um zwölf Uhr wird die Tanksäule nach oben reduziert, also geregelt und dann reduziert sie sich im Laufe des Tages bis zum Abend um am nächsten Tag um zwölf Uhr wieder Heineun zu haben.

00:35:11: Und dann denkste okay zwischen zwölfen und vierzehn Uhr tanken geht gar nicht weil danach fängt es erst wieder an.

00:35:18: das ist doch absurd!

00:35:21: Das meine ich dass solche Regelungen manchmal mich nur umtreiben durch sage es gäbe doch eine einfache Lösung Es gäbe doch zu manchen Dingen einfache Zugänge.

00:35:32: Krankenkassenreform wird am Ende wieder auf dem Rücken von Patienten und vom medizinischen Fachpersonal, insbesondere den Psychotherapeuten ausgetragen.

00:35:46: aber alleine die Krankenkastenfinanzierung wäre schon stimmig wenn der Staat allein die geschuldeten Beiträge von Bürgergeldbeziehern einzahlen würde.

00:35:55: also warum zahlen die jenigen, die in der Krankenkasse alle als Mitglieder sind.

00:36:01: Warum zahlen die die Summe von Bürgergeldbeziehern, die sie gar nichts angeht?

00:36:06: Also das bleibt mir einfach ein unbegreiflicher Vorgang.

00:36:14: und wenn ich dann in Reform gehe bei denen die Bürger schon Angst vor dem Boardreform haben Weil es natürlich wäre, es notwendig Reformen einzuleiten.

00:36:24: Aber die Frage ist wohin reformiere ich?

00:36:26: Wenn nicht die sozialen Sicherungssysteme, die vor hundert Jahren notwendig waren um Menschen vor dem Absturz im Alter zu schützen.

00:36:36: Wenn ich diese Reform auf heute übertrage dann muss sich auch in die heutige Gesellschaft übertragen weil der Faktor Arbeit also Werktätigkeit Arbeiten gehen Lohnarbeit ist ein Faktor, der immer teurer wird.

00:36:52: Weil die Nebenkosten immer weiter steigen.

00:36:55: und ein Beispiel.

00:36:57: Ein mittleres Einkommen in Deutschland wird bei dreiundvierzig Prozent besteuert.

00:37:02: Ein Kapitaleinkommen in derselben Dimension wird nur bei fünfundzwanzig Prozent besteuert.

00:37:08: Ja wer schafft denn die Werte?

00:37:10: Das Kapital geht morgens nicht arbeiten!

00:37:12: Es ist schon die Arbeitnehmerin der Arbeitnehmer.

00:37:14: Da muss ich mal dafür sorgen dass sich vielleicht die Besteuerung auf Arbeit zurücknehme und die Krankenkassenbeiträge und Rentenversicherungsbeiträge auf alle Verteile, also auch auf den Vizepräsidenten der ein hohes Einkommen hat.

00:37:30: Und der gerne endlich einzahlen würde in die Renten- versicherung.

00:37:34: In der Krankenkasse bin ich geblieben mein Leben lang aus.

00:37:37: schon als Prinzip bin ich in einer gesetzlichen Krankenkassel gebliebt.

00:37:41: In der Rentenversicherung kann ich nicht bleiben, weil ich nicht einzahlen darf.

00:37:45: Also ich darf im freiwilligen Beitrag einzahlen.

00:37:47: das wäre dann aber eine Zusatzrente.

00:37:48: Ich würde gerne dass meine ganze Pension dort eingezahlt wird und der Ministerpräsident würde gerne auch eingezahlt haben.

00:37:56: Also insofern finde ich eine moderne Bürgerversicherung, jeder zahlt ein aus jeder Einkommensart die wir haben wäre eine breitere Verteilung.

00:38:05: und als religionspolitischer Sprecher meiner Fraktion zitiere ich die Bibel einer trage des anderen Lasten.

00:38:10: wer mehr tragen kann kriegt mir auf die Schultern.

00:38:13: das war jetzt die linke Ergänzung.

00:38:17: also ich verstehe so ein bisschen real Realitätsfremd, was unter der Kuppel passiert?

00:38:22: Wenn man den Bezug zur Basis nicht hat und nicht mal rausgeht aus der Koppel.

00:38:26: Wenn

00:38:26: deren Basis nur noch sie selber sind,

00:38:29: kriegt

00:38:29: man den Rest drumrum nicht mehr mit?

00:38:31: Ja absolut!

00:38:32: Und es ist schon so... Es gibt Gründe warum ich vor Nährungsweise zwanzig Jahre dem Bundestag wieder verlassen habe.

00:38:40: Ich bin ja einer der seltenen Rückkehrer also ich hab ja eine Legislatur am Bundestag absolviert und war damals stellvertretender Fraktionsvorsitzender, war so ein Stück weit die graue Eminenz in der neu entstehenden Linken.

00:38:55: Jetzt komme ich wieder, habe eine Sonderrolle als Vizepräsident, gucke da drauf und merke, dass die Gründe, die ich vor zwanzig Jahren hatte zu gehen sind immer noch da weil man zu sehr auf sich selber bezogen ist.

00:39:10: Man schaut nur wie man eine Mehrheit unter sich kriegt Und diese Mehrheit wird immer kleiner, ich will ein Beispiel sagen.

00:39:19: Carsten Schneider unser Umweltminister sagte in den letzten Tagen zu Recht wir müssen über Klimaresilienz dringend reden und eigentlich gehört das ins Grundgesetz.

00:39:33: Dazu ist eine Grundgesetzänderung notwendig.

00:39:36: die zwei Drittel Mehrheit im Grundgesetz würden man bekommen wenn man mit der Linken redet.

