Malte Pieper - Warum der Osten anders wählt
Shownotes
Zu Gast: Malte Pieper (MDR / „Wahlkreis Ost“)
- Medienvertrauen und gesellschaftliche Stimmung
- Ostdeutschland zwischen Fremdbild und Selbstbild
- Journalismus in polarisierten Zeiten
- Persönliche Einblicke aus dem MDR-Alltag
- Öffentlichkeit, Haltung und Verantwortung
- Warum Zuhören wichtiger geworden ist
🔗 Links zur Folge:
in Kooperation mit der KVHS Weimarer Land: (https://kvhs-weimarerland.de))
Malte Pieper hört ihr auf mdr aktuell und Wahlkreis Ost
Die Praline 🍬 wird präsentiert von: Viba Sweets Die Knackwurst 🌭 wird gesponsert von: Thuefleiwa Apolda
✨ Host: Fanny Kratzer 🎧 Podcast: Praline oder Knackwurst Neue Folgen überall, wo es Podcasts gibt.
Transkript anzeigen
00:00:02: Praline oder Knackwurst?
00:00:06: Der unterhaltsame Break führt zwischendurch.
00:00:34: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Praline oder Knackwurst.
00:00:39: Heute geht es um das Thema Osten, Medienmacht, Wirklichkeit usw.
00:00:43: Und unser Gast ist Malte Pieper.
00:00:45: Herzlich Willkommen malte!
00:00:47: Hallo!
00:00:48: Schön dass es klappt mit uns.
00:00:49: du bist der Host des Podcast Walkreis Ost und bist beim NDR aktuell unterwegs und aktiv als Reporter- und Journalist.
00:00:59: Erzähl doch mal selber wie bist Du denn zum MDR gekommen?
00:01:02: Wie ist dein beruflicher Wertegang?
00:01:05: Da bleibt mir schon gleich die Stimme weg.
00:01:09: Es war relativ einfach, ich wusste immer dass ich Journalist werden wollte, ich wußte immer das ich zum Radio wollte weil ich mit Radio Luxemburg aufgewachsen bin und es war großartig und das sollte man machen.
00:01:23: Und dann habe ich noch während der Oberstufe in der Schule bei unserem Kommationen-Nokalradio in Nordrhein-Westfalen angefangen.
00:01:32: Ich hab dann da moderiert, dann hatte auch meine eigene Sendung und hab mich parallel auf das Journalistikstudium in Leipzig beworben weil ich aus der westfälischen Enge weg wollte.
00:01:42: Ich leibte sich eine tolle Stadt fahnt, wenn ich schon mal da war und dann hat es da auch geklappt.
00:01:50: Ich musste ja noch ein bisschen Geld verdienen.
00:01:53: Das heißt, ich habe in den Semesterferien in NRW noch Lokalradio gemacht und habe parallel auch Uniradio im Leipzig gemacht.
00:02:00: Da hab' ich dann zum achtzigsten Geburtstag ein Interview mit Karl-Edoard von Schlitzler geführt.
00:02:05: Das war offensichtlich so großartig dass nach meiner Bewerbung persönlich beim MDR der MDR mich genommen hat.
00:02:11: So bin ich da gelandet.
00:02:14: Hab' dann paar Stationen hintermich gebracht nach dem Studium weil ich sechs Jahre Landeskorrespondentin Thüringen Für das radio des mdr anschließend bei knapp sechs jahre im aidee hauptschaftsschule in berlin und noch mal fünf jahrelin brüssel.
00:02:28: Und seit dem corona sommer zwanzig bin ich quasi wieder zurück im mutterhaus in leipzig.
00:02:35: Wie fühlt sich das an über den ost zu berichten wenn du so selber aus dem westen kommst?
00:02:45: Das ist immer so ein bisschen.
00:02:47: Ich gehör auf keine seite dazu.
00:02:49: also, ich merke schon dass Ich meine ich habe die Hälfte meines Lebens im Osten verbracht, aber es ist immer noch was anderes.
00:02:57: Genauso gut geht mir die Behebigkeit im Westen unfassbar auf die Ketten.
00:03:01: also dieses wir haben das schon immer so gemacht und deshalb machen wir das auch so weiter.
00:03:05: Also da weiß sich der würde ich nicht mehr funktionieren sondern dann würde ich auch die Krise bekommen.
00:03:12: Es gibt hier gesellschaftliche Entwicklungen, da stehe ich ratlos davor.
00:03:15: Das kenne ich aus dem Westen nicht wenn es nicht da wo ich herkomme Und dann gibt es eben Sachen im Westen, die verstehe ich auch nicht warum man das immer so gemacht hat.
00:03:26: Wir
00:03:29: findest du dich da in so einer Zwischenwelt?
00:03:34: Du bist sozialisiert im westen durch Kindheit und Jugend usw.. Dann hat man natürlich diese Werte sind ja sehr stark verinnerlicht.
00:03:47: Ich vermute, auch erst mal vielleicht befremdlich findet und wahrscheinlich immer noch in vielen Dingen.
00:03:52: Aber irgendwie nimmt man das eine neu gut an und das andere kann man eben gut ablegen wie du auch gerade gesagt hast diese westfälische Behebigkeit oder enge.
00:04:04: Aber natürlich gibt es ja noch Werte die wahrscheinlich genauso aktuell und wertvoll sind für dich.
00:04:10: Ist das so
00:04:14: ein Zwischenwelt?
00:04:15: Einerseits macht es natürlich einfacher, dass man immer einen Schuldigen hat.
00:04:18: Also entweder sind die Aussies doof oder eben die Vessisans nicht verstanden.
00:04:21: also das macht ja relativ einfach wenn man was nicht geregelt kriegt.
00:04:25: auf der anderen Seite kommen ich also was mir hier fehlt also was ich erst am Anfang nicht gedacht hätte, dass es mich doch so stark geprägt hat aber dann im Laufe der Jahre wenn mein älter wird kommt ja alles von früher wieder zurück.
00:04:43: ist das katholisch-konservative oder das christlich-katholische.
00:04:47: Also ich bin halt in der Gegend aufgewachsen, in der jede Laterne katholisch war.
