Kultur auf dem Land mit Iris Geisler
Shownotes
Mit "Praline oder Knackwurst" lockt Fanny Kratzer interessante Gäste vor das Mikrophon, die gesellschaftlich, politisch oder kulturell. Die wichtigste aller Fragen - Praline oder Knackwurst? Wird hier natürlich geklärt.
Wie entsteht Kultur dort, wo andere vor allem Ruhe vermuten? Iris Geisler zeigt, dass große Ideen keinen großen Konzertsaal brauchen. Aus einem Vierseitenhof in Kleinschwabhausen ist mit Ottilies Ort ein Kulturraum entstanden, der Menschen zusammenbringt – mit Literatur, Musik, Theater und echten Begegnungen. Wir sprechen über den Mut, während der Corona-Pandemie etwas Neues zu beginnen, über die Kraft des Ehrenamts und darüber, warum Kultur auf dem Land oft näher am Menschen ist als anderswo. Eine Folge über Leidenschaft, Gemeinschaft und die Überzeugung, dass Kultur dort lebendig wird, wo Menschen sie gemeinsam gestalten.
🔗 Links zur Folge:
Hier gibt es Tickets für Ottilies Ort!
Und hier noch der Reminder für Lyrk über Land:19.11.2026 in Vollradisroda
Informationen zu Iris Geisler und ihren Projekten findest du hier
in Kooperation mit der KVHS Weimarer Land: (https://kvhs-weimarerland.de))
Die Praline 🍬 wird präsentiert von: Viba Sweets Die Knackwurst 🌭 wird gesponsert von: Thuefleiwa Apolda
✨ Host: Fanny Kratzer 🎧 Podcast: Praline oder Knackwurst
Transkript anzeigen
00:00:02: Praline oder Knackwurst?
00:00:06: Der unterhaltsame Break führt zwischendurch.
00:00:34: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Praline oder Knackwurst.
00:00:38: Heute sind wir auf dem Land, es geht nämlich um Kultur auf den Land.
00:00:41: Und ich begrüße unseren Gast Iris Geißler!
00:00:44: Hallo Iris!
00:00:45: Hallo vielen Dank für die schöne Begrüßung.
00:00:47: Ja, ich danke erst mal für die Einladung und wer dich noch nicht kennt der soll dich jetzt mal kennenlernen.
00:00:54: Meine Frage wäre wie würdest du dich denn beschreiben?
00:00:58: Ja, also mein Name ist Iris Kerstin Geisler.
00:01:00: Ich habe Literatur und Bibliothekswesen studiert und lange im universitären Bereich gearbeitet eben im Biblioteksbereich und hab dann schon nebenbei angefangen Literatur zu machen.
00:01:11: Hab Literatur im Flur gegründet ein literarisches Format das es bis heute gibt in jener dass sich etabliert hat Und irgendwann mündete das dann direkt in meine Freiberuflichkeit.
00:01:25: Also ich habe lauter Literatur gegründet, ein kleines Kulturunternehmen und in dem betreue ich verschiedene Formate – literarische Formate oder eben auch das Veranstaltungsformat Utilius Ort dass hier in Kleinschaphausen stattfindet.
00:01:44: Was überrascht den Menschen am meisten an dir?
00:01:48: Wenn Sie dich noch nicht kennen und dann...
00:01:51: Ja, was überrascht eigentlich oft?
00:01:54: Überrascht sie meine Vielseitigkeit.
00:01:56: Das fällt mir tatsächlich auf.
00:01:58: also ja das hängt vielleicht auch schon mit meiner Zeit an der Universität zusammen dass ich in verschiedenen Bereichen gearbeitet habe lange im sprachlichen Bereich dann in der Archäologie griechisch- und lateinbereich.
00:02:15: Und trotzdem hat sich eigentlich die Liebe zur Literatur bei mir nie verschwunden, die ist eigentlich immer geblieben und jetzt kann ich der noch ganz anders nachgeben also indem mich direkt damit wieder beschäftigen kann arbeitsmäßig was in meinem Job oft eigentlich dann gar nicht so möglich war.
00:02:40: bis jetzt dein ganzes Leben lang begleitet auf unterschiedliche Weise, in der Bibliothek und über deine Freiberuflichkeit.
00:02:48: Erzähl doch noch mal ein bisschen mehr über dieses Format lauter Literatur also was das alles beinhaltet bevor wir dann zu Utilius Ort kommen?
00:02:57: Ja gerne!
00:02:58: Also laute Literatur wie gesagt ist eine Zusammenführung aus verschiedenen literarischen Projekten.
00:03:04: da gehört diese Literatur im Flur dazu in Jena mit vier Veranstaltungen pro Jahr die das Format hat.
00:03:12: Drei Frauen stellen ein Buch vor, momentan sind es zwei Frauen und ein Abend davon ist immer der Lyric gewidmet.
00:03:21: Lyric im Floor meistens im November und wir sind in der Galerie Huber & Treff an der Schillerkirche in Jena Und ich erarbeitet das Format schon lange mit Christine Themel und mit Christine Hansmann aus Weimar.
00:03:35: Christine Theamel ist die langjährige Leiterin des Schillerhauses in Jena, und ist sehr kulturpolitisch immer unterwegs gewesen auch literarisch mit vielen Vorträgen.
00:03:49: Mit den Musikerinnen um Ilga herzog – das sind ja hauptsächlichen MusikerInnen, mit denen wir zusammen sind aber Es gibt als ein Querflütistin, Ilga.
00:03:59: Und es gibt natürlich auch anderen Musiker die wir einladen und mit denen wir dann sozusagen diese Literatur unterstützen.
00:04:09: also ist wirklich ein literarisch-musikalisches Formal weil das oft ganz notwendig ist dass man wenn man etwas vorgelesen bekommt diese intellektuelle Ebene verlässt und sich dann nochmal zurückklingen kann und vielleicht etwas reflektieren kann.
00:04:25: oder Ja, so.
00:04:27: Und dann vielleicht noch ein bisschen emotionaler durch Musik?
00:04:31: Wie kam es überhaupt zu der Idee drei Frauenstellen-Einbuch vor?
00:04:35: Das hing damit zusammen, dass ich eine sehr große Wohnung hatte in Jena und ganz besonders einen riesengroßen Flur, da war es thirty-sech Quadratmeter oder vierzig Quadratmetern.
00:04:44: Es passten fünfunddreißig Leute rein!
00:04:46: Vielleicht war er auch forty-fünf Quadraten, weiß ich nicht mehr genau.
00:04:49: Jedenfalls passten da viele Leute rein.
00:04:53: Da hab ich gleich am Anfang gedacht, oh ist so ein großer Floh.
00:04:56: Da müsste man eigentlich was draus machen.
00:04:57: Der erinnerte mich immer irgendwie an den Saal und es hat auch gar nicht lange gedauert.
00:05:02: Ich hatte damals eine schöne Freundschaft mit Helga Shaya der Schauspielerin vom Weimarer Nationaltheater die aber leider nicht mehr lebt Und mit Helge Shaya habe ich das Format eigentlich begründet Auch mit Christine Thiemel Die beide sehr aufgeschlossen waren dafür einfach diesen Raum da zu erfüllen mit etwas Schönen, mit Kultur.
00:05:26: Seit wann gibt's das?
00:05:27: Das
00:05:27: ist zwarteuzehntausendzwölf gegründet worden.
00:05:31: Schon eine Weile!
00:05:32: Ja ja, hat sich schon etabliert.
00:05:35: Sehr.
00:05:37: Und es
00:05:37: klingt sehr interessant.
00:05:38: und als ich diese Wohnung verlassen habe noch dazu zur Literatur im Flur.
00:05:43: dann komme ich noch zum anderen literarischen Projekt.
00:05:45: Als ich diese Wohnung verließ, hatte meine nächste Wohnung einen Flur von sieben Quadratmetern.
00:05:51: Das hieß, wir mussten sofort einen neuen Raum finden und in jener gibt es wirklich viele Räume.