00:39:41: Die AfD wird niemals zustimmen, weil für die AfD gibt es gar keinen menschengemachten Klimawandel.

00:39:46: Also der Abgeordnete Girisch hat das in einer beindruckenden Rede deutlich gemacht, dass man das Sommer nennt und dass das bisschen Hitz nichts Besonderes wäre, weil die Eltern und Großeltern hätten das auch schon gehabt.

00:39:59: Und wenn du dann die Tage der Dürre nimmst als wir erlebt haben wie Thüringen sozusagen erstarrt ist vor Hitze Dann höre ich mir immer noch mal die Rede von Herrn Giersch an und lass das auf mich wirken.

00:40:11: Und merke, wie das bei mir Puls ausführlich ist.

00:40:14: Das ist Hitz!

00:40:15: Merke sie sich stets?

00:40:16: Das ist Sommer!

00:40:17: Das gibt keinen Klimawandel der von Menschen gemacht ist.

00:40:21: Da braucht man nichts Änere.

00:40:23: So... Wenn ich dann höre, Karsten Schneider sagt vernünftigerweise Wir müssen jetzt alle Kommunen Bundesländer den ganzen Staat, wir müssen alle mitnehmen.

00:40:36: Ich war die Tage gerade bei der Landesgartenschau-Online Felde, die Werbung will ich jetzt noch machen.

00:40:42: Da sehen Sie wie ein alte Brache verwandelt worden ist in eine grüne Oase, die aber jetzt schon auf Schwammstadt vorbereitet ist.

00:40:52: Das wird die neue Gartenstadt.

00:40:55: also wenn die Gartenschau zu Ende ist sind die Baugrundstücke schon verkauft und da wird es keine Trennen Trennage mehr geben, sondern das Wasser läuft über offene Flächen.

00:41:07: Die zwischen den Baugrundstücken geschaffen sind, begrünt sind und geht direkt in das Fließgewässer die Ohne rein.

00:41:15: Und davor ist noch ein großer Schilfgürtel bei dem sogar die Reinigung noch natürlich

00:41:22: geschieht.".

00:41:23: alles schon vorbereitet, dort für das wo wir mit allen Gemeinden eigentlich hin müssen.

00:41:28: Davon hat Kastenschneider geredet und sagt dafür wäre es gut wenn wer jetzt die Grundgesetzänderung angeht.

00:41:34: Und dann antwortet die CDU CSU schon nö ach wissen wir nicht machen wir nicht brauchen wir nicht weil sie mit uns nicht reden wollen.

00:41:44: dabei ist die Frage stimmt Die Linke zu kann ich jetzt schon sagen klar stimmen wir zu Wenn dass das Thema wäre und wenn wir so nicht miteinander reden dann verstehe ich es nicht.

00:41:54: Und wir sitzen ja jetzt und nehmen den Podcast gerade im Thüringer Landtag auf, wenn wir im Thüringer Landtag in den fünf Jahren wo ich Ministerpräsident war und keine Mehrheit hatte, wenn ich da nicht mit der CDU geredet hätte wie hätten wir denn zu Landeshaushalten kommen sollen?

00:42:11: Wie hättet ihr als Volkshochschulen abgesichert sein sollen?

00:42:13: Wir hätten die Kommunen abgesichern sollen.

00:42:16: deswegen haben wir immer in der Zeit auch mit der CDU und auch mit der FDP geredet.

00:42:21: Auch wenn Herr Kämmerich das nie lustig fand, aber es gab eben auch ein paar FDP-Landtagsabgeordnete die großartige Fachpolitiker waren, die sich dann von ihrem jeweiligen Fach, ihrem jeweilligen Metier haben leiten lassen.

00:42:36: also deswegen bin ich manchmal irritiert wie in Berlin dann so getan wird als ob man mit der Linken überhaupt nicht reden könnte.

00:42:46: Wohl wissen, dass man uns braucht wenn es die Zwei Drittel Mehrheit braucht.

00:42:51: Und aus dieser Perspektive bleibe ich wieder Realpolitiker und sage Wenn die CDU mit ihrer West deutschen Sicht.

00:43:00: Das ist eine sehr westdeutsche Sicht, die sehr aus dem Antikommunismus gespeist ist wenn sie aus dieser Perspektive einfach immer diese Gleichsetzung macht.

00:43:08: Die Brandmauer geht gegen die AfD und gegen DIE LINKE und wenn Sie mit den Linken redet dann müssten sie auch mit der AfD koalitionsfähig sein.

00:43:16: also wer das so sagt?

00:43:18: Der macht damit Folgendes!

00:43:20: Der verharmlost damit die AfD.

00:43:25: Denn tatsächlich in Thüringen haben wir fünf Jahre unter meiner Führung auch mit Hilfe der CDU-Gesetze gestaltet.

00:43:32: Jetzt aktuell hat die Brombeere mit vierundvierzig Stimmen im Thüringer Landtag auch keine Mehrheit.

00:43:38: Sie sind auch darauf angewiesen, inhaltlich mit der Linken zu reden und in Sachsen regiert der Ministerpräsident ohne eine Mehrheit!

00:43:47: Und auch dort gibt es die Gespräche mit der linken.

00:43:49: Und dann so zu tun als gäbst du das alles gar nicht?

00:43:53: Das verwundert mich manchmal.

00:43:54: Ja, verwundert ich auch.

00:43:56: Auch nochmal jetzt mit Blick auf Sachsen-Anhalt... wo man sich ja auch quasi immer noch erwährt, die Linke irgendwie ins Auge zu fassen.

00:44:07: Sag ich mal, habe ich Sorgen wie es dann gehen soll?

00:44:10: Aber das

00:44:11: werden wir im September

00:44:12: sehen.