00:04:52: Das kann man wahlweise durch evangelisch erwetzen aber auf jeden Fall eine christliche Prägung und die fehlt mir hier im Sinne von einem gewissen Wertefundament dann doch zunehmend.
00:05:04: also da möchte ich jetzt noch mal tiefer einsteigen.
00:05:07: erklär das mal bitte.
00:05:12: Ich kann es ehrlich gesagt gar nicht so richtig erklären.
00:05:15: Wenn ich mir die Entwicklung hier angucke, insbesondere was die AfD zum Beispiel angeht.
00:05:21: oder nehmen wir die andere populistische Partei das BSW.
00:05:27: Es ist da wo ich herkomme völlig klar mit den Schmuddelkindern spielt man nicht Egal was die tun, man lässt sie außen vor.
00:05:36: Man grenzt sie aus weil Sie unsere Werteordnung, die wir bislang haben zumindest in Teilen und insbesondere in Thüringer Teilen infrage stellen.
00:05:45: das heißt sie wollen nicht dass so die freiheitliche Gesellschaft wie wir sie jetzt haben.
00:05:51: Und da ist schon immer klar gewesen, dass man solche Überlegungen weit von sich weist.
00:06:00: Man kann zwar, man ist vielleicht nicht unbedingt einer Meinung zwischen links und rechts.
00:06:06: Aber im Zweifelsfall säuft man sich gegenseitig unter ein Tisch und dann hat man das Ganze geklärt.
00:06:12: nur wenn jemand von was völlig anderem ausgeht Dann kann ich ihn nicht unter den Tisch kaufen weil da kommen wir selbst besoffen nicht zueinander Und das ist halt echt ein Problem und das kenne Ich auch heute noch so.
00:06:22: natürlich nimmt die afd im besten Auch zu und erreicht Werte die man sich vorher nicht vorstellen konnte.
00:06:29: aber Da gibt es noch ein festes Wertekonsert, dass ich sage so was tu mir
00:06:34: nicht.
00:06:35: Also platformuliert fehlt jetzt dem Osten so'n christlicher Wertekanon?
00:06:40: Ja den fehlt glaube ich manchmal ein... also jeder weiß ja intellektuell was gut und böse ist darüber müssen wir ja nicht reden.
00:06:48: aber so einen aus dem Herzen herauskommendes Gut-und Böse halte liebe deinen nächsten wie dich selbst.
00:06:59: also kümmere dich nicht nur um dich selber sondern kümmer dich auch um die dies nicht so leicht im leben haben.
00:07:06: Das ist glaube ich das hat man in der ddr auch gemacht aus einer Mangelgesellschaft heraus weil man muss sich das Leben organisieren.
00:07:13: aber dass es in den letzten dreißig jahren meines erachtens, auch das kann man wieder erklären warum das so gekommen ist wenn sich eine gesellschaft völlig umstülpt und ich zusehen muss, Da bin ich natürlich erst mal mit mir beschäftigt und nicht mit den anderen.
00:07:28: Aber jetzt finde ich, wäre es langsam wieder an der Zeit sich bisschen die Augen zu weiten.
00:07:33: Und jetzt mache ich mich mal gleich unbeliebt in dem ich das so gesagt habe.
00:07:37: Ja also zumindest gibt es doch dafür sehr viel Gesprächsstoff oder Gesprächsbedarf an dieser Stelle.
00:07:43: Also könnte man sagen dass diese möglicherweise fehlende Wertekanon ein Einfallstor für solche Parteien wie die AfD ist.
00:07:53: Bleib jetzt mal beim BSW ganz kurz Malte.
00:07:56: Also ich bin jetzt mit dem Thüringer-BSW an sich ja ganz zufrieden, die Sinn in der Regierung gehen machen doch in Thüringen eine solide Arbeit.
00:08:03: Das würde ich mal vollkommen abkoppeln von quasi beispielsweise im Bundes-BSU.
00:08:10: Ja aber ist es dann noch das BSW in Thuring?
00:08:13: oder ist nicht eigentlich... Das BKW, das Bündnis Katja Wolf.
00:08:19: Was mit dem Bündnis Sandra Wagenknächt eigentlich nur am Rande noch zu tun hat?
00:08:25: Die Frage könnte man ja mal stellen.
00:08:28: Wir haben sie Katja Wolff schon gestellt und die hat das natürlich weit von sich gewinnt.
00:08:31: Sonst hätten Sie auch Dresch ausbildiert.
00:08:33: Genau, genau!
00:08:35: Das müsste man oft auf der Record fragen.
00:08:37: Aber sag mal woher kommt denn eigentlich deine Begeisterung für Politik?
00:08:49: Wir waren in dem Sinne schon ein politischer Haushalt, das um acht Uhr die Tagesschau geguckt wurde und das diskutiert wurde jetzt aber auch nicht übermäßig.
00:09:02: Vielleicht kommt es auch aus dem katholischen heraus weil ich halt auch Messdina war.
00:09:10: Ich habe diese vermeintlich zu strenge katholische Kirche eben als eine unglaublich offene, diskursfreudige Kirche erlebt.
00:09:17: In der Zeit in der ich Messdiener war hatten wir einen Fahrer, der exakt dem katholischen Bild entsprach.
00:09:24: Dick Barock hat gerne gegessen und getrunken.
00:09:29: Der war strammkonservativ, obwohl er aus dem Sauerland kam bei Mitglied der CSU und kannte Franz Josef Strauß.
00:09:35: Aber er liebte nichts mehr als zu diskutieren und die Gegenargumente herauszukitzeln.
00:09:41: Und da so bin ich immer groß geworden.
00:09:44: auch in der Schule war das die oberste Maxime immer nicht quasi die Mehrheitsmeinung zu vertreten sondern immer auch die Gegenposition argumentativ nachvollziehen zu können.
00:09:56: Und ich glaube so was trägt, wenn man immer zur Diskussion angeregt wird und vor allen Dingen auch auf die andere Seite zu schauen.
00:10:02: Was die denn denkt?
00:10:03: Und warum die das denkt?
00:10:06: Ja okay... Das ist ja interessant!