00:05:56: Leider sind die alle, die wir gesucht haben oder besucht haben, atmosphärisch haben die nichts hergegeben so dass wir dann glücklicherweise diese Galerie gefunden haben und bei den Galaristen Thorsten Treff und Armin Huber Da auch ein ganz offenes Ohr gefunden haben, weil die eben gerne wollten dass wir so einen Zusammenspiel von den Künsten machen.
00:06:17: Einmal das Bild wenn sie neue Ausstellungen haben da machen wir meistens deine Literatur im Flur sodass die Bilder neu vorgestellt werden.
00:06:25: Wir kommen mit dem Wort und der Sprache Und die Musik Mit dem Ton und dass es alles so zusammenwirkt.
00:06:33: Also da haben wir uns getroffen und da sind wir bis heute.
00:06:36: Das war Wir haben auch die Corona-Zeit zusammen überstanden, was wahnsinnig schwierig war.
00:06:43: Weil die Leute ja nicht mehr ausgegangen sind und Angst hatten aufgrund der Pandemiebestimmungen und wir eine Zeit lang auch nicht veranstalten konnten nur in den Pandemipausen.
00:06:52: Das war also sehr schwierig und wir dachten unser Format stirbt aber das war dann nicht so.
00:06:57: Es hat überlebt Gott sei Dank und es gab mehr Bolsura als vorher.
00:07:00: Ja ich wollte grad fragen wie das danach
00:07:03: war?
00:07:04: Wunderbar für uns zu erleben und die Galerie ist meistens voll, wenn wir dort etwas machen jetzt seit den letzten Jahren schon.
00:07:12: Und es gibt auch noch etwas anderes was ich mit Christine Hansmann gegründet habe und mit der Unterstützung des Lesezeichen EVS Jena.
00:07:21: Und zwar ist das das Poesiefestival Vollradis Roda Lyrik über Land.
00:07:26: Das wird im diesem September in die dritte Auflage gehen.
00:07:34: Dichter und Dichterin ein.
00:07:36: Und auch junge Dichtinnen, die dann mit den erfahrenen Poeten zu Workshops machen können.
00:07:45: In diesem Jahr wird es allerdings nicht so sein aber die beiden anderen Male hatten wir dieses Format mit dem Workshop und wir hatten eine internationale Beteiligung.
00:07:52: das war sehr schön.
00:07:54: Ich wollte grad fragen wo kommen denn die Dichte und Dichte her?
00:07:57: Ja wir hatten Silvia Rosa Schlettacher aus Österreich Sonst sind die schon eigentlich aus Deutschland gewesen.
00:08:06: Auch die Musiker, da arbeiten wir mit sehr hochkarätigen Musikern zusammen und bekommen eine Förderung von der Thüringer Staatskanzlei.
00:08:14: also das macht der Ralf Schönfelder, der Geschäftsführer vom Lesezeichen EV Jena zusammen mit Romina Nikolicz und wir sind sozusagen der Organisationsstab Christina Hansmann und ich.
00:08:28: Die Andernmale war es zwei Tage und dieses Mal wird es einen Tag sein, am neunzehnten November zwutausendsechsundzwanzig.
00:08:35: Ein Samstag.
00:08:36: In Vollradisroda?
00:08:37: – In Vollradesroda in diesem sehr schönen Waldgasthof zu den Firlinden, wo dann auch beste kulinarische Versorgung gewährleistet
00:08:46: ist.
00:08:46: Türingisch!
00:08:47: Ja,
00:08:47: türinglich ganz genau.
00:08:49: Also wir setzen das auf jeden Fall in die Show-Notes.
00:08:51: wer das nochmal nachlesen möchte schaut in den Show-Nots nach und da findet ihr das.
00:08:56: Iris jetzt guck mal mal zum... Kern, deshalb war eigentlich hier Sinn.
00:09:01: Also wir sind ja auf dem Dorf in Kleinschaphausen und ich bin da an einem ganz besonderen Ort mit ganz besonderem Charme nämlich Othiliusort.
00:09:10: Und da möchte ich gerne nochmal ein bisschen tiefer einsteigen und mit dir darüber reden.
00:09:16: Wie hat denn hier alles angefangen?
00:09:18: Ja das hat also so angefangen dass diese Corona-Zeit die hatte ja irgendwie nicht auf.
00:09:23: man dachte immer Jetzt muss doch mal die Pandemie zu Ende gehen und sie ging immer nicht zu Ende.
00:09:28: Und in dieser Zeit bin ich schon in die Freiberuflichkeit gegangen, konnte aber nicht arbeiten.
00:09:33: Das war ja ein Kulturelle.
00:09:34: Es
00:09:35: war auch eine Zeit der Unsicherheit, ne?
00:09:37: Sehr
00:09:37: große Unsicherkeit!
00:09:38: Aber ich bin in dieserzeit tatsächlich in die freiberuflichkeit gegangen...
00:09:41: Du verrücktes Hund!
00:09:44: Ich hatte immer die Hoffnung dass das nochmal anders wird ist auch so geworden.
00:09:48: Und da in unserer Familie mehrere Künstler sind, haben wir mal zusammengesessen und haben gesagt, wir müssen doch einfach mal was machen.
00:09:56: Wir können das hier doch nicht einfach so geschehen lassen und wir machen nichts!
00:09:59: Wir können es doch jetzt mal einfach hier versuchen... In dem Hof.
00:10:02: der Hof ist da.
00:10:04: Mal sehen ob jemand kommt.
00:10:05: Wir probieren das einfach mal aus.
00:10:07: Und das war ... ... und es war ein Experiment.
00:10:11: Es war wirklich ein reines Experiment mit zwei Veranstaltungen.
00:10:15: Da kam der Schauspieler Thomas Bading, mein Schwager mit zwei Schauspielerinnen.
00:10:20: Also eines auch noch Musikerin und sie haben eine Shakespeare-Lesung gemacht.
00:10:27: Und es kam noch Luise Wolfram, meine Tochter die auch eine Lesung gemacht hat mit einem mexikanischen Pianisten zusammen Ivan Hernandez, der gerade nach Jena gekommen war aus Mexiko, den hatten wir dann hier Und wir waren so überrascht, wie viele Leute gekommen waren.
00:10:43: Wir haben die ganze Zeit noch Stühle irgendwo hertragen müssen, dass wir noch Stülle bekamen und noch mehr Stühlen, und es war also ein wilder Anfang sozusagen...
00:10:53: Wie stellen sich denn unsere Zuhörerin und Zuhöre jetzt diesen Hof vor?
00:10:58: Ja!
00:10:59: Also der Hof ist prinzipiell nicht groß.
00:11:01: Es ist ein vierseitenhof.
00:11:03: man hat eine Hofeinfahrt und dann gibt es drei Scheunen, die den Hof einrahmen sozusagen.
00:11:09: Und dann ist noch das Wohnhaus an der vierten Seite und dadurch hat man eigentlich einen sehr kleinen, relativ geschlossenen Ort.
00:11:17: Der gewisse Intimität ausstrahlt und dadurch eben auch eine Ruhe hat und dazu einlädt auch zuzuhören und dem zufolgen was auf der Bühne geschieht.
00:11:29: ja
00:11:31: also Du sagst dem zufolgen, was auf der Bühne geschieht.
00:11:35: Das heißt es gibt eine Bühnen?
00:11:37: Die gab's schon in zwanzig.
00:11:38: Da haben wir wirklich den Zimmermann von Großrapphausen beauftragt ob er uns nicht eine Bähne machen könnte.
00:11:43: Der hat sich so gefreut.
00:11:45: Thomas Schohler
00:11:46: Grüße gehen raus.
00:11:49: Er hat also eine Böhne gebaut.
00:11:51: Wunderschön.
00:11:52: mit der arbeiten wir bis heute.
00:11:53: die bauen wir auf und bauen wir ab damit.
00:11:55: sie ist ein Holzbühne damit die nicht über einen Winter leidet.