00:44:13: Genau!

00:44:13: Wir kämpfen jedenfalls... Also ich bin auch permanent in Sachsen-Anhalt in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin in den Wahlkämpfen aktuell mit der Silberlocken-Prigade im Einsatz.

00:44:24: Die Rentner haben sich aufgemacht als Kampfgerilla Als Rentnerbrigade sich einzubringen und als wir in Eisleben waren, war der Marktplatz voll.

00:44:35: Also die Silberlocken auf einmal sichtbar zu malen.

00:44:39: In Greifswald war der große Dom bis auf den letzten Platz gefüllt.

00:44:46: Und dann merke ich ... Wir sind ein Markenzeichen!

00:44:50: Man nennt uns in den Zeitungen dort jeweils Ben, der Politik.

00:44:55: Also und hinterher gibt es dann auch jede Menge Fanartikel und Unterschriften und haste nicht gesehen.

00:45:01: Und er sagt ja gut wenn das der Fall ist dass wir uns so auch zeigen können aber gleichzeitig über Inhalte mit den Gästen reden und die Gäste dann sagen Ja das war vernünftig was sie gesagt haben.

00:45:15: Das ist so das Stück wo ich sage Wir sollten nicht einfach schon die Flint ins Korn werfen und sagen, die Wahl ist schon gelaufen.

00:45:22: Die Wahl ist noch lange nicht

00:45:23: gelaufen.".

00:45:25: Ja... Das ist jetzt ein guter Übergang!

00:45:29: Weil neben mir liegt das Buch «Die neue Mauer».

00:45:33: Und jetzt schiebe ich mal einen Volks-Socialwerbeblock ein.

00:45:36: Am siebzehnten September haben wir zusammen eine Veranstaltung im Küffhorsterkreis in Sondershausen mit der Dottig ansässigen Volkshochschule und werden uns vor allem auch über das Buch unterhalten.

00:45:51: Ich schiebe jetzt mal die Frage vor, die ich hatte – ich habe ein Zitat gelesen – Sie sagen, mich haben viele Menschen gewählt, die niemals meiner Partei ihre Stimme geben würden weil sie mich und meine Arbeit als Demokrat respektieren.

00:46:06: Jetzt knüpft es so ein bisschen an was Sie gesagt haben, die dann Leute mit denen Sie im Gespräch sind hinterher sagt Mensch Ich gehe da total mit.

00:46:15: Wie gehen Sie mit dieser Diskrepanz um, diese Jahr eigentlich nun schon jahrzehntelang begleitet?

00:46:20: Dass die Leute sagen Rameloyal Partei Nein.

00:46:24: Es ist aber ein Lebenselexier das mir nicht atypisch erscheint weil zu früheren Zeiten hat man sowas über Norbert Blüm gesagt Das war der Herz Jesus Maxist.

00:46:38: Später hat man das über den alten Geißler gesagt, also der Geißlar als junger Politiker und als Generalsekretär der CDU war gegenüber allen was links völlig aggro dagegen.

00:46:51: Und in seinem Alter wurde er immer radikaler, also immer linksradikaler.

00:46:56: Wo ich dann manchmal dachte der überholt mich ja jetzt auch nochmal links außen wo ich gedacht habe interessant Da ging es um Gerechtigkeitsfragen da geht's um Kapitalkapitalbewirtschaftung Herausforderungen des Globus.

00:47:08: und deswegen sage ich diese Geschichte der ist okay aber erst in einer falschen Partei.

00:47:13: Das kennen wir in allen Parteien und wenn man genauer drauf guckt Es sind immer Typen.

00:47:20: Person Rita Süßmuth ist so eine Typin.

00:47:23: Also wenn ich die klonen könnte, würde ich mir jetzt gerne als Bundespräsidenten wünschen.

00:47:28: So ne Person wie Rita Süssmuth, die mit einer Einbindung, einer Rückbindung in ein konservative Partei einen progressiven Blick auf gesellschaftliche Veränderungen hat das heißt mit Verantwortung rangehen aber klar sehen wo Defizite sind.

00:47:44: also die Parité war ihr ihr Herzensangelegenheit, dass Frauen so wenig in den Parlamenten vertreten sind.

00:47:51: Also Frauen waren recht vor über hundert Jahren in die Weimarer Rechtsverfassung reingeschrieben.

00:47:56: Alles schön und gut wenn am Ende nur noch der Mechanismus von Chauvinismus- und Männlichkeitswahn und ich weiß nicht was in Parteien dazu führt das die die dicksten Ellenbogen haben da ankommen Frauen auch dazu neigen, immer zurückhalten zu sein.

00:48:14: Wo Männer erst mal ziemlich großmäulig sind.

00:48:18: Das führt in der Parteienlandschaft dazu, dass eine Disparität da ist.

00:48:23: Da hat Rita Süßmuth den Finger in die Wunde gelegt.

00:48:26: Mit der Linken haben wir es in unserer Satzung verankert.

00:48:31: Also der Mechanismus kann bei uns gar nicht einsetzen.

00:48:34: Als ich Spitzenkandidat wurde war der Preis dafür, dass die nächsten zwei Plätze hinterher weiblich sein müssen Und zwar nur weibliche Kandidatinnen.

00:48:43: Also keine gemischte Liste, nicht dass man da so Halbkompromisse macht.

00:48:48: Das war ganz klar.

00:48:49: wenn auf der eins eine Frau ist es beginnt frau dann geht's fraum an fraume.

00:48:53: also frau gemischt frau Gemischt weil die frau auf dem gemischten Platz auch kandidieren kann.

00:48:59: das ist unsere Regelung und ich fand es immer ganz spannend mit Rita Süßmuth solche Diskussionen zu führen.