00:10:08: Also dieses katholische Elternhaus, das überrascht mich, das hätte ich jetzt gar nicht mit ihr verknüpft, weil man dich so ein Podcast hört.
00:10:18: Da hab' frag', ich war, wie is's denn das, wenn du den Osten so journalistisch beobachtest?
00:10:25: Gibt es da irgendwas, was westdeutsche Medien bis heute konsequent falsch verstehen?
00:10:32: Ich glaube, die haben bis heute nicht begriffen was hier zwischen nineteen neunzig und sagen wir mal zwei tausend fünfzehn passiert ist.
00:10:38: Dass jetzt nicht nur alles nicht mehr so war wie es denn gewesen ist sondern dass man sich in ein gesellschaftssystem was man zu aus dem fernsehen kannte.
00:10:49: aber das ist ja noch etwas anderes.
00:10:50: ob ich mir einen film angucke oder habe ich selber erlebe von der Schule, wofür die Lehrer nicht mehr die Wahrheit von gestern galt sondern jetzt eine völlig neue da war.
00:11:01: Über die Haftlichtversicherung bis zu Filmen, die von heute auf morgen geschlossen worden sind weil sie nicht mehr werbsfähig waren.
00:11:11: Jeder kannte doch in seiner Verwandtschaft mindestens ein eher noch vielmehr die arbeitslos geworden sind den der Boden unter den Füßen weggezogen wurde denen man eigentlich frei übersetzt hätte sagen müssen Das hat alles mit dir keinen Sinn mehr.
00:11:26: Wir brauchen dich nicht mehr, weil wir deinen Arbeitsplatz nicht mehr brauchen dich als Arbeitskraft nicht mehr brauchen.
00:11:33: also dieses absolutetiv Ende der neunziger in den Nullerjahren wo die Arbeitslosigkeit zum Teil an die dreißig Prozent lag und eben dieses Gefühl wir brauchen sich nicht mehr Leute über forty fünf damals oder über Fünfzig ihr habt in der neuen Gesellschaft einen kein eigentlich keinen Platz mehr.
00:11:50: dies das hat sicher Nicht nur ganz tief eingegraben, sondern wenn man sowas mal erlebt hat dann hat man natürlich eine ganz andere Position ausleben und das quasi immer ignoriert.
00:12:02: Zu bekommen von Leuten nochmal Thomas demisiat zu zitieren bei denen sich nur die Postleitzahl geändert hat aber ansonsten mit solide ausgestellte statteten Vermögen sich dann immer wieder anhören zu müssen dass man quasi die Paria in diesem Land ist sind da kann ich dann schon verstehen dass man nicht so richtig gut gelaunt ist wenn man das immer vorgehalten.
00:12:24: Also ist das dann auch so ein bisschen, was Oschmann
00:12:27: auch
00:12:27: kritisiert?
00:12:30: Dass sozusagen der Blick auf den Osten also ganz falscher ist.
00:12:39: Ich habe mich mit Herrn Oschman darüber gestritten als er sehr leidend war, dass ich gesagt habe, na ja Freunde aber ihr habt sie selber gewählt!
00:12:48: Ihr musstet ja, alle auf einmal die CDU wählen.
00:12:54: Man könnte böse sagen es ist selbst gewähltes Leid.
00:12:57: Auf der anderen Seite kann man sich natürlich auch sagen wenn man sich mal im Leben verwählt hat, kann man dafür nicht das ganze Leben bestraft werden.
00:13:07: Herr Oschmann riecht mich wahnsinnig auf weil so einfach kann ich's mir jetzt auch nicht machen und alles immer auf den Westen abschieben.
00:13:15: Aber du hast ja gefragt, was ich glaube.
00:13:17: Was die deutschen Medien häufig aus dem Blick lassen und ich glaube weil sie es eben selber nicht erlebt haben beim Spiegel in Hamburg oder bei der Zeit in Hamburg diese grundlegende Wandeln das versteht man nur wenn man dabei war.
00:13:32: Ja also ich glaub auch dieser Biografie-Einschnitt und wirklich diese dramatische Änderungen im Leben nicht positiv war.
00:13:44: Ich glaube, das hat auch ganz viel mit den Leuten gemacht und jetzt immer noch dass wir nach so vielen Jahren immer noch dieses Bild nicht aufweichen können oder uns direkt mal anschauen können, dass es viele das gar nicht wahrnehmen und bei Weiten ja noch nicht aufgearbeitet ist.
00:14:04: aus meiner Sicht ist das schon eine Sache die uns leider immer noch über Osten- und Westen sprechen lässt.
00:14:11: also wo man sagt sind wir noch nicht zusammengewachsen.
00:14:14: Also da ist noch viel, was wir anpacken müssen.
00:14:18: Naja ich glaube es trifft ja vor allen Dingen auch unsere Generationen noch alle die dreißig sind oder fünfunddreißig.
00:14:28: wie haben sie ja wenn überhaupt nur aus den Erzählungen ihrer Eltern mitbekommen?
00:14:32: Da erlebe ich jetzt immer nur viel größere Offenheit.
00:14:40: Ich meine Lukas Riegel beschreibt das jetzt in seinem neuen Buch Sanditz ja auch noch mal, wie er quasi in Kassel da sitzt oder eine Protagonistin sitzt.
00:14:49: In Kassl an der Uni und wenn sie sagt dass ihr aus dem Osten kommt dann sind wir ganz mitleidig angeguckt was die dann dahin umdreht, dass hier künftig nur noch die Mandy aus Dresden ist weil sie damit jedes Gescheh erfüllt aber auch mit dieser Szene kommt Lukas Rachel.
00:15:06: eben ist irgendwo Ende der Nuller Anfang der Zehnernjahre Also das ist auch schon wieder fünfzehn Jahre her.
00:15:11: Ja, glaube als wenn die so schlimm ist es im Moment nicht an der Uni Köln?
00:15:19: Wie kam's denn eigentlich überhaupt zum Podcast Wahlkreis Ostmalter?
00:15:24: Wir standen vor naja vor fünf Jahren zeichnet sich die oder war klar dass ja die Bundeswahl stattfinden würde in September einundzwanzig.