00:12:00: Und ja, da haben wir dann im nächsten Jahr ... Das hat uns so viel Mut gemacht, dass wir gesagt haben, na gut.
00:12:09: Dann machen wir einfach mal ein richtiges Programm.
00:12:11: Mal sehen ob jemand kommt.
00:12:12: Also mal sehen wer kommt und wie das anzieht.
00:12:15: Und dann sind wir gleich mit acht Veranstaltungen gestartet.
00:12:18: Okay
00:12:18: jetzt erklär doch mal was bedeutet?
00:12:20: Wir machen mal ein richtiges Programm weil das klingt so!
00:12:22: Das ist so'n Satz den sagt man so schnell.
00:12:24: aber selber wissen genau was hinter so einer Organisation von Veranstaltungen steckt, ist das natürlich mehr als nur so ein Satz.
00:12:32: Wir machen jetzt was
00:12:33: Richtiges.
00:12:35: Beschreib mal was euch da... Also
00:12:36: wir haben uns schwebte sofort vor Theater und natürlich meinerseits dann Lesungen Literatur und natürlich Musik.
00:12:45: also das schwebt uns auch allen vor.
00:12:46: Wir hätten gerne noch den Ausstellungsbereich auch noch irgendwie hier.
00:12:51: Aber so jetzt sind wir im Moment noch nicht gekommen.
00:12:54: Es wäre auch schön, aber das ist nicht.
00:12:56: Wir haben sozusagen drei Spaten Musik, Wort und Theater.
00:13:00: Und ja... Sogar hatten wir, um zwei Konzerte am Sonntag Nachmittag zu veranstalten.
00:13:11: Und anschließend unter den Kastanien, da ist der Plan vor dem Haus, Platz mit den Kastenien, haben wir ein zweimal französisches Café angeboten weil eine Freundin von mir französische Kuchen backen konnte.
00:13:25: Und die hat das wirklich in ihrer Freizeit gestemmt, Kuchen zu backen und wir konnten die Konzerteilnehmern nachher ins Café entführen.
00:13:34: Es war auch beide mal ein gutes Wetter!
00:13:35: Wir hatten Glück und es waren sehr schöne Sonntag-Nachmittage, die einen ganz wunderbaren Resonanz hervorgerufen haben.
00:13:42: Natürlich mussten sich jetzt ganz klar Mitstreiter finden, diese Idee unterstützen, die das gut finden.
00:13:50: Und da war ich schon mit einem Musiker aus unserem Dorf länger zugange, als ich auch noch nicht hier wohnte.
00:13:58: Der also auch Interesse hatte ein Kulturprojekt aus der Taufe zu heben und da haben wir schon andere Formate erwogen vor Corona.
00:14:07: Der Musiker ist der Peter Donnblut ist dann aber so in unseren Hof letztendlich gemündet und irgendwo auch in unserer Familie.
00:14:17: Aber wir haben sofort eigentlich ganz wunderbare Menschen getroffen, die sich erwärmen konnten für diese Idee und die gesagt haben ja das machen wir.
00:14:27: Wir fangen jetzt einfach mal mit an.
00:14:29: Mal sehen was draus wird.
00:14:30: vielleicht wird es ja etwas also könnte ja etwas werden.
00:14:33: Und das war wirklich die Zeit des harten Anfangs Das muss man einfach sagen.
00:14:38: Es gab noch nicht so viele gute Stühle, wir mussten Stühlen mieten und später habe ich dann angefangen die ganzen Stühler über eBay zusammen zu kaufen.
00:14:48: Das wäre auch eine Förderung möglich gewesen aber Förderungen dauern lange und das war alles zumständlich.
00:14:54: also da war ich selber schneller dabei die zu beschaffen Und mit diesen Mitarbeiter stammen der sich damals gebildet hat Sind wir tatsächlich bis heute zusammen?
00:15:06: Ich kann das kaum glauben.
00:15:07: Das ist mit ganz stabile Zusammenarbeit geworden, drei Frauen verkaufen die Getränke und kümmern sich um die Bar ein Mann macht die Technik.
00:15:17: dann gibt es wieder Männer, die kümmeren sich um Stuhlaufstellung und sind auch die Ordner am Abend.
00:15:23: Dann gibt's eine Frau, die macht immer sauber und kümmert sich darum dass alles gut aussieht Und dann haben wir einen Kassentheem Die also auch ganz wunderbar verantwortungsvoll diesen schwierigen und wirklich zum teil aufreibenden Kassenjob haben, denn es ist nicht immer nur einfach, Katten zu verkaufen.
00:15:41: Und es ist auch gar nicht einfach wenn es vielleicht keine Karten mehr gibt, dann wird's besonders schwierig.
00:15:47: Das heißt dass ihr so gut nachgefragt seid das die Kappen dann schon ausverkauft sind?
00:15:55: Also das ist so gegangen.
00:15:57: wir Arbeiten sehr an Presse und Werbung, also im Wesentlichen ich.
00:16:01: Und meine Tochter hat sich alles so entwickelt dass ich mit meiner Tochter ganz viele Dinge mache zum Beispiel das künstlerische Programm die Künstlergewinnung.
00:16:11: auch wer wann kommt und wie wird es mit den Abläufen gestalten Das haben wir auch erst lernen müssen.
00:16:18: In den drei und zwanzig war das etwas zu kurz geschnitten, das hat dann mit dem Besuchern nachgelassen weil so wenig Zeit dazwischen war.
00:16:25: Jetzt haben wir einen Zeitraum von fünf Wochen.
00:16:28: also die letzte Juli-Woche bis zur letzten Augustwoche liegt zwar in den Ferien aber da wir eine Sommerkulturreihe sind sind wir auf das Wetter angewiesen ist nur möglich in dieser Zeit genau nicht den ganzen Sommer blockieren.
00:16:40: Also wir haben es ausgedehnt.
00:16:45: Mein Tochter ist eben Luise Wolfram und mit ihr mache ich diese programmatische Gestaltung, alles was damit zusammenhängt.
00:16:52: Und natürlich besprechen wir uns immer im Team auch, uns Gevorschläge aus den eigenen Reihen und ja wie wir etwas machen oder wie wir auch was besser machen.
00:17:02: das geht natürlich schon die ganze Zeit so dass wir versuchen das Format bestmöglich zu entwickeln und es hat sich tatsächlich mehr und mehr etabliert.
00:17:12: Und im Jahr zwei tausendfünfundzwanzig sind wir das erste mal in der Situation gewesen, dass wir dreimal ausverkauft waren.
00:17:20: Das gab's vorher gar nicht.
00:17:22: die Kappen Verkäufe laufen seit zwothausendvierundzwannzig dann professionell über den Ticket Shop Thüringen und da hat man denn immer eine Liste, die man bekommt als Anstalter.
00:17:35: Wie weit der Vorvorkauf ist und das ist sehr gut.
00:17:40: Das ist ja wichtig.
00:17:41: aber trotzdem gibt es eben plötzliche Entwicklungen, die niemand voraussehen kann.
00:17:45: Und so war das dann im letzten Jahr bei der ersten Theatervorstellung.
00:17:49: Da kamen an die Abendkasse so viele Menschen, dass wir überhaupt nicht wussten was los ist.
00:17:54: Also oft ist es so Der Ticket Shop verkauft relativ weit aus Nicht unbedingt ganz.
00:17:59: Wir haben immer noch Karten an der Abendkasse gehabt Aber an dem Abend gab es eine unendliche Nachfrage, dass wir dann Leute wegschicken mussten.
00:18:10: Das war das erste Mal und das ist wirklich nicht lustig.
00:18:13: also wir müssen das oder versuchen das in diesem Jahr besser Hand zu haben.
00:18:20: Das ist natürlich insgesamt eine sehr schöne Situation wenn auch ausverkauft ist.
00:18:25: aber für uns, für das Team und die mich als Veranstalterinnen kommen natürlich ganz andere Ja, vor allem die Herausforderung
00:18:35: auf mich zu.