00:49:06: und da sage ich das sind so Typen Das meine ich, die sind in sich authentisch.

00:49:12: Und ich glaube wir verlieren Ansehen in der Politik und im politischen Raum wenn die Ausstrahlung nur noch künstlich ist.

00:49:22: Wenn die digitale Darstellung nur noch so gesteuert wird dass sie scheinbar dem Mainstream oder den Erwartungen entspricht dann merke ich, dass dabei das Ansehen von Menschen einfach Schaden nimmt.

00:49:42: Deswegen mich zu verticktotten ohne dass ich spinn würde nicht funktionieren.

00:49:47: Es würde ein falsches Bild erzeugen.

00:49:50: Kann man eine Zeit lang machen?

00:49:51: Man kann auch den drei D-Avatar in Zukunft durch die digitale Welt laufen lassen.

00:49:59: Aber Sie können ja mal mit drei D Automaten telefonieren!

00:50:03: Das ist wenn es denn darum geht... dass sie eine Serviceleistung, also Taxi bestängen.

00:50:08: In Erfurt ist zum Beispiel KI generiert.

00:50:11: Da haben Sie so ne Stimme, da Sie aber nur ein Auto wollen das Sie von A nach B bringt und Sie nur angeben wo Sie sind wer Sie sind und wie Sie dahin kommen Das kann diese Maschine alles erledigen.

00:50:22: Da wird es aber keine Empathie geben.

00:50:24: oder wenn die Empathiekommt ist sie künstlich.

00:50:28: Und ich habe ein bisschen Sorge in der Gesellschaft Wenn die einzige Person mit der Menschen, die einsam sind zu Hause reden nur noch Alexa ist.

00:50:37: Dann wird es schräg in der Gesellschaft.

00:50:40: Also braucht man da Politik auch mehr Typen?

00:50:43: Mit Ecken und Kanten... Ich

00:50:44: glaube im ganzen Leben brauchen wir Menschen mit Ecken oder Kanten.

00:50:48: Und die Menschen sind doch so!

00:50:49: Es gibt diese und jene.

00:50:50: Es gibt sie, die gerne in einer zweiten Reihe einfach hinterher dappeln aber ihre Leistung bringen und es gibt welche, die können auch ein Stück weit treiben.

00:51:02: Also wir sind zum Glück alle verschieden.

00:51:05: Und in der Verschiedenheit aber uns wieder zu spüren, das wird mein neues Buch.

00:51:11: Wir reden dann über die neue Mauer.

00:51:13: da geht es mir um die Mauer auch um die Mauern zwischen den Generationen.

00:51:17: Es ist nicht nur die Mauern Ost-West, über die wir auch reden und Transformation Ost-West, sondern wir reden auch tatsächlich über die generationelle Mauer.

00:51:27: wie wachsen die jungen Leute jetzt auf?

00:51:30: In welcher Welt sind die unterwegs?

00:51:33: Wie sehr ist das kompatibel mit der Welt, die ich noch kenne.

00:51:36: Und die jungen Leute ... Den kann ich nicht vorhalten, dass sie meine Welt nicht kennen und ich muss mir denen nicht Vorhaltung machen, dass Sie so sein sollen wie ich gewesen wäre.

00:51:48: Das wär einfach großer Quatsch!

00:51:50: Deswegen war Gegenstand des Buches Die Neue Mauer sehr scharfen Analytiker und Historiker Ilko Sascha Kowalschuk, der nun eigentlich meine Partei gar nicht leiden kann.

00:52:05: Aber eine unglaubliche Bereicherung in der scharven Betrachtung ist!

00:52:10: Und ich liebe es klare Gespräche zu führen – also auch harte Gespräche – Ich liebe es, ich schätze es ungemein weil daran reibst du dich um aus der Reibung heraus wieder einen gemeinsamen Blick zu haben.

00:52:24: Er hat ein Stück bei mir gelernt und ich habe eine ganze Menge bei ihm gelernt.

00:52:28: Und ich glaube, das ist auch der Mehrwert, der sich aus dem Buch ergibt.

00:52:31: Genau!

00:52:31: Man kann das zwischendurch immer mal erkennen, dass es da doch unterschiedliche Meinungen gibt die sehr klar kommuniziert werden.

00:52:39: Das war nämlich die Frage warum gerade mit Öko Sascha Kowalczuk?

00:52:43: aber Sie haben sein Prinzip jetzt erklärt?

00:52:44: Ja, ich habe nur zugesagt.

00:52:46: also die Idee kam vom Verlag.

00:52:49: Der Verlag sprach ihn als Autoress der Stammautor Und sie haben ihn vorgeschlagen, ob er nicht mal so ein Gesprächsband führen will.

00:53:02: und sehr beck war ganz begeistert.

00:53:05: Als ich die Anfrage kriegte, ob ich mir vorstellen könnte mit Sascha Kowalschuk in den Dialog zu gehen habe ich gesagt das mache ich mit großer Freude weil ich kenne viele seiner Texte Und ich merke, an welchen Stellen ich mich selber an ihm gerieben habe und wann es mir auch wehgetan hat.

00:53:24: Es war spannend zu spüren dass dieses Wehtun zumindest zum Nachdenken geführt hat.

00:53:29: Das war nicht einfach nur beleidigt sein weil's mir wehtut sondern warum tut's mehr weh?

00:53:34: Und dann zu durchdringen das dahinter noch ein ganz anderer Kern steckt!

00:53:38: Das war für mich ganz spannend.

00:53:40: deswegen war ich von Anfang an total neugierig.

00:53:42: Wir haben angefangen da war ich noch Ministerpräsident da war noch nicht klar, dass die Landtagswahl so ausgehen wird wie sie ausgeht.