00:15:34: und dann haben wir uns beim aktuell einfach nur überlegt Wie kann man über die sonst übliche Berichterstattung hinausgehen, also die Stundeninterviews mit Politikern und Reportagen aus Städten und Dörfern?
00:15:51: Was Menschen jetzt wirklich beschäftigt.
00:15:52: Und wir haben damals gedacht es fehlt eigentlich... Die ganzen Podcast kamen auf, die sich mit Bundespolitik beschäftigt haben.
00:16:02: Wir sind einfach nur mal durchgegangen und haben festgestellt, dass jemand mal so mit der ostdeutschen Brille, sage ich mal also mit den Perspektiven von hier darauf schaut.
00:16:14: Das gab es eigentlich noch nicht.
00:16:16: und auch mal Fragen zu stellen die man eher im Osten stellt als im Westen das gab's auch nicht.
00:16:22: und dann gab's die Idee naja Dann treiben wir doch quasi noch auf die Schwitze Und lassen dass einen gebürtigen westdeutschen der in Teilen Ost sozialisiert ist nämlich mich gemeinsam mit einer pure ostdeutschen kollegin anja maier die inzwischen beim fokus ist und damals noch für eine andere zeitung gearbeitet hat dann lassen wir das doch einfach noch zusammen machen.
00:16:47: Dann haben wir am Anfang einfach nur über den bundeshafswahlkampf geredet was uns da aufbällt, was unterbelichtet ist und dann haben wir uns nach und nach einfach Gäste mit dazu geholt um den blicken bisschen zu weit.
00:17:00: Wie ist denn die Resonanz?
00:17:05: Naja, also je nach Gespräch ist es dann mehr oder weniger Reaktion.
00:17:13: Was wir aber eben merken, dass das jetzt nicht ein Podcast ist den sich Lieschen Müller in Mengersgeräut Hemmern anhört sondern da sind wir ich will nicht sagen bei einem Eliten-Podcast angekommen.
00:17:31: Aber das hören halt Journalisten Politiker politisch sehr interessierte.
00:17:39: Profisoren, also Leute die sich viele Gedanken über den Zustand der Gesellschaft machen.
00:17:45: das ist schon mal ganz interessant wenn man so Post bekommt oder auch SMSen bekommt wer einen denn jetzt eigentlich so hört?
00:17:54: Nach welcher Episode gab es dann in diesem Jahr die meisten Reaktionen?
00:17:59: Wir haben Ende Januar mit Ulrich Siegmund gesprochen, der jetzigen Kandidat der AfD in Sachsen-Anhalt und Wenn es so weiterläuft, wie es bis jetzt läuft.
00:18:08: Dann könnte er eben im September auch Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt sein.
00:18:13: und da hat uns jetzt aber auch ehrlich gesagt nicht gewundert gab's natürlich am meisten Füß und Widers insbesondere Wie ich das Gespräch geführt habe
00:18:25: Und kurz darauf war ja auch Sven Schulze zu Gast wenn ich mich der Rechte erinnere.
00:18:30: Ja, ein paar Wochen später war dann auch so in Schulze da.
00:18:33: Da konnte man sich quasi das Kontrastprogramm machen.
00:18:36: Und da gab es da nochmal im Vergleich zu Ulrich Siegmund also auch Reaktionen die sozusagen beides miteinander verglichen haben.
00:18:45: oder wir waren denn da die Rückmeldung und wie gehst du damit um?
00:18:50: Da waren die Rückmeldungen... Also es gab welche, die das miteinander verglichen haben aber da standen die Rückmehlungen gar keinem Verhältnis weil natürlich so einen AfD-Spitzenkandidat viel mehr polarisiert als der Spitzenkandidat, ich sag's mal so, der demokratischen Mittel.
00:19:09: Und wir lesen das was wir da bekommen mit sehr sehr großem Interesse also auf welche Punkte Bezug genommen wird antwort und dann in der Regel auch etwas ins geschrieben wird Und versuchen das auch einfließen zu lassen, beziehungsweise manchmal gibt es auch ganz konkrete Ableitungen daraus.
00:19:27: Das sollte schreiben naja dass habt ihr jetzt das bisschen unterkomplex behandelt da würden wir gerne mehr zu wissen.
00:19:33: sucht euch doch bitte mal jemanden mit dem ihr darüber sprechen könnt und das machen wir
00:19:36: dann auch.
00:19:38: Gibt's dann so einen Leitfaden beispielsweise fürs Jahr sechsundzwanzig wo welche Themen ihr in den Fokus nehmt oder welche Personen?
00:19:46: also ich stell mir jetzt vor Sachsen-Anhalt ist jetzt meine Wahrnehmung, ist doch jetzt vermehrt im Fokus aufgrund der Wahl und auch diesen ja sich zuspitzenden Umfragewerten usw.
00:19:59: oder habt ihr?
00:20:00: Oder ist es eher was vielleicht plötzlich auch ploppt von besonderem Präsenz?
00:20:05: also wie plant ihr die Podcastaufnahmen?
00:20:10: Naja weil eben Sachseneinhalt in diesem Jahr wählt dann sind wir eine Produktion des MDR und das findet jetzt noch im Sendegebiet statt liegt natürlich ein besonderer Fokus auf Sachsen-Anhalt.
00:20:21: Aber auch deshalb, weil eben ja zum ersten Mal die AfD tatsächlich realistische Chancen hat eine Regierung mindestens anzuführen.
00:20:30: wenn ich sogar alleine zu stellen wir jetzt bei einer Umfrage sogar zweiundvierzig Prozent angekommen sind dann fehlt unter Umständen nur einen Zeitpunkte und da ist die absolute Mehrheit da.
00:20:42: das heißt da gibt es natürlich ganz viel Interesse dran nicht nur beim bei Publikum, sondern auch bei uns.
00:20:49: Und deshalb liegt ein großer Schwerpunkt natürlich auf Sachsen-Anhalt.
00:20:52: aber gleichwohl passiert ja noch bisschen was um Sachsens Anhalt drum herum.
00:20:55: wir haben eine hervorragend performende Bundesregierung mit einem Kanzler wo man sich immer fragt wie kann man sie so vergaloppieren?