00:18:36: Also das ist ein Wachsen also das Ganze.
00:18:40: Man muss da ja in dem Moment entwickelt sich ja einen Unmut und dann muss man irgendwie damit umgehen und eine Lösung finden aber wahrscheinlich findet man jetzt keine, die alle Parteien zufriedenstellt in den Moment.
00:18:56: Wenn man jemand wegstecken muss kann man denen nicht zufriedenschneiden.
00:19:02: Wie viel Kapazität an Sitzplätzen gibt es denn mittlerweile?
00:19:05: Also
00:19:06: an zusammengesammelten und gekauften Stühlen.
00:19:09: Ja, also ich würde sagen, so davon gehen wir dieses Jahr aus bis höchstens hundertneunzig.
00:19:15: So ist der Plan.
00:19:18: Alles andere ist zuviel und überfordert den ganzen Hof.
00:19:22: das ist zu viel.
00:19:24: Der ist eh nicht groß.
00:19:25: Man kann sich die meisten glauben gar nicht dass da viele Menschen kommen.
00:19:28: Das stimmt!
00:19:31: für uns selbst überraschend ist, dass da doch so eine Anzahl an Stühlen gestellt werden kann.
00:19:37: Und dann dieses Planungsteam?
00:19:39: Das sind so ungefähr so zehn Leute, wenn ich jetzt mitbeziehe.
00:19:42: Also das Mitarbeiterteam richtig.
00:19:44: Ja
00:19:44: ja.
00:19:44: Also
00:19:44: dieses ... was außerhalb des Programmen der Programmgestaltung läuft sozusagen, es sind zehn bis fünf Zehn.
00:19:51: Denn ja steigend... Es gibt auch immer mal wieder Nachfragen ob sich jemand nicht mitmachen kann und so, das
00:19:56: ist sehr schön.
00:19:57: So nett, ja!
00:20:00: Wie kam's denn zu dem Namen?
00:20:04: Ich hatte vor, das ganze Projekt Emils Hof zu taufen.
00:20:08: Weil es gibt so viele Hilfunterumgebungen und die heißen ja auch alle Hof.
00:20:12: Und da habe ich dann ... hat eine Politikerin zu mir gesagt, dass ist wirklich interessant.
00:20:17: ne Frau macht ne Gründung und gibt einen Männernamen.
00:20:20: Das hätte ich eigentlich gar nicht gemerkt.
00:20:22: Und ich fand das auch schön mit dem E-Mail weil der Okosvater hieß noch mal E-mail.
00:20:27: Aber dann fand ich eigentlich Ottilie noch einen viel schöneren Namen.
00:20:30: Und sie ist ja wirklich die reale Urkursmutter und der E-Mail ist mein Urkussvater, die haben beide des Hauses in den Hundert drei gekauft.
00:20:40: Wir haben alle in den ganzen Generationen hier sozusagen Familie Geisler gelebt.
00:20:45: Dann hab' ich gedacht, Ottilies Hof ist auch schön aber Ottiliers Ort ist noch besser vom sprachlichen Klang.
00:20:53: Und dann gab es noch eine ganz interessante Konnotation mit Weimar, weil im Weimar denken die Leute oder nicht in Weimar aber überhaupt was Weimar und Goethe betrifft.
00:21:02: Da gab's ja die Utilie Goethes Schwiegertochter und viele denken das da irgendwie.
00:21:07: Utilies Ort hängt mir dieser Schwiegartochter von Goethen zusammen.
00:21:11: Das er hat uns natürlich ganz besonders... Ja!
00:21:18: Natürlich ist es auch wie du schon sagst bleibt ein bisschen hängen und man sagt sich Chilisort, also ist natürlich sorgt für Aufmerksamkeit.
00:21:28: Und ihr habt das in der Corona-Zeit versucht und was treibt dich persönlich an?
00:21:38: Das jetzt weiterzumachen, da immer wieder zu versuchen Strukturen, Prozesse zu verbessern... Was ist so dein innerer Motor?
00:21:47: Ja genau!
00:21:48: Das ist ein Herzblutprojekt Das muss man so sagen von allen, von allen Beteiligten und auch vom Team.
00:21:54: Es war immer Herzblut und großes Engagement.
00:21:57: Und es hat natürlich... Es bietet sehr viele Möglichkeiten einfach weil wir einmal als Familie auftreten und dann wiederum ... Es ist ja auch der Ort der Familie.
00:22:10: Es hat eben diesen Faktor Nähe und Intimität also einfach durch den Raum dass das klein ist.
00:22:17: Man kann sich gemütlich fühlen Und das war noch mal ganz besonders nach der Corona-Zeit etwas, was aufkam.
00:22:25: Dass die Leute überhaupt nicht mehr in diese Riesen hallen wollten oder diese ganzen Gigantismen, dass sie nicht mehr interessiert haben sondern, dass plötzlich viel interessanter war kleiner zu sein wieder Gemeinschaft zu bilden sich auszutauschen also etwas, das wirklich extrem gefehlt hat in der Corona Zeit dass man wieder sich freute Menschen zu treffen und das es Orte gab, in denen man die Real treffen konnte.
00:22:55: Wenn man in so einen sehr großen Ort geht dann weiß man auch, dass man eigentlich niemanden trifft.
00:22:59: Man hat zwar ein gemeinschaftliches Erleben in einem riesigen Konzert im Stadion zum Beispiel weil man den Künstler da erlebt aber diesen sozialen Schub kann man da überhaupt nicht befriedigen.
00:23:13: Und das ist hier eins unserer Markenzeichen Die Leute können eine Stunde vorher kommen.
00:23:18: Einlass ist immer eine Stunde vorher, wir beginnen halb acht und ab halb sieben können Sie sich hier zu trinken kaufen im Hof sitzen.
00:23:27: Und ich kann alle nur mal einladen zu kommen weil da es so ein großes Geschnatter in dem Hof und so laut das finde ich so lustig war.
00:23:34: Also man hat sich was zu sagen und ich glaube dass eben dieser Raum einfach auch bietet.
00:23:40: Das finde ich etwas ganz Wichtiges ein Teil unseres Konzeptes Kultur ist nichts Fremdes, was sich fremd und entfernt und in der Distanz vollzieht.
00:23:52: Sondern Kultur ist etwas, was den Menschen anregen soll, sich auseinanderzusetzen darüber zu sprechen mit anderen darüber auch ins Gespräch zu kommen.
00:24:03: also das sind kulturelle Prozesse und dazu gehört eben auch das was ich eben gerade beschrieben habe so ein bestimmtes Ambiente finde
00:24:13: verstehe ich das richtig, dass du sagst, dann Kultur soll für dich auch nahbar sein.
00:24:17: Soll nicht so, sage ich mal, nicht so elitär, dass sich Leute da vielleicht abgeschreckt fühlen?
00:24:23: Genau und das ist genau auch mein Punkt bei lauter Literatur, also es mir wirklich ein Anliegen, dass man Kultur aus dem unerreichbaren Niveau holt wo sich eine bestimmte kleine Schicht eigentlich auch im Klüngel kommt könnte man sagen auffällt der sich da berufen fühlt, sondern dass es etwas ist, was eigentlich jede Menschen etwas sagen kann.
00:24:51: Sofern es die Gestaltung hergibt.
00:24:53: Das ist immer das auch für mich in meinen Lesungen, die ich mache oder mit den Autorinnen und Autoren, mit denen ich mich beschäftige.
00:25:00: Dass ich möchte, dass das Leben, was ich vorstelle – und das ist meistens eng, Biografie ist eng mit dem Werk verbunden, also das Leben und Werk hand in Hand gehen.
00:25:14: Und dass es auch verständlich dadurch werden kann.
00:25:18: Warum hat jemand dieses Buch geschrieben?
00:25:19: Also ich finde immer diese Hintergründe so interessant und die sind oft so wahnsinnig menschlich!
00:25:25: Die kann jeder verstehen.
00:25:27: Das treibt mich zum Beispiel an.
00:25:29: Das ist meine Mission.