00:53:50: Da waren überhaupt nicht klar das es eine Bundestagswahl gibt.

00:53:53: also als wir das Buch gestartet haben von der Bundestagswahlen nicht mal was zu ahnen.

00:53:58: und das ergibt sich dann alles durch den Band weil das ja über eine längere Zeit diese Gesprächsabfolge ist wo wir gegenüber Gegenstand der Zeit Vergangenheit aber auch Zukunft reden.

00:54:11: und am Kern sind wir uns in einem Punkt total einig Demokratie-Rechtsstaatlichkeit geht nur mit Freiheit.

00:54:19: Und Freiheit und Demokratie und Rechtsstaatigkeit bedingen sich gegenseitig, deswegen braucht es auch Instrumente wie Gewaltenteilung und ähnliches.

00:54:30: Da ist er von so tiefst überzeugt.

00:54:33: Deswegen bleibt das für mich eine Bereicherung.

00:54:37: So treten wir in Lesungen gemeinsam auf Menschen zu ermutigen.

00:54:42: Dann kommt das neue Buch.

00:54:44: nicht den Glauben verlieren.

00:54:46: Das wird am ersten Zehnten vom Bene-Verlag vorgestellt und da geht es dann tatsächlich um Räume, wo sind die Räime, wo wir Menschen uns treffen?

00:54:58: Weil wir haben den Dorfladen verloren, wir haben die Dorfkneipe verloren, Wir haben gesellschaftliche Räumen verloren!

00:55:04: Wir verlieren auch Funktionen.

00:55:06: also je mehr digital ersetzt wird desto weniger Notwendigkeit besteht, also Stichwort Home Office, desto weniger Notwendigkeit besteht sich miteinander zu besprechen.

00:55:20: Sich zusehen oder auch mal aneinander zu reiben.

00:55:23: Auch mal zu sagen du kannst die Kaffeetasse sauber machen oder irgendwie sowas.

00:55:28: Also das Treffen in der Kaffee-Küche für Mitarbeiter ist ein Teil von notwendiger Betriebskommunikation.

00:55:38: Und gesellschaftlich verlieren wir ganz viel, auch da an die Stelle tritt keine Partei.

00:55:45: also selbst wenn meine eigene Partei von sechzigtausend auf hundertzwanzigtausends sich verdoppelt hat mehr als verdoppelten haben alle Parteien in Summe so viele Menschen verloren dass die Rückbindung an das gestalterische Element Parlament dass über Parteiendemokratie getragen ist, hat einfach zu viel Vitalität verloren.

00:56:07: Und darüber bin ich mit meiner Partnerin dort Nina Brunettaro im Gespräch.

00:56:15: was heißt das?

00:56:16: Wie fordert uns das?

00:56:17: und was ist die Konstante in unserem Leben?

00:56:19: nämlich tatsächlich unser Glauben und über diesen Glauben zu reden, aber nicht einfach nur als Monstranz durch die Kirche zu tragen.

00:56:29: Sondern wenn die Kirsche keine Kirchgänger mehr hat!

00:56:34: Was machen wir mit dem Raum?

00:56:35: Man kann diese Kirche auch verändern, man kann diesen Raum auch füllen.

00:56:39: In Ellrich ist sie gefüllt worden als Netzwerkkirche da wird sie im Sommer ausgeräumt und es Ballsaal.

00:56:44: in Greitz ist die zur Kulturkirche geworden, in Mühlausen ist die Jugendkirsche geworden.

00:56:50: auf einmal werden diese Räume genutzt.

00:56:53: in dieser Kulturkirch in Greiz sitzt dann die VHS-Mahlgruppe Dann sitzt die Yoga Gruppe, dann kommt irgendjemand mit Musik und andere wieder mit Tanz, ab und zu auch Veranstaltungen mit Sprache.

00:57:06: Also mit Themen!

00:57:08: Und dann denke ich ja diesen leeren Raum zu füllen und sich zu überlegen wie geht das?

00:57:15: Für mich ganz überraschend war jetzt auf Sommertour in einem Club, in dem Techno gelebt wird die Muna in Bad Klosterlauschnitz Und alle, mit denen ich später gesprochen habe.

00:57:31: Die jungen Leute wussten alle mir die Munna ist.

00:57:33: Ich war völlig von den Socken.

00:57:35: Das sind sechstausend Quadratmeter Fläche ehemalige militärische Liegenschaften.

00:57:42: Die Jungen haben dreieinundzig ihren Raum gesucht wo sie Party machen können und haben den Hausmeister gekannt.

00:57:48: Der hat sie reingelassen und dann haben sie irgendwann angefangen das zu mieten.

00:57:52: Dann haben sie einen Verein gegründet und mittlerweile haben es gekauft.

00:57:56: Und jetzt ist es ein Techno-Club der besonderen Qualität, weil das ist ja schon die dritte Generation.

00:58:04: Der den Verein weiter betreibt und das ist jetzt der gestandene Architekt, der gestorbene Bauingenieur, der Schreiner, der weiß ich nicht, Klemmtner und alle zusammenbauen da!

00:58:15: Die haben Werkstätten darin, die haben ihren Technorraum, ihre Chillout Area... Jetzt haben sie noch ganz viele Schaukeln daraus hin gemacht und machen zum Beispiel zum Weltkindertag ein riesiges Kinderfest.

00:58:28: Und sind immer dann, wenn nicht gerade ihre Technopathies sind ist auch gleichzeitig irgendwie im Laufe der Zeit großes Kinderfest generationsfest und ähnliches.

00:58:39: alles junge Leute die sich selber ermächtigt haben.

00:58:42: Die haben keinen.