00:21:03: quasi Wochenrhythmus das spielt natürlich auch immer noch mit einer Rolle und vor allen Dingen weil es ja gerade eigentlich ursprünglich mal ein Kandidat war den beispielsweise die ostdeutsche CDU viel lieber mochte als armin laschet und das ist jetzt inzwischen eine ziemlich enttäuschteliebe geworden.
00:21:19: zu friedrich merz also da wies natürlich auch immer wieder aktuelles ein.
00:21:23: und dann zum beispiel in dieser woche haben wir dann die ost beauftragte elisabeth keiser zum gast zeichne mit der ein spräch auf die dann jetzt ein Jahr im amt ist die uns mal so ein bisschen von ihren erfahrung erzählen soll Auch dem Schluss, ob es sie eigentlich wirklich noch braucht.
00:21:42: Weil wir haben ja auch keinen Ruhrgebiet beauftragten und da sieht zum Teil halt noch viel schlimmer aus als in vielen Teilen Ostdeutschland.
00:21:48: Ja das sind mal wieder Beauschmannene der das ja auch moniert im Sinne von Es gibt kein West-Nord und Südbeauftragte Aber ein Ostbeauftakt.
00:21:56: Na gut!
00:21:57: Wir sind gespannt auf die Folge.
00:22:00: Viele Menschen am Osten sagen über uns wird gesprochen aber man spricht nicht mit uns.
00:22:05: Ist da was dran?
00:22:08: Inwiefern?
00:22:10: Naja, also ich denke das ist sozusagen diese westdeutsche Perspektive in öffentlichen Debatten doch so zu sagen wie ein Damoklesschwert über einen schwebt.
00:22:22: Aber der Osten... Also auch wir hatten es jetzt gerade von unserem geschätzten Kanzler, der ja sozusagen diese Perspektiven der Menschen im Osten auch wenig wahrnimmt und ich glaube, also dass man sich eben nicht gesehen und gehört fühlt.
00:22:41: Also denkst du, ist das so?
00:22:44: Na ja dann gehe ich jetzt mal in Konfrontationen.
00:22:46: lassen den Wessir raushängen.
00:22:47: Wir reden aber auch über die Minderheit der Minderkeit.
00:22:49: Und wie viel beschäftigen wir uns mit der Perspektive der Eifel oder der Falz?
00:22:55: Der Osten stellt ein sechste der Bevölkerung noch.
00:22:57: Das heißt fünf Sechste stellt er nicht.
00:23:01: Und das ist glaube ich so ein bisschen was man hier immer sehr perspektive ein bisschen aus der Perspektive verliert, hier wohnt aber auch nur einer von sechs Deutschen.
00:23:14: Also mit Abstand weniger als in Nordrhein-Westfalen, inzwischen fast weniger als im Bayern und dieses... Wir müssen das aber auch immer aus dem Ostdeutschen Blickwinkel sehen.
00:23:29: würde ich jetzt also dass so gebetsmühlenartig wie das eben Oschmann macht, würde ich da verwarmen.
00:23:37: Die Argumentation müsste eigentlich eine andere sein, meines Erachtens.
00:23:41: Warum man sich den Osten genauer angucken muss.
00:23:45: politisch gesehen ist der Osten Avangard.
00:23:47: also hier gab es zuerst mit der pds eine Partei links der spd inzwischen gibt es die auch im besten.
00:23:54: Hier ist zuerst ja richtig stark geworden zwischen erreicht sie diese Werte auch im Westen Und wenn man den Osten wahrnehmen würde als so eine Art Frühwarnsystem, der in Folge seiner Geschichte hat.
00:24:09: Der Veränderungen wo die Leute viel eher bereit sind sich auf Neues einzulassen als der behäbige Westen.
00:24:15: also aus diesem Grunde hat der Westen eigentlich ein großes Eigeninteresse sich anzugucken was ja eigentlich passiert und das vergisst er manchmal nur.
00:24:26: ich wecke den Westen halt nicht wenn ich die ganze Zeit immer vor mich hin jammere und sage Ich möchte jetzt aber hier noch ein extra Torbstück haben, sondern man muss den Leuten das ja.
00:24:35: wie in jeder guten Ehe verkauft die Frau dem Mann dass immer so als ob es seine eigene Idee gewesen wäre und dann macht er das.
00:24:41: Weil wenn man ihn anweist, macht das nicht.
00:24:43: Aber wenn er glaubt er wäre der super tolle Typ gewesen der die Idee gehabt hätte Dann läuft ihr alles Und so müsste man das auch machen Genau.
00:24:52: Also gut können wir jetzt vom Jammer Ossi mal weg.
00:24:56: Und frage ich dich mal, spürst du denn Hoffnung im Osten?
00:25:01: Trotz all der Krisen und Krisenerzählungen.
00:25:05: Naja, ich lebe ja in Leipzig und da könnte man die Frage stellen wiefern diese Stadt eigentlich noch.
00:25:12: Osten ist klassisch.
00:25:15: Das gleiche gilt für Dresden nicht unbedingt aber sagen wir mal für jener gilt das meines Erachtens auch Für Weimar eigentlich auch.
00:25:25: Da gibt es ja auch genug westdeutsche Studienrätsel, die dahin gezogen sind um Weimar mit der Erzählung zu beglücken.
00:25:33: Also es gibt so ein paar Städte, die haben sich nicht nur durch Zugzug sondern auch durch Universitäten und Firmen so gewandelt dass man sie von Westdeutschen Städten gar nicht mehr unterscheiden kann.
00:25:47: Wenn man jetzt nach Ostsachsen fährt oder in Teile Südtürings oder auch Ostyrings da ist die Welt ja eine ganz andere.
00:25:56: Das gilt aber auch für die Eifel, das gilt für Teile des Ruhrgebietes und Teile im Osten Bayerns.
00:26:04: Also dann könnte man am Ende vielleicht sogar die Frage stellen – in Frankreich ist es nicht anders, in Amerika ist es auch nicht anders – ob dieses Ost-West eigentlich noch so funktioniert oder wenn ich viel mehr eine Idee habe statt Landproblematik haben, dass man sich eben auf dem Land nicht gesehen fühlt und das ist jetzt in Bitburg ganz ähnlich wie das in Weißwasser ist.