00:25:31: Er
00:25:32: hat Mission, ja.
00:25:33: Also es ist wirklich ganz tief mit mir ... Es ist ein Herzenswunsch, wie der da war geworden ist, muss ich schon zu sagen.
00:25:40: Schön!
00:25:40: Das ist ja auch unser Thema.
00:25:42: Kultur auf dem Land.
00:25:44: und jetzt hast du gerade auch schon mal so ein bisschen rausgestellt, dass so dein Eindruck ist das die Leute eben, dass es die sowas kleinerem zieht nicht so riesengroße Veranstaltungen weil sie sich austauschen wollen in die Gemeinschaft.
00:25:57: Und ist das jetzt vielleicht auch Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, ist das ein Kriterium auch für Kultur auf dem Land?
00:26:04: oder was Kultur auf einem Land unterscheidet von vielleicht Kultur in der Stadt?
00:26:08: Oder was meinst du weh?
00:26:11: Also ja also Kultur auf den Land zu machen.
00:26:16: Vielleicht weil wir vorhin davon ausgegangen sind wie wir hier begonnen haben.
00:26:20: Also Kultur auf diesem Land zu unglaublich schwer, also das muss man einfach mal sagen.
00:26:25: Das ist die reine Pionierarbeit ländliche Räume mit Kultur zu erfüllen weil es gibt per se fehlende Infrastruktur, Räumlichkeiten, die nicht da sind.
00:26:38: Es gibt einen Mangel an geeigneten Beheizbahnen zum Beispiel für den Winter ja, beheizbaren technisch ausgestatteten veranstaltungsorten, dass einfach... ist einfach nicht da ne?
00:26:50: Und wenn man jetzt in den urbanen Raum schaut, dann hat man da ein Theater.
00:26:54: Da gibt es Kinos und Clubs.
00:26:56: Da hat man Konzertsäle und solche zentralen Treffpunkte in der Kultur.
00:27:01: Die gibt's auf dem Land nicht.
00:27:03: Da haben wir vielleicht Glück, wenn es tatsächlich noch eine Kneipe oder eine Gastwirtschaft gibt?
00:27:07: Das ist schon mal gut!
00:27:08: Dann kann man sich mit dem Wirt ins Benehmen setzen.
00:27:11: Oft sind auch diese Räume tendenziell eher sehr klein – die Säle im kleinen Orten, also der Saal hier bei uns im Dorf der schafft, der fast ungefähr achtzig Personen.
00:27:22: Also da daran scheiden sich dann schon mal die Geister.
00:27:26: und das nächste Problem ist die Finanzierung.
00:27:28: natürlich und mit der Finanzierung geht es personal einher und da ist einfach nichts.
00:27:33: also da ist erst einmal lange nicht.
00:27:36: man ist von Fördermitteln abhängig und ehemal die erstmal bekommt.
00:27:40: Man hat hohe bürokratische Hürden Es gibt immer Befristungen Und es gibt.
00:27:47: Also es gibt einfach, man darf nicht unterschätzen das auch unser Team zum Beispiel im Ehrenamt arbeitet.
00:27:53: Dass die Leute meistens in ihren Berufen noch stehen und dass sie dann sich abends hinsetzen also um dann Förderanträge durchzuziehen Das ist ein Faktor, das überfordert oft und das darf man nicht unterscherzen.
00:28:07: Also auch diese personelle Ausstattung für Kultur Die ist eben aufnicht da so.
00:28:13: Und dann kommt des nächstes der Verkehr und die Mobilität.
00:28:16: Jetzt sind wir hier auf einem kleinen Dorf, alles schön.
00:28:19: Aber wie erreicht man das
00:28:21: Dorf?
00:28:21: Wie erreicht man es?
00:28:22: Ja, das Dorff erreicht man, indem man nach Großschwapphausen mit dem Zug fährt zum Beispiel und sofern man noch mobil ist kann man zwei Kilometer nach Kleinschwappausen laufen.
00:28:33: Man kann aber auch den Fahrradweg, den Thüringer Fahrradwege benutzen.
00:28:36: da ist Kleinschaupausen angeschlossen bei Marjena Das geht.
00:28:40: wer von beiden Seiten mit dem Fahrrad kommen möchte dass es auch möglich Wer ein Auto hat, dem ist es sowieso gleich.
00:28:46: Weil der kann überall hinfahren.
00:28:48: und da kommt dann die Sache auf in welcher gesellschaftlichen Schicht bewege ich mich.
00:28:56: Also wer kann den Ort erreichen?
00:28:59: Die Spontanität, die man im städtischen Zusammenhängen hat, die fehlt eigentlich bei uns.
00:29:06: Und das ist auch etwas was sich nach, die Mange der Mobilität wirkt sich nachteilig auf den Besucherstrom aus.
00:29:17: Also man muss das sehr planen, man muss die Karten kaufen und dann muss man anreisen sozusagen um diese Kultur zu erreichen.
00:29:23: Das hängt mit dem eventlichen Raum zusammen.
00:29:26: und da gibt es noch die Sache mit dem demografischen Wandel.
00:29:30: Das Abwanderungen erfolgen in die Städte jüngere Leute andererseits.
00:29:35: hier gerade in dem Dorf sind auch viele junge Familien hergekommen, die Hüfe gekauft haben Aber der ist
00:29:41: der Speckgutte von Jena im Großen und Ganzen.
00:29:44: Das ist auch ein großer Vorteil, da gibt es das nächste Problem... Also was heißt das nächste Probleme?
00:29:48: Da tun sich neue Erkenntnisse auf dass die Städte für die Stättewerben in der Kultur und die ländliche Werbung die findet halt dann im Land statt.
00:29:57: wie bewerbe ich urbane Räume auf das Publikum wenn nicht angewiesen als Veranstalterin?
00:30:03: Und da gibt's echt Hürden, die auch überarbeitungsbedürftig sind.
00:30:08: also da hat man immer mal Glück und heute ist ja die Werbung sehr, sehr breit.
00:30:13: Da muss man auch gleich darüber sprechen, worüber was man eigentlich meint.
00:30:17: Social Media steht da überall, aber Plakatwerbung oder Zeitdriften oder so was ... Ich hab das alles geschafft!
00:30:26: Aber das ist nicht von vornherein leicht.
00:30:28: Wir haben das alles übrigens geschafft, was ich jetzt dargestellt habe.
00:30:34: Das Publikum, also die Schwierigkeit meine ich erst mal.
00:30:39: Und es gibt natürlich dann auch noch sowas.
00:30:42: Es gibt Tradition versus Innovation, würde ich sagen in den einzelnen Orten.
00:30:50: Gibt das natürlich gewachsene traditionelle Strukturen von Vereinen?
00:30:54: Da gibts vielleicht Musikverein hier bei uns, gibt's einen gemischeten Chor der besteht, da gibts ein Feuerwehrverein, ein Kirmesverein und so... Das ist das womit man hier übers Jahr auch beschäftigt.
00:31:06: Ist sehr gut wo sehr fleißig und engagiert auch in den Vereinen, wo man da tätig ist für die Leute hier.
00:31:15: Und das macht es bestimmten Formaten natürlich dann auch etwas schwerer.
00:31:20: Also man muss mit dem Format oder wir versuchen im Format anzubieten zu entwickeln was eine breite Publikumswirksamkeit hat.
00:31:30: Wir können uns nicht solcher Es geht nicht, wir können solche ganz...
00:31:35: Ich wollte jetzt fragen nach diesen ganzen Herausforderungen die du wirklich wunderbar aufgezählt hast dass man sich überhaupt dessen mal bewusst wird was es bedeutet im ländlichen Raum Kulturangebote vorzuhalten.
00:31:47: Warum gelingt ihr dennoch?
00:31:49: Ja ich sagte das warum weil es gibt diese Ganzen Mitstreiter und acht Veranstaltungen sind ein Riesenakt an Arbeiten.
00:32:02: wirklich auf Freizeit verzichten, die ein hohes Engagement hier reinsetzen.