00:58:44: Da ist kein Bürgermeister gekommen und hat gesagt, das machen wir.

00:58:47: Das ist kein Kommunalbetrieb!

00:58:49: Da ist auch kein Land gekommen.

00:58:51: und er hat gesagt dass machen wir.

00:58:52: Und dann habe ich nachgehakt, da haben sie gesagt, na ja, vor der Gelde haben wir keine genommen.

00:58:56: Wir lassen uns von jemandem was sagen, das Geld verdienen wir selber Und so gestalten Sie auch Ihre Preise.

00:59:02: Da müssen Sie manchmal mit dem Finanzamt streiten, dass Sie die Preise nicht ganz hochmachen Weil Sie sagen wie?

00:59:08: Sie wollen auch, dass die jungen Leute das noch bezahlen können.

00:59:11: Aber was Sie verdienen, stecken sie alles in Ihr eigenes Gelände.

00:59:16: Und auch am Wochenende fährt der Pendelbus von dem Bahnhof Hermsdorf zu Ihnen auf's Muna-Gelände damit Sie den jungen Leuten anbieten können lasst eure Autos zu Hause oder lasst Eure Muppets zu Hause.

00:59:29: Ich denke gerade für Thüringen, was Sie jetzt ansprechen diese Räume die im ländlichen Raum und vor allem auch dieses das Wegfallen von so vielen sozialen Begegnungsstätten.

00:59:43: Das ist eine Herausforderung, die man ins Auge sehen muss und sich auch annehmen muss.

00:59:51: Es ist schön zu hören dass es solche Projekte gibt was sie jetzt gerade vorgestellt haben und gleichzeitig Ein kleines Plädoyer für die Volkshochschulen, die auch erkannt haben den ländlichen Raum gut zu bespielen.

01:00:04: Das gelingt ganz gut weil es eine Novellierung des Erwachsenenbildungsgesetzes gab und Volkshochschulen Gelder haben um beispielsweise politische Bildung aber auch Begegnungen in der Fläche zu ermöglichen.

01:00:16: Und dann sind solche Beispiele wie sie genannt haben also Kirchen auch mal neu zu denken andere Räume neu zu Denken zusammen zusammenzudenken.

01:00:25: Also ein ganz tolle Möglichkeit die relativ niedrigschwellig funktionieren, aber Schlüssel und das haben sie auch gerade genannt ist im Prinzip die Selbstwirksamkeit der Menschen.

01:00:35: Und dadurch auch die Selbstermächtigung das zu tun.

01:00:38: also für mich wäre ganz wichtig dass Volkshochschulen diesen Auftrag Menschen zu befähigen ins Tunen zu kommen es für mich die der oberste Auftrag den Volkshochen haben ist der Bildungsauftrag und natürlich damit verbunden auch der gesellschaftliche Auftrag darauf folgen, die Ermächtigung ins Tun zu kommen.

01:00:59: Egal ob Fördergelder oder ohne Förder Gelder.

01:01:02: Das was Sie beschreiben ist der springende Punkt.

01:01:05: Dass die Zielstellung sein muss wie kriegen wir Menschen dazu dass sie sich finden und aus dem Sichfinden heraus aufmachen und sagen Wir nehmen Dinge selbst in die Hand Und die Befähigung dazu Die Begleitung dazu?

01:01:21: Deswegen sage ich am Ende wenn der Raum gefüllt wird Das kann eine leere Fabrikhalle sein.

01:01:28: Ich bin jetzt gerade in Blankenstein gewesen, das ist die ehemalige Deutsche Grenze, Höllenthal-Bahnert, Jubiläum gehabt und dann sind wir Feldbahn gefahren nach Blankenberg rüber und da komme ich in eine Fabrikahle rein.

01:01:43: Da steht eine Papiermaschine Die vor über hundert Jahren so wie sie da steht In dieser Halle.

01:01:50: Eine Riesenmaschine also Wir reden von einem riesen Gebäude.

01:01:54: Die stand vor über hundert Jahren im deutschen Pavillon in Paris auf der Welterstellung.

01:01:59: Und die hat danach, ist dort aufgebaut worden und hat dann nach über hundert Jahre produziert.

01:02:05: Die hat noch bis in die neunziger Jahre reinproduziert.

01:02:08: Diese Anlage sieht so großartig aus!

01:02:10: Es ist eine Location wo ich sage... Das ist im Moment so ein Lost Place.

01:02:16: Aber sie ist nicht zerstört, sondern sie ist erhalten.

01:02:19: Da haben sich Ehrenamtliche darum gekümmert weil der letzte Betriebsleiter dessen Herzblut dabei draufgegangen hat als er gesehen hat dass das Ding für einen Markt weggegeben worden ist und der, der es hatte, kaputt gemacht hat, vermüllen lassen.

01:02:33: Und irgendwann hat er dann tatsächlich es geschafft den Bürgermeister zu überreden Sie übernehmen das und haben mit lauter ehrenamtlicher Kraft Das ganze, die ganze Halle alles wieder in einen Zustand versetzt.

01:02:45: Dass du sagst so und jetzt wäre es der Ort um da drin Party zu feiern oder zu feieren oder zur Veranstaltung zu machen.

01:02:53: So wie die Völklinger Hütte im Saarland ein Ort der Begegnung geworden ist.

01:02:58: das ist eine Industrie.

01:03:01: Ein Industriedenkmal der besonderen Art und davon haben wir die Zuckerfabrik in Nordhöringen und

01:03:09: unseren geliebten Eiermann-Bau.

01:03:11: Der Eiermanbau war mein Favourite, also ich meine ... Ich hab darum gekämpft mit Benni Hoff zusammen dass wir dem Eierbahnbau wirklich eine Perspektive gegeben haben und sagen das ist eigentlich das Labor der Zukunft!