00:26:35: Und woher nehmen wir jetzt Hoffnung für die ländliche Region?
00:26:42: Das weiß ich ehrlich gesagt nicht.
00:26:49: Ich erlebe, dass ich habe Kinder die hier in Sachsen zur Schule gehen.
00:26:53: Deshalb kenne ich mich natürlich mit dem sächsischen Schulsystem oder den Problemen des sexischen Schul-Systems besser aus.
00:26:59: Abstrahiert kenne das aber auch noch an Westfalen und in Thüringen wird es ganz ähnlich sein.
00:27:04: In Sachsen ist es so, wenn ich die Zahl richtig im Kopf habe jede zweite Werbung eines Lehrers auf eine Stelle sich auf die Stadt Leipzig konzentriert.
00:27:13: Jetzt hat Leipzig immer nicht die Hälfte der Einwohner von Sachsen, sondern ich glaube ein sechste.
00:27:18: Also sechshunderttausend von insgesamt vier Millionen.
00:27:21: jetzt kann sich ja jeder ausrechnen wenn diese Lehrer unter gar keinen Umständen in gewisse ländliche Gebiete wollen dann hat man problem weil da gibt es wenig Arbeit, da gibt es wenig Kultur.
00:27:36: Da gibt es wenig Kinos.
00:27:38: Da gibts vielleicht viele Wälder.
00:27:40: aber wenn man jetzt nicht nur abend durch Wälden laufen will dann wird's natürlich schwierig und viele junge Leute zieht das ja eben in die Städte und die kriege ich.
00:27:50: wie soll ich die daraus kriegen?
00:27:52: Ich kann sie ja nicht zwangsverschicken!
00:27:54: Und ich glaube dass ist ein Problem, dass der ländliche Raum jenseits der Speckgürtel um die Großstädte einfach nicht mehr attraktiv ist, weil es halt einen Run auf die Städte gibt.
00:28:07: Den ich mir nicht klar ist wie man den brechen soll.
00:28:12: Das ist also auch genau ein Thema was wir in Thüringen an der Erwachsenbildung haben ne?
00:28:17: Also die städte florieren also jener Weimar Airport dieser Achse das läuft ganz gut.
00:28:23: und Der ländliche Raum das ist einfach absolut schwierig auch da Leute für die erwachsene Bildung zu begeistern.
00:28:33: Ich habe mir persönlich auf die Fahnen geschrieben, diesen ländlichen Raum zu stärken.
00:28:36: Weil er einfach auch so viel Gutes hat also beispielsweise die Natur.
00:28:40: aber die Infrastruktur wird ja immer mehr zerschlagen und dann muss man Sicherheit Gedanken machen.
00:28:45: wie kann man was aufhalten?
00:28:47: Also was kann man anbieten um diesen lndlichen Raum eben noch attraktiv zu gestalten?
00:28:54: ich sehe auch darin naja wohl formuliert ein Potenzial.
00:28:59: gleichwohl steckt man da noch in den Kinderschuhen, aber ich glaube dieser ländliche Raum egal jetzt wo.
00:29:05: Ich glaub das wird uns in den nächsten Jahren
00:29:07: beschäftigen.".
00:29:09: Ja weil auch keiner so eine richtige Idee hat und dass die Leute frustriert sind kann nicht zunehmend verstehen.
00:29:18: und schrieb mal einen Stammhörer der immer zwischen der Lausitz- und der Eifel endet, dass er langsam eben also das was nach der mit der Wende komplett weggebrochen ist im Grunde genommen alle gesellschaftlichen Frukturen in großen Teilen.
00:29:34: Dass das eben da wo er arbeitet in der Eifel inzwischen auch so ist weil eben so viele Leute pendeln in zwischen fünfzig, sechzig, siebzig Kilometer auch dazu Arbeit fahren hat die katholische Frauengemeinschaft nicht mehr genug Mitglieder um zweimal im Jahr den Kuchenbasar zu organisieren ist dann der Fußballtrainer eben nur noch einmal in einer Wocheabend da, weil er es sonst nicht mehr schafft.
00:29:57: Weil er woanders hinfährt zur Arbeit und so erodiert halt eine stabile Gesellschaft immer mehr, weil die Stützen ins Wanken kommen.
00:30:08: Und auch da ist meines Erachtens der Osten.
00:30:12: Negativen sind avant-garde, dafür kann er gar nichts.
00:30:15: Aber hier mussten die Leute eben schon viel mehr Aufsicht nehmen und es fing schon viel früher an dass sie eben zwei Stunden jeden Tag pendeln weil das anders gar nicht ging.
00:30:25: Und wenn ich jetzt morgens um sechs das Haus verlasse oder um fünf damit ich um sieben bei der Arbeit bin und abends um sechs oder um sieb nach Hause komme Bei aller Liebe dann trainiere ich nicht mehr Die de Jugend noch weil das schaffe ich gar nicht mehr.
00:30:41: Gut, wir halten fest.
00:30:42: also es ist kein Ostwest-Problem sondern eher Stadtland mit dem wir uns zukünftig noch mehr befassen müssen.
00:30:50: Genau und jetzt musst du mal ein bisschen so'n optimistischen Drive-Flight kriegen weil wir sind zu schwer!
00:30:56: Ja ich merke schon aber jetzt habe ich eine Frage muss ich noch stellen.
00:30:59: die ist wahrscheinlich auch nicht gerade so optimistisch.
00:31:01: Aber wir kriegen dann zum Schluss... Wir bekommen die Biga auf jeden Fall.
00:31:05: Ich komme jetzt nochmal zur Medien.
00:31:06: Also wenn ich hier jetzt schon einmal einen Medienexperten zu Gast habe Stelle ich jetzt mal die Frage, warum Vertrauen denn so viele Menschen den klassischen Medien nicht mehr?
00:31:19: Ja weiß ich auch nicht.
00:31:21: Ich finde uns eigentlich gar nicht so schlecht.