00:32:06: Zeit und was auch bei Ehrenamt meistens dabei ist eine hohe Flexibilität.
00:32:12: das würde ich in den Anstellungen nicht als erstes vermuten.
00:32:15: also hohe flexibilität.
00:32:17: des zeichnet sich meiner Ansicht nach woanders aus Und hier ist es im Land auf dem land sowieso.
00:32:23: Leute sind oft sehr fixibel müssen's auch sein durch ihre ganze lebensweise und hier die mitstreiter tun alles, dass die Veranstaltungen abgesichert werden.
00:32:34: Also sie haben einen ganz hohen Hansgroß-Arbeitsethos und sind dabei denken mit... Hast du daran gedacht?
00:32:40: Natürlich kann ich dich an alles denken!
00:32:41: Und man braucht die ganzen Menschen und es ist eine wunderbare Zusammenarbeit.
00:32:45: wirklich ohne das Team von den Menschen, die hier mitarbeiten gäbe es nicht.
00:32:51: also wir sind ein Gesamtkunstwerk sage ich immer.
00:32:54: Wir sind keine Familie Geißler, die viele Veranstaltung macht.
00:32:59: Das sieht auf den ersten Blick so aus, aber wenn man tiefer hinschaut gibt es eben sehr viele Mitarbeiter.
00:33:05: Man würde jetzt ja... also ich würde jetzt denken, weil du hast jetzt auch mal einen Vergleich zur Stadt aufgezählt da gibts Theater, da gibtes Clubs und da ist ja vielmehr Konkurrenz.
00:33:15: Jetzt machst du hier eine tolle Kulturveranstaltung aufeinander?
00:33:18: Da würde ich sagen, wir stürmen doch alle hin, weil sonst nichts weiter.
00:33:23: Ist das so!
00:33:26: Also die Konkurrenz in dem Sinne, die findet nicht statt.
00:33:30: Also was tatsächlich stattfindet?
00:33:33: Was ich sehr schön finde... Die ländliche Bevölkerung aus den umliegenden Ortschaften, da kommen ja immer nur einige.
00:33:38: Einige, die sie für Kultur interessieren.
00:33:40: Die kommen dann aber wieder sehr gerne und freuen sich dass es das gibt.
00:33:43: Und die freuen sich, dass es bei ihnen da näher ist!
00:33:45: Das hat also einen ganz tollen Status oder einen ganz tollen Stand.
00:33:50: Dass es das hier gibt und es spricht sich rum Das hat wirklich eine äußerst positive Resonanz.
00:33:57: Und dann ist es aber auch so, dass es in die städtischen Räume hinein wirkt und dort ist ja eher der Kulturbürger sozusagen zu Hause und der hört dann das es auch da im ländlichen irgendwie Theater gibt und das hat auch wieder ne Attraktivität des Leute.
00:34:17: sagen Wir haben hier unser schönes Weimarer Nationaltheater zum Beispiel oder das Theater Haus Jena.
00:34:21: Aber irgendwie so mal im Sommer in einem Hof zu sitzen, das hat auch Scham und Schmelz.
00:34:26: Und das hat man nicht immer.
00:34:28: Also es gibt auch dieses In-der-Natur-Kultur.
00:34:30: erleben wollen, hatten alle Einstellungsmerkmal ist was Besonderes.
00:34:34: Und auch zu sagen fahr ich mal ein bisschen gucke ich mal, was da los ist?
00:34:39: Es gibt eine Art Kultur-Tourismus der sich inzwischen weit verbreitet hat.
00:34:44: Wir können gar nicht in dem Sinne konkurrieren, es sind nicht möglich.
00:34:47: Das geht gar nicht!
00:34:48: Was kann in das Land besser als die Stadt?
00:34:51: Was kann das Land besser machen?
00:34:54: Wie ich sage, Engagement.
00:34:56: Also das und Gemeinschaftsbildung – das kann das landbesser.
00:35:02: Also auch durch diese
00:35:04: Nähe
00:35:06: die manchen wirklich zu viel ist aber die ist halt im ländlichen Raum in den kleinen Orten, man kennt sich sehr gut hat man ein unwahrscheinliches Netzwerk.
00:35:14: also man weiß sofort zu gehen, zu dem gehe ich dahin wer ist der richtige, die empfehlen dich weiter.
00:35:18: Also allein der Gedanke der Hilfsbereitschaft macht so viel Kraft auf.
00:35:26: Ich habe sehr lange in Städten gelebt, auch sehr gerne muss ich wirklich sagen.
00:35:31: aber ich merke hier dass das Potenzial nach meinem völlig anderes ist und es finde ich auch sehr interessant also viele starke Menschen die dass diese Bodenständigkeit, die man in ländlichen Räumen findet.
00:35:45: Die ist eben auch was Unheimliches förderliches, weil es Kraft hat und weil das nach vorne geht und einfach machen... Also da gibt's so Sprüche, die dazugehören zu dieser Lebensweise!
00:35:57: Und das ist, als finde ich, so beflügelnd geht nicht, gibts nicht ... und laut aus solchen Sprüchen könnte ich einige noch aufzählen.
00:36:05: Auch wenn irgendwas mal schnell sein muss, so diese Spontanität.
00:36:09: Das finde ich wirklich als Lebenshaltung Das ist ganz besonders.
00:36:17: Woran merkst du, wenn jetzt so ein Abend habt mit schöner Kultur?
00:36:22: Woher merkst Du das?
00:36:23: es ein gelungener Abend war?
00:36:25: Ja also einmal merke ich das an der Aufmerksamkeit die gezollt wird.
00:36:30: Das ist also ganz wichtig wie viel Aufmerksamkeit schafft die Bühne den Leuten abzugewinnen und das ist hier wirklich ganz fantastisch.
00:36:42: Also wenn es dann ganz ruhig wird, außer die Schwalben fliegen natürlich durch den Hof weil sie das immer machen und wenn viele Leute da sind, fliegen sie noch
00:36:49: hin.
00:36:51: Die Schwalbe fliegen aber diese Stille, die entsteht also dieses Staunen vielleicht auch dieses Lauschen alleine dieser Aufmerksamkeit bringt schon mal das was wir wollen dass wo Menschen einfach still werden können wo sie auch Entspannungen fühlen können wie sie dann auch den Künstler oder die Künstlerin feiern, also wie die Aufnahme ist.
00:37:17: Das ist was ganz schönes und danach natürlich das Menschen oft zu mir kommen, dass Sie an Feedback geben, dass sie mir sagen, die sind so froh, dass es das hier gibt oder so schöne... Also so viel Dankbarkeit!
00:37:33: Es hat auch ganz viel Mitdankbarkeit zu tun.
00:37:36: Und das für mich ein gelungener Abend wenn die Menschen weggehen.
00:37:41: Ich bin froh, dass ich da war.
00:37:42: Dass ich nicht vor dem Fernseher zu Hause gesessen habe was auch erlaubt ist aber das ich mir das gegönnt habe und das erlebt habe.
00:37:49: ja also nichts geht ohne Publikum es ist ja ein Wechselspiel.
00:37:55: Das sind im Prinzip auch ein Spiegel.
00:37:57: Das ist der Spiegele und wir haben auch schon einiges an Stammpublikum gewonnen die sagen wir waren schon dreimal bei ihnen und zu uns gefällt's so gut Und das ist einfach ein ganz schönes Gefühl.
00:38:12: Also da sind wir alle froh, dass wir das geschafft haben bis jetzt.
00:38:16: und hat sich das Publikum verändert?
00:38:19: Das Publikums ist also wirklich hier ganz breit muss man sagen.
00:38:25: Es kommen aus allen Altersgruppen oder aus allen Schichtenmenschen und man kann es tatsächlich sehr gut unterscheiden.
00:38:32: Das ländliche und das städtische PublikUM aber auch eben so Jüngere Leute, gerade beim Theater fühlen sich wieder jüngere Menschen angezogen.