01:03:29: Und die IBA da drin hat großartige für die Hörerinnen und Hörern die internationale Bauausstellung ein Projekt das über zehn Jahre lang dort an diesen Themen gearbeitet hat, über die wir gerade reden.

01:03:41: Leere Räume – wie füllen wir sie?

01:03:44: Und die Lehrgutagenten der IBA, also die sind losgezogen und haben leere Dinger gesehen und haben gesagt, dass ist gut!

01:03:51: Und daraus entstand der Lehr-Gutagente.

01:03:55: Die habe ich dann auch getroffen als ich in Ellrich war und damals an der Kirche Sankt Johannes noch nicht dran waren.

01:04:02: Jetzt sind die Türme dran weil die Bürger gekämpft haben Und die Kirche selber hat sich als Netzwerk-Kirche völlig neu aufgemacht.

01:04:10: Am Rennsteig haben wir die ersten Kirchen, in denen man übernachten kann eine Idee aus der Ibar entstanden ist.

01:04:18: Deswegen sage ich es so Es lohnt sich genauer hin zu gucken wie viel Vielfalt wir in diesem Land haben und es lohnt sie aufs Dorf zu gehen und im Dorf Zu Gucken was es eigentlich heißt was da isst.

01:04:31: Wir reden uns die Dörfer manchmal leider so schlecht.

01:04:35: Dabei ist so was wie das Dorfteater in Zoppotten.

01:04:40: Das muss man mal erlebt haben, dass es alles selbst gemacht von den Leuten selbst gemacht.

01:04:45: und wenn der Ministerpräsident mit zwei dicken schwarzen Autos vorfährt weil er am Theaterstück teilhaben wollte sollte dann kommt auf einmal im Theaterstuck vor dass zwei dicke schwarze Limousinen vor der Tür stehen und der Ministerpräsident da wäre.

01:05:01: Und dann kann ich lachen oder gehe ich irgendwann die Tage später zum Metzger einkaufen, und die Dame hinter der Theke sagt, wie hat Ihnen unser Theaterstück gefallen?

01:05:09: Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, das die dort mitgespielt hat!

01:05:12: Ja es sind alles klein und die kümmern sich darum selber.

01:05:17: Mein absoluter Highlight ist immer Stelzenfestspiele bei Reut.

01:05:23: Frau Merkel ist immer nach Bayreuth gefahren, aber meinte dann Wagner.

01:05:29: Ich bin auch immer nach bayreuth gefahren, aber nach Stelzen und stelsen ein kleines Dorf im Sperrgebiet zwischen Thüringen, Sachsen und Bayern der letzte Zipfel und das Nachbardorf heißt Reut auf der sächsischen Seite.

01:05:44: deswegen sind dass die Stelzenfestspiele Bayreut also Bayreud.

01:05:50: Es ist so witzig, weil eine Landmaschinen-Symphonie mit einer Gülleorgel und einer Melkmaschinen Symphonie.

01:05:59: Das ist doch so irre!

01:06:01: Und dann siehst du da auf einmal wie Laien und Profis zusammen eine Kulturscheune füllen – eine Selbstermächtigung die bei uns stattgefunden hat.

01:06:12: Da gibt es einen ursprünglichen Künstler Henry Schneider, der das begonnen hat.

01:06:18: Weil er sozusagen vom Gewandhausorchester der Profimusiker ist.

01:06:24: Der ist in Stelzen geboren.

01:06:25: Er hat alle angesteckt und alle machen mit bis heute.

01:06:29: Und da fahren Tausende von Menschen hin wenn es losgeht und die Stelzenfestspiele wieder angeboten sind.

01:06:36: Alle sind dabei und haben ihre Freude.

01:06:38: Das ist für mich Selbstermächtigung in der besten Form.

01:06:42: auf

01:06:42: jeden Fall Ich schlag noch mal die Brücke.

01:06:45: kommt zum Buch, will aber gar nicht weiter eingehen aufs Buch weil wir ja den siebzehnten neunten haben.

01:06:50: Wo wollt ihr nochmal vertiefend drüber sprechen?

01:06:52: Könnt es sich erinnern an den Satz denen Sie beide am längsten diskutiert haben?

01:07:00: Spontan würde ich jetzt nicht.

01:07:03: fällt mir nichts dazu ein?

01:07:04: Gut dann besprechen wir das nochmal am zebzehnten neunte.

01:07:08: Das ist ein Geheimnis!

01:07:09: Das muss ich mir da normalen gucken damit ich vorbereitet bin.

01:07:12: Weil wir sind so oft mittlerweile auf Lesungen zusammen unterwegs gewesen, dass wir über ganz viele Sätze ganz häufig sprechen.

01:07:20: Deswegen

01:07:21: müsste ich nicht auf was Sie jetzt ansprechen...

01:07:23: Bei dem Entstehungsprozess im Buch gab es da irgendein Thema vielleicht?

01:07:27: Was besonders Konträer diskutiert wurde aus Ihrer Sicht?

01:07:32: Nee!

01:07:33: Auch nicht.

01:07:34: Nicht im Sinne von Konträern sondern das war ja klar.

01:07:37: wenn er auf DDR guckt, guckt der völlig anders wie ich.

01:07:41: Aber bei mir ist es so, ich bin Westdeutscher.

01:07:43: Ich habe zwar ein paar Tage in der DDR gelebt – das war sozusagen nach der Grenzöffnung – bis zur Währungsunion über die Währungsunion und dann bis zum Tag der Deutschen Einheit.

01:07:55: Da hab' ich schon in Erfurt gelebt aber ich bin immer der Privilegierte gewesen.