00:31:23: im Großen und Ganzen ja meine ich jetzt tatsächlich so weil was man finden will kann man auch finden.
00:31:34: Was für meines Erachtens ein bisschen aus der Mode gekommen ist das gilt aber alle Seiten, das gilt für links genauso wie für recht ist sich ein bisschen mit der Position des anderen auseinanderzusetzen und nicht gleich immer davon auszugehen dass es ein Idiot ist.
00:31:52: Also wenn ich immer schon rangehe dass ich eigentlich mit der Gegendposition auch gar nicht genervt werden will weil das sind ja Idioten dann komme ich nicht weiter.
00:32:05: Wenn wir jetzt in den Medien versuchen beide Seiten zu spiegeln, dann muss ich mich natürlich darauf einlassen.
00:32:12: Ich habe es natürlich viel leichter wenn ich mein Handy einschalte und mich in meiner Blase bei Instagram oder Telegram oder sonstwo bewege also wo ich quasi immer nur... ...das die Meinung bekomme der ich sowieso bin.
00:32:27: das ist natürlich viel viel einfacher als wenn ich mich mit einer anderen Position auseinandersetzen muss.
00:32:33: und selbstkritisch würde ich sagen In diesem Diskurs im Umgang mit der AfD ist schon sehr früh was eingerissen, was man lange nicht hinbekommen hat.
00:32:47: Also es wurde sehr früh erst von politischer Seite und dann auch ins Sonderverlässtmedienseite so eine Nazi Keule rausgeholt die schon auf Bernd Lucke eingedroschen hat als er am Anfang noch einfach die Frage nach der Eurorettung gestellt hat.
00:33:01: Wenn ich nur gleich schon mit der Nazi-Käule um mich her schwinge, dass jeder etwas konservativer ist als Markus Süder.
00:33:08: Dann habe ich natürlich keine Steigerungsform mehr.
00:33:10: wenn Björn Höcke vor mir steht dann komme ich aus dem Nummer nicht mehr raus und da fand für meine Begriffe sehr häufig ein Diskurs nicht statt also wo man sich mit den Argumenten gar nicht mehr auseinandergesetzt hat.
00:33:27: Er hat meine Freundin erzählt, die in einem Stadtrat das Ganze beobachtet hat.
00:33:35: Wenn es um Finanzen ging, dann saßen die Vertreter von CDU, SPD und Grünen immer da und haben das ganze quasi abgenickt was die Verwaltungsspitze so wollte.
00:33:47: Und der AfD-Stadtrat kam immer bestens vorbereitet dahin und stellte genau die richtigen Fragen.
00:33:52: also warum?
00:33:54: wird denn dafür jetzt das Geld ausgegeben, außer dass das Argument islamischen immer so gemacht und konnte dann auch Alternativvorschläge belegen.
00:34:02: Der kam aber gar nicht richtig zu Wort eigentlich bzw wurde gar nicht wahrgenommen weil er ja der Paria im Raum war Und ich würde mir manchmal in der medialen Auseinandersetzung von allen Seiten wünschen, dass man etwas mehr auf die Argumente eingeht.
00:34:23: Ja, da ist die Stimme runter.
00:34:24: Satz der Ende!
00:34:25: Ja okay ja das war jetzt auch... also während des Zuhörendes habe ich gedacht, dass es eigentlich größtenteils immer noch so ist.
00:34:32: Ich glaube im Osten hat man schon etwas dazugelernt.
00:34:34: aber tatsächlich ist diese Einstellung AFW und Nazis und Schluss aus Ende hilft uns ja nicht in dem Sinne.
00:34:45: Mir ist jetzt noch eine Frage dazu eingefallen.
00:34:48: Ben Anscripted mit Björn Höcke A. Angehört, B. Hast du eine Position dazu?
00:34:58: Ich kenne nur Schnipse die ich bei Instagram gesehen habe.
00:35:02: Ich hatte jetzt noch keine vier Stunden mehr das anzugucken und ja es ist sicher Ledenzeit die ich dafür darauf gebe.
00:35:11: Ich muss das eigentlich noch tun weil das zu meinem Job dazugehört.
00:35:19: genug reden und Texte von Björn Höcke gelesen, dass ich glaube.
00:35:23: Ich weiß schon was er will und also das ist mir ein bisschen widerwillig.
00:35:29: zu den vier Stunden.
00:35:32: Was hast du denn durch Wahlkreis Ost über Menschen gelernt?
00:35:38: Durch Wahlkreisoß eigentlich gar nicht so viel ganz ehrlich.
00:35:42: Ich mache diesen Job ja schon zwanzig Jahre.
00:35:45: Ich mache ihn deshalb so gerne, weil mal eben so viel über Menschen lernt.
00:35:52: Wie sie ticken?
00:35:53: Warum sie so ticken was ihnen wichtig ist und das deshalb eben nicht durch Wahlkreis Ost.
00:36:02: Am meisten lernt man eben über Menschen, wenn das Mikrofon dann aussieht hinterher.
00:36:06: Also die spannenden Gespräche sind ja nicht die, wenn man das Mikros anhat und darüber redet sondern spannend wird sie erst, wenn sich schon kennengelernt hat und ein bisschen feier miteinander redet.
00:36:17: Da habe ich einfach wahnsinnig viel gelernt.
00:36:23: Ist deine Neugierde auf Menschen geblieben?
00:36:26: Größer geworden durch deine Arbeit?
00:36:30: Ich war immer total neugierig und ich habe im Laufe der Jahre halt einfach das Potenzial erkannt, was man dadurch lernen kann.
00:36:38: Ich bin immer Journalist geworden weil ich mehr wissen wollte und ich wollte immer verstehen warum manche Dinge so sind wie sie sind und warum sie so funktionieren wie sie funktionieren.
00:36:48: Und dass ist dadurch einfach nur gewachsen.
00:36:51: Ich sagte mal ein Beispiel was ich zuletzt ganz einfach spannend fand.
00:36:56: Am ende kreist wieder alles über die AfD, die nimmt viel zu viel Raum ein.
00:37:00: Als es eigentlich gehört aber ich habe... als es eine Landratswahl in Sachsen gab, hab' ich mit den Kandidaten der AfD, der gute Chancen hatte das Ding zu gewinnen hat er am Ende nicht, aber er hatte Chancens.