00:38:41: Wir haben auch immer ganz junge Schauspieler dabei, Schauspielerinnen.
00:38:44: im letzten Jahr hat Emma Bading den Amelette gegeben und die Bella Bading war eine der Töchter, einer der Prinzessinnen.
00:38:55: Das bindet natürlich noch mal ne ganze andere Gruppe von Leuten wenn der Junge dabei ist.
00:39:00: Und ansonsten also es geht von ganz alt bis ganz jung geht alles die gesamte Breite Und ich möchte auch so eine Diversität, also ich möchte nicht für ne kleine Spezialgruppe das machen.
00:39:13: Gerade weil es hier auf Gemeinschaft abzählt sollen sozusagen alle kommen können.
00:39:19: Wir haben uns ja letztes Jahr schon bei einer Veranstaltung der Volkshochschule getroffen und haben die ja zusammen erlebt.
00:39:25: Das war der Abend mit Sabine Tambrea und dem Trio Rua da Gnino.
00:39:31: Erinnerste dich noch daran?
00:39:33: An den Arten, ja!
00:39:34: Selbstverständlich... Ganz großartiger Abend.
00:39:38: Also das ganz, ganz Besondere ist was ich im seltenen erlebt
00:39:41: habe.
00:39:41: Ja war dann in der Stadthalle Apolda mit über fünfhundert Gästen.
00:39:45: und was unterscheidet denn solche Abende wie also von deinem eigenen Kulturort?
00:39:51: Weil im Prinzip Sabine Tambria würde dich ja dieses Jahr wieder besuchen
00:39:55: nicht wieder.
00:39:55: Er sollte
00:39:55: sich besuchen.
00:39:56: Das erste Mal.
00:39:57: er wird wieder nach Thüringen kommen um es richtig zu stellen.
00:40:01: Und was wird denn ... diesen Abend unterscheiden von dem mit fünfhundert Leuten in der Stadthalle.
00:40:08: Ja,
00:40:09: da bin ich selbst gespannt!
00:40:10: Also das kann ich... Ich kann ja auch wirklich gar nichts voraussagen.
00:40:13: also wir arbeiten hier mit einem großen Experimentiergrad Das muss man sagen.
00:40:17: also auch was das Wetter alleine betrifft weil wir Open Air sind.
00:40:20: aber ja ich bin darauf sehr gespannt.
00:40:23: Karl Winkelbauer der Konzertgitarist aus Weimar wird die Musik übernehmen Weil wir natürlich dieses tolle Trio, das reichen die Finanzen nicht.
00:40:32: Das ist ganz klar.
00:40:34: Er liest ja aus dem gleichen Buch und ich bin sehr gespannt ob das auch auf diese tiefe Weise die Menschen hier erreicht wie das in Apolda der Fall war wo sie dann am Ende einfach mit stehenden Ovationen sich bei diesem Künstler bedankt haben.
00:40:51: also es war unglaublich was da Was da erzeugt worden ist an Stimmung durch den Sabine Tambria, das war wirklich ganz was seltenes.
00:41:03: Das ist in der Weise ein tolles Buch und ich glaube auch dass wir hier in diesem Osten sozusagen dieser ehemaligen DDR ganz anders ansprechbar sind auf Auseinandersetzungen, was Diktatoren betrifft.
00:41:20: Genau!
00:41:21: Und es geht um die Kindheit seines Vaters und des Großvaters und im Czesco-Regime.
00:41:27: Es geht um Flucht, um geteilte Familie und auch um sehr starken Familienzusammenhalt und um Lebensgefahr, um Forderung.
00:41:36: Also es geht über die ganzen wirklich sehr, sehr schwierigen Lebensverhältnisse in Rumänien seinerzeit.
00:41:45: Und ich denke, der Erfolg von Apolda war auch ein Teil dadurch begründet, dass die Menschen Diktatorerfahrungen automatisch mitgebracht haben.
00:41:57: Das Publikum.
00:41:58: Ich denk' auch, dass das im Osten nochmal ganz anders wahrgenommen wird.
00:42:03: dieses Buch genau aus den Gründen, die du uns genannt hast ne?
00:42:06: Also da ist einfach selber viel Erfahrung oder Begegnung im Prinzip ja erlebt wurde leider und Ja, also wir freuen uns natürlich sehr auf diesen Abend, Iris.
00:42:18: Und guck mal und wehrt noch hinterher aus was das...
00:42:23: Gerne!
00:42:23: Das müssen wir dann nochmal besprechen.
00:42:26: Genau, genau wie der Abend war.
00:42:31: Was macht denn aus deiner Sicht eine gute Kulturbegegnung aus?
00:42:36: Also wie würdest du das beschreiben?
00:42:40: Eine gute Kulturbegegnung ist für mich, wenn man es schafft die Sinne zu binden, die die Menschen mitbringen.
00:42:47: Also wenn man schafft sie zu berühren und nicht spurlos oder theoretisch oder kalt an ihnen vorbeizugehen sondern sie mit dem ganzen Herzen zu erreichen also wenn die Emotionen geweckt werden.
00:43:02: ich halte das für einen ganz wichtigen Punkt in dieser Zeit weil wir In dieser politischen Welt, in der wir im Moment ausgeliefert sind ist sehr viel Schutz notwendig oder
00:43:17: auch
00:43:18: ein allgemeines Phänomen Verstecken von Gefühlen leider.
00:43:21: Und ich als Künstler ist mir eigentlich immer bestrebt Menschen fühlen zu lassen und berühren, dass Menschen wissen ja... Das soll ich jetzt nicht fühlen, sondern das fühle ich tatsächlich.
00:43:36: Das bin ich tatsächlich und dass Tiefe auch erzeugt werden kann über Kultur und dass man da vielleicht auch Menschen zu sich selbst zurückführen kann.
00:43:48: Ich meine es ist ein sehr herer Anspruch, das weiß ich.
00:43:52: aber das ist das was ich mir wünsche.
00:43:55: einfach unter dem möchte ich gar nicht.
00:43:57: also ich möchte dann nicht an etwas anderem beteiligt sein sozusagen.
00:44:03: Vielen Dank.
00:44:05: Also welche Rolle spielen solche Orte, wie Urtilius-Ort oder lauter Literatur für nicht den gesellschaftlichen Zusammenhalt?
00:44:16: Ja also wie gesagt Corona und die nachfolgenden Entwicklungen der Pandemie haben aus meiner Sicht doch zu einer sehr starken Spaltung geführt.
00:44:26: Also eine gesellschaftliche Spaltung und auch eine familiare Spaltung oft weil Auffassungen zum Beispiel zu Corona, zu dem Umgang mit der Pandemie.
00:44:38: Mit den Verordnungen sich sehr stark unterschieden haben.
00:44:42: es gab Spaltungen und die Spaltung haben wir eigentlich überhaupt noch nicht überwunden.
00:44:48: so sehe ich das und deshalb glaube ich ist es ganz wichtiger dass man wieder Gemeinschaften bildet die Sinnstiften.
00:45:00: Also es geht nicht nur um Gemeinschaft, da kann ich mich ja überall treffen, sondern es muss eine Sinnstiftung dahinter sein, dass man sich verbinden kann, wie man früher nur einen Film im Fernsehen hatte und alle, die den am nächsten Tag gesehen hatten konnten sich darüber unterhalten – das gibt's heute nicht mehr -, dass man vielleicht einen Ort besucht und alle die dort waren können über diesen einen Abend sprechen, über ein gemeinsames Erleben verständigen und austauschen.
00:45:31: Und das ist auch wieder kultureller Prozess, ach so hast du das gesehen?
00:45:36: Nein ich habe es ganz anders gesehen!
00:45:37: Achso also dass man auch sogar in vielleicht strittige Gespräche, also in Diskussionen eintaucht... In Polarisationen, das wäre schön.
00:45:48: Das finde ich ganz wichtig.
00:45:51: über eine Sache sozusagen die man gemeinsam erlebt hat.
00:45:55: Was macht ihr an diesen in diesem Zusammenhang, also gesellschaftlicher Zusammenhalt.
00:46:00: Was macht ihr da Sorge und was gibt dir Hoffnung?
00:46:04: Ja, also mir macht eigentlich das Ganze, was wir hier mit twenty-fünf Veranstaltungen schon erlebt haben – so viele waren es jetzt!
00:46:12: Wir haben twenty-five Veranstaltung gemacht.
00:46:16: Das macht mir eigentlich unwahrscheinliche Hoffnung.
00:46:19: Sorge hat mir vorher gemacht, da Kultur nicht mehr stattfinden durfte Dass die Leute das ganz vergessen, weil bei ARD und ZDF sitzen wir immer in der ersten Reihe.
00:46:30: Und also dass es einfach gar nicht mehr wichtig ist wie... ...das Menschen das produzieren, dass es live geschieht, dass wirklich ein Künstler da steht und das in dem Moment sinkt oder spricht und da eine ganz große Wirkung hervorruft, dass das noch geht!
00:46:49: Dass es die Leute anspricht.
00:46:50: Und dass die Leute sagen, ja ich will das!
00:46:52: Ich will nicht die Konzerte hervor.
00:46:53: Die Konzeertür kriege ich fast geschenkt.
00:46:56: Sondern ich möchte ... Ich will was zum Anfassen.
00:46:59: Das muss so sein.
00:47:01: Also das ist meine ganze Hoffnung einfach weil sie auch kommen und weil wir das im letzten Jahr geschafft haben drei Abende auszuverkaufen.
00:47:08: also das ist für uns auch so dieses Ziel dabei.
00:47:13: Es geht ja immer um Reichweite gerade in der Kultur.
00:47:17: Also wie weit reicht das, was ich mache?
00:47:23: Und das haben wir jetzt schon durch unser allerentstellungsmerkmal.
00:47:26: Da haben wir es schon ganz schön weit geschafft auf alle Fälle bundesweit.
00:47:29: also wir haben da schon schöne Sachen erlebt.
00:47:32: zum Beispiel im letzten Jahr eine Frau aus Rostock Die kam zu mir mit ihrer Tochter und die sagte nach dem ersten Theaterabend, sie war also ... Sie saß am Frühstückstisch am Samstag mit ihrer tochter.
00:47:45: Und da hat sie Deutschlandradio Kultur gehört.
00:47:48: Da wurde durchgesagt, dass in Kleinstvorpausen in Thüringen eine Hamlet-Inszenierung stattfindet.
00:47:54: Da sie gerade vor vier Wochen im Wiener Burgschauspiel war, hat sie zu der Tochter gesagt, davon wir doch jetzt sofort hin.
00:48:01: Dann haben sie sich in Rostock.
00:48:03: ins Auto gesetzt und sind zu uns gekommen, um diese Hamlet-Installierung zu beobachten.
00:48:08: Und hatten natürlich fast keine Karte bekommen weil das war genau der Abend wo es durch die Decke ging haben wir's aber dann doch geschafft.
00:48:15: Die Mutter hat ganze Zeit gestanden.
00:48:18: Ich erinnerte mich dann an sie wo sie stand.
00:48:22: Dann habe ich sie gleich für nächsten Abend eingeladen.
00:48:24: Daniel Morgenrot Hat das Brot und weiche Betten Also ein Schauspieler der Lieder auch macht und singt.
00:48:33: Sind Sie noch mal gekommen?
00:48:34: Habe ich sie natürlich nochmal extra groß und habe die Geschichte erzählt.
00:48:37: Ja, weil das ist einfach... Das ist was ganz Schönes wenn es passiert Wenn auch große Sender uns aufnehmen.
00:48:46: Ich hab mich nicht beim Deutschlandradio beworben Das ist übern Pool gegangen wahrscheinlich Und die haben das selbst rausgenommen und haben es angesagt, was ganz Toll war.
00:48:56: Das sind dann so Effekte, die passieren sozusagen.
00:48:59: Die hat man nicht in der Hand...
00:49:00: ...die natürlich für Ortelius-Ort sprechen?
00:49:02: Ja, das ist das mit der Reichweite.
00:49:05: Wenn bei einer kleinen Reichweiten kommt das nicht zustande, das meine ich auch damit.
00:49:10: Dann dürfen wir gespannt sein auf diesen Sommer
00:49:12: und auf
00:49:13: die Veranstaltung!
00:49:15: Also ich tricke dir auf jeden Fall die Daumen.
00:49:18: Das ist Wetterheld in aller Astenie.
00:49:21: Ja, das Wetter soll halt... Genau
00:49:23: und dass es natürlich gut verkaufte Vorstellungen sind.
00:49:28: Wir sind jetzt fast am Ende liebe Iris.
00:49:30: Ich habe noch zwei Fragen.
00:49:32: Normalerweise frage ich immer welche drei Lieder beschreiben dich am besten?
00:49:36: Aber ich würde jetzt eher fragen, welche drei Bücher beschreiben Dich derzeit am Besten?
00:49:41: Welche drei Büchern?
00:49:44: Also ich hab mich länger mit Trilke beschriftig.
00:49:49: Also, bestimmt die rilke-die rilkische Dichtung.
00:49:53: Die finde ich ganz wichtig aber die sollen mich beschreiben.
00:49:56: So ist das jetzt mit
00:49:57: dem Büchern gemeint?
00:49:59: Ja.
00:50:01: Aber im Prinzip wenn du dich damit beschäftigst es ist ja auch ein Teil von dir.
00:50:05: Maxi Wander, die Protokolle, die von Protokollen sind schon länger, die liegen schon länger zurück und natürlich auch die Lyrik von Eva Strittmatter, DDR Dürrikerin und auch Hans Zebulka.
00:50:23: Das ist der Verte.
00:50:25: Die lyrische Prosa von Hans Zebolka, diesem Thuringer Autor, der in Goethe lebte und ja nun schon länger verstorben ist aber weiter Elevanz besitzt.
00:50:36: Vielen Dank!
00:50:38: Jetzt Iris kommt aber die wichtigste Frage.
00:50:42: Was denn?
00:50:42: Also was denn?
00:50:43: Guck mal hier... Hier liegt eine frische Knackwurst von Thüffleiber Apolda, die dankenswerterweise immer den Knackbus-Sponsoren.
00:50:57: Und dann hier ein Grußbote von Fibersweets, quasi die Pralinesponsoren.
00:51:02: Und du darfst dir jetzt aussuchen, bist du eher Typ Ralehne oder Typ Knackhorst?
00:51:07: Knackhorst.
00:51:08: Ja!
00:51:09: Wir sind ja auf dem Turinger Land hier.
00:51:12: Ja, schon mit ihr beides.
00:51:14: Dann darf sie dir gerne nehmen.
00:51:18: Liebe Iris das war total spannend für mich zu hören wie Kultur auf dem Land funktioniert und ich denke du bist mit Othilias Ort.
00:51:26: also ein best Practice, Beispiel wie es so schon heißt.
00:51:30: Ich
00:51:30: drück dir die Daumen und wünsch dir alles Gute!
00:51:33: Und freue mich auf viele Veranstaltungen hier auf dem Land.
00:51:37: Mach's
00:51:37: gut und bis bald.
00:51:38: Und ich möchte noch nachsetzen, dass der Matthias Ameis vom Kulturamt Apolda mich auf diesen Podcast aufmerksam gemacht hat und hat gesagt, ich sollte mich doch mal bitte an Fanny Kratzer wenden um in den Podcast reinzukommen.
00:51:53: Ich dreh durch Mathias!
00:51:56: Ja vielen Dank.
00:51:58: Vielen Dank.
00:51:59: Ich bedanke mich für das Interesse.
00:52:01: Ja auch vielen Dank liebe Iris.
00:52:02: also alles Gute.
00:52:03: Danke
00:52:06: Sie hörten Praline oder Knackwurst mit Fanny Kratzer vom Thüringer Volkshochschulverband.
Neuer Kommentar