01:07:59: Das heißt, ich hab nie erlebt was es heißt schikaniert zu werden.

01:08:03: Das muss ich mir alles erzählen lassen.

01:08:06: bekennender Christ schlecht behandelt zu werden, warum viele damals die später ihren Weg in Theologie gegangen sind.

01:08:16: Warum die über die Volkshochschulen der DDR gegangen sind also weil sie über die Abendschule ihren Weg machen mussten?

01:08:23: Weil Sie über die reguläre Schule nicht durften?

01:08:26: und all diese Sachen.

01:08:27: das ist da Dinge die kann ich mir immer nur erklären lassen.

01:08:31: aber was es heißt Ich habe das mal erlebt in Prag Was es heißt, wenn du als Westdeutscher mit Westgeld da sitzt und der andere nebendran mit dir der Ergelt winkt.

01:08:43: Wer bedient wird?

01:08:45: Und dieselbe Frage was ist ein Forumschreck und wie funktioniert er?

01:08:50: Das sind alles Dinge die habe ich mir erklären lassen müssen.

01:08:53: Was ist der Genex-Katalog gewesen?

01:08:57: Alles Dinge hab' ich alle versucht begreiflich zu machen, aber ich habe sie nie gespürt.

01:09:05: Und da ist Elko natürlich ganz anders unterwegs weil der hat ja die ganzen Diskriminierung.

01:09:09: er wollte erst offizier werden kommt aus einer stramm kommunistischen Familie ist ganz stramm erzogen worden und ist dann sozusagen von dem fahrt abgekommen.

01:09:23: und die verwerfung in der familie die das alles ausgelöst hat

01:09:27: Ich kam nicht zum Beispiel, ich hab immer noch den Geruch vom Intershop im Kopf.

01:09:31: Also irgendwie verrückt ne?

01:09:33: Wenn ich mit Menschen in Thüringen rede über Schloss Reinhardsbrunn weil viele sprechen mich an und sagen ah sie waren das Sie haben Reinhard Brunner sei ich näher Christine Lieberknecht hat erst angefangen.

01:09:43: Ich habe das nur zu Ende geführt.

01:09:45: was sie schon begonnen hat Das ist schon unser Gemeinschaftswerk.

01:09:48: Und dann kommen viele Hier geborene und sagen ja, aber der Intershop in Schloss Reinhardsbrunnen.

01:09:54: Hab ich gehört interessant über was die Assoziationsketten sind?

01:09:58: Bei mir ist Reinhard Brunn das Interhotel, indem ich die ganzen Verhandlungen mit der REWE geführt habe als REWE in Neudietendorf neu gebaut hat.

01:10:06: Als REWE dann viele HO-Läden übernommen haben.

01:10:09: Ich hab dreitausend Arbeitsrechtsverhältnisse im Schloss Rheinardsbrunn per Handschlag mit dem REWE Personalchef damals geregelt Weil die Treuern verboten hat, dass wir eine Vereinbarung machen.

01:10:22: Und dann hat der Personalchef gesagt ... Wir sind Kaufmänner!

01:10:26: Wir geben uns die Hand und ich sage Ihnen zu wenn irgendwas nicht eingehalten wird können wir das jederzeit vor dem Arbeitsgericht ausstreiten.

01:10:37: Am Ende von den dreitausend Arbeitsrechtsverhältnissen waren alles HO-Läden, die alle rüber sind.

01:10:43: damals zur Rewe.

01:10:45: Damals noch Rewe Hungen die dann in Neudittendorf neu gebaut haben.

01:10:50: Und das verbinde ich wieder mit Reinhardsbrunnen, also eine Verabredung, die am Ende tatsächlich getragen hat, weil alle Menschen, die so von ihrem HO-Betrieb in die Rewe übergegangen sind, sind so übergegangene als wenn sie von Anfang an immer schon bei Rewe gearbeitet hätten.

01:11:10: Das heißt, Sie sind mit allen Rechen und Pflichten neuen Betrieb übergegangen, weil das war für mich die Mindestbedingung.

01:11:17: Weil ich immer gesagt habe diese Form der Diskriminierung der DDR-Bürger will ich nicht akzeptieren?

01:11:26: Ja!

01:11:28: Ich komme nochmal über den Geruch, weil ich sitze hier so direkt vor der Knackwurst.

01:11:32: und wir kommen jetzt zur wichtigsten Frage des Podcasts.

01:11:37: also Wir haben die knackwusst von TÜV Leiber.

01:11:40: Wir haben den Grußboten von FIBA suites.

01:11:43: Die frage an sie wofür entscheiden Sie sich

01:11:46: Heute tatsächlich?

01:11:47: für die Knackwurst.

01:11:49: Ausnahmsweise muss ich das wirklich mal sagen, weil dieser Geruch ist schon die ganze Zeit so

01:11:54: verführerisch

01:11:55: und die Fieber ist wunderbar verpackt sieht wunderbar aus.

01:12:00: von Herzen steht drauf.

01:12:02: Die Herzen lachen mich auch an aber es ist nichts zu riechen Und die knackwurst riecht verführersch.

01:12:09: Alles klar, dann dürfen Sie die Nacher gerne mitnehmen.

01:12:12: Ich bedanke mich an der Stelle für das tolle Gespräch mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und wir sehen uns am siebzehnten neunten in Sondershausen!

01:12:19: Genau ich bin gespannt auf den längst debattierten Satz im Buch Die neue Mauer von Liko Sascha Kowalschuk und mir wie das aufgelösen wird.

01:12:29: Das nehmen wir mit.

01:12:30: auf jeden Fall vielen Dank!

01:12:31: Gerne!

01:12:38: mit Fanny Kratzer vom Thüringer Volkshochschulverband.

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