00:37:14: Im Vormittag an einem Kreisverkehr verbracht nebenan stand noch so einen Bräuler-Verkauf und dann kamen immer Leute da und haben sich Händchen gekauft Und ich hatte vier Stunden Zeit, das fand er an sich schon merkwürdig.
00:37:28: Ich habe mir einfach nur meine Stunde angeguckt was er da so macht und dann kamen wir immer ins Gespräch und dann merkte der das anders als sonst nicht gekommen war um ihm zu erklären dass er erstens böse Bub ist und zweitens wie die Welt wirklich funktioniert sondern wir sind einfach tatsächlich im Gespräch gekommen und ich hab nach den vier Stunden Gedacht so, ja ich weiß jetzt wieder tickt und warum der da ist wo er ist.
00:37:54: Und mehr will ich eigentlich gar nicht.
00:37:55: also das Werten das ist ja gar nicht.
00:37:58: Ich will einfach verstehen warum der das macht wie es macht.
00:38:02: Das gleiche galt auch für das Gespräch mit Ulrich Siegmund.
00:38:04: den habe ich in den letzten fünf Jahren immer wieder getroffen.
00:38:07: Da hab ich zwischen auch eine ganz gute Vorstellung warum er da gelandet ist.
00:38:12: Das finde ich an diesem beruf so toll dass ich hinterher einfach Verstehen und nachvollziehen kann warum jemand was macht.
00:38:20: ob ich das gut finde ist jetzt eine ganz andere.
00:38:23: Und im Prinzip ist ja eigentlich auch immer mittendrin und voll am Puls der zeit da durch, also genau Ja so jetzt wird es wieder ein bisschen als wir gehen weg von der schwere lieber malte schnell frage runde podcast oder
00:38:39: fernsehen.
00:38:40: Leipzig oder berlin?
00:38:42: leipzig
00:38:43: Fakten oder bauchgefühl?
00:38:49: Ich muss mich für eins entscheiden Fakten.
00:38:54: Twitter beziehungsweise X löschen oder behalten?
00:38:58: Behalten!
00:39:00: Okay, ähm...
00:39:01: Heißt ja nicht dass ich selber was schreibe aber man kann schon noch ganz interessante Sachen lesen.
00:39:07: Okay.
00:39:10: Jetzt noch eine andere Frage welche drei Lieder beschreiben dich zurzeit am besten?
00:39:21: Nee das kann ich nicht, das weiß ich nicht.
00:39:25: Ich bin in Liedern also ich bin im Titel Ganz ganz schlecht, wie ich auch im Namen ganz ganz schlecht bin.
00:39:31: Also ich höre das dann immer weil ich wirklich viel Radio höre und ich liebe es auch dass mir dann jemand immer mal was anderes vorsetzt und nicht über Spotify das immer gleiche bekommen.
00:39:43: aber Ich habe dann immer binnen kürzester Zeit das vergessen.
00:39:45: das ist übrigens auch das Schlimmste für meinen beruf wenn man sich Namen nicht merken kann und dann immer von Leuten begrüßt wird und man selber nicht weiß wie der andere ist.
00:39:53: Ja gut kommen wir jetzt nochmal zur Liederfrage zurück.
00:39:56: hast du jetzt ein bisschen abgelenkt?
00:39:57: also Müssen wir offen lassen, ja?
00:39:59: Welche drei Dinge.
00:40:03: Ist Deutschland eher Praline oder eher Knackwurst?
00:40:09: Knack-Wurst!
00:40:12: So.
00:40:12: und jetzt kommt aber natürlich die wichtigste Frage im Podcast überhaupt.
00:40:15: Lieber Malte, wir haben es jetzt nur aus der Ferne, aber wenn du mal an den Bildschirm guckst habe ich hier eine schöne Pralina von Gesponsort von Fieber Sweets und eine Knack Wurst gesponsert von Tüvleiber.
00:40:27: Apolda.
00:40:28: Du kannst den Duft jetzt hier nicht riechen, aber ich sitze ja schon eine Stunde mit der Knackwurst neben mir.
00:40:34: Frage dich jetzt!
00:40:35: Praline oder Knack-Wurst?
00:40:37: Pralinen.
00:40:38: Okay gut dann gucke ich wie sie dir zukommen lasse und lass es dir da dann schmecken.
00:40:47: Da wird sich übrigens ein Interview mit Matthias Hai der lange Jahre Fraktionsvorsitzender der SPD in Thüringen war.
00:40:56: der verteilt ja jedes mal Fieber Nougat, obwohl er das selber gar nicht ist.
00:41:00: Ach interessant!
00:41:03: Habe ich jetzt gleich meinen Aufhänger mit ihm an ins Gespräch zu gehen?
00:41:06: Absolut aber dann kannst du erst auch für die nächsten dreihundert Fortgasfolgen genug Fiebe im Haus?
00:41:11: auf jeden Fall auf jeden fall Ja.
00:41:14: danke lieber Malte.
00:41:15: Das war's schon.
00:41:15: was war unser Gespräch?
00:41:16: also für mich total aufschlussreich spannend interessant.
00:41:20: Ich wünsche dir alles Gute und freue mich natürlich über viele weitere Folgen, Wahlkreis Ost.
00:41:27: und dass ihr die Hörer des Ostens so gut mitnehmt.
00:41:31: Und wünscht dir alles Gute in viel Erfolg!
00:41:34: Ich danke dir das wünsche ich dir auch.
00:41:35: Ich habe mich erfolgreich jetzt stellen weil sie ins westdeutsche Abseits geschossen aber ich glaube, dass sich zumindest bei... ich hoffe, ich hab für genug Bluthochdruck gesorgt und dass ich immer noch da bin zeigt ja, dass ich den Osten...
00:41:49: Ich denke auch Alles klar, Malte.
00:41:51: Bis bald!
00:41:52: Danke dir.
00:41:52: Tschau.
00:41:53: Sie hörten Praline oder Knackwurst mit Fanny Kratzer vom Thüringer Volkshochschulverband.